Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oberflächen noch gezielter gestaltbar

18.11.2005


Doktorandenpreis für Polymerbürsten-Gradientenschichten

... mehr zu:
»Dissertation »Ionov »Polymer »Schicht

Den Doktorandenpreis des Vereins zur Förderung des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) erhält in diesem Jahr Dr. Leonid Ionov.

Die Dissertation von Dr. Ionov beschäftigt sich mit sogenannten Polymer-Bürsten-Oberflächen; d. h. Schichten aus absorbierten Polymeren, die so dicht an Oberflächen gepfropft sind, dass die einzelnen Polymerketten sich von dem Substrat weg strecken müssen - und in der schematischen Darstellung eben an Bürsten erinnern. Dass solche ultradünnen und sehr stabilen Schichten ein großes Potential zur Herstellung von funktionellen Oberflächen besitzen, wurde bereits in früheren Arbeiten gezeigt. Pfropft man verschiedene Polymere mit unterschiedlichen Eigenschaften an eine Oberfläche, lassen sich Schichten erzeugen, deren Eigenschaften schaltbar sind und die gegenüber Umwelteinflüssen reagieren können. Das im IPF entwickelte Prinzip der schaltbaren Ultrahydrohobie, mit dem Oberflächeneigenschaften zwischen benetzbar bzw. wasserabweisend reversibel geschaltet werden können, war bereits früher vorgestellt und 2003 mit dem Innovationspreis ausgezeichnet worden.


Herr Dr. Ionov hat in seiner Dissertation die Technik zur Herstellung von Polymer-Bürsten-Schichten weiter entwickelt, so dass nunmehr erstmalig auch Gradientenschichten, d. h. Schichten mit graduell variierter Zusammensetzung innerhalb der Schicht, synthetisiert werden können. Außerordentlich interessant ist das u. a. zur Weiterentwicklung kombinatorischer Untersuchungsmethoden, da an einer Probe beispielsweise die Adsorption von Proteinen bei unterschiedlichen Pfropfdichten und Zusammensetzungen der Schicht studiert werden kann.

In Experimenten, die Herr Dr. Ionov nach Abschluss seiner Promotion im Sommer dieses Jahres am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden durchgeführt hat, gelang es, bioaktive Oberflächen aus Polymer-Bürsten-Gradientenschichten mit einer graduell abgestuften Dichte von Motorproteinen herzustellen und mit Hilfe der Motorproteine Mikrotubuli nach ihrer Größe auf der Oberfläche zu sortieren. Sowohl Motorproteine als auch Mikrotubuli spielen wichtige Rollen bei Transportprozessen in Zellen. Mit der von Dr. Ionov entwickelten Technik wurde erstmals eine selbst-organisierende Sortierung von Proteinverbindungen auf Oberflächen erreicht.

Hier könnte ein zukünftiges Einsatzgebiet der neu entwickelten Schichten liegen, weitere vielversprechende Anwendungsfelder werden z. B. in der Stofftrennung, in der Mikrofluidik oder der Sensorik gesehen.

Herr Dr. Ionov hatte für seine Dissertation im Oktober bereits den REHAU-Preis Technik erhalten.

Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de/whatsnew/dokt05.html
http://www.ipfdd.de/whatsnew/inno2003.html

Weitere Berichte zu: Dissertation Ionov Polymer Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise