Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"INO®" - Innovationssystem für die Oberflächentechnik

28.09.2001


Nahezu jedes produzierende Unternehmen braucht Kenntnisse über Oberflächen- und Schichttechnik, wenn es um die Gestaltung seiner Produkte geht. Know-how aus fast 200 Forschungsprojekten zu diesem Thema erschließt einem breiten Nutzerkreis das Informationssystem "INO®" unter www.schichttechnik.de bzw. www.schichttechnik.net.

Von vielen öffentlich geförderten Forschungsprojekten profitieren meist nur die unmittelbar daran beteiligten Unternehmen. Nicht, weil die Ergebnisse geheim sind und unter Verschluss gehalten werden, "es liegt einfach an der Zugänglichkeit", sagt Dr. Hans-Jochen Fetzer vom Fraunhofer IPA. "Die meisten Projektberichte existieren nur in Papierform, in kleiner Auflage", erklärt er. Wer diese Bände einsehen will, kann das in der Regel nur über eine der wenigen Bibliotheken, die diese Art der Literatur sammeln. Für Forschungsergebnisse aus der Oberflächentechnik wird es in Kürze eine bessere Alternative geben: das Innovationssystem "INO®"’ ein "wissenschaftliches Informationssystem für die Oberflächen- und Schichttechnik". Über das Internet frei zugänglich und benutzerfreundlich aufbereitet, enthält "INO®" die Ergebnisse der knapp 200 Projekte aus dem BMBF-Förderschwerpunkt "Oberflächen- und Schichttechnologie (OSTec)".

Die meisten sind bereits unter www.schichttechnik.de bzw. www.schichttechnik.net abrufbar. Zum Projektabschluss Ende November werden dort dann Informationen zu rund 180 Schichten und ihren Leistungsprofilen, 110 Anwendungsbeispiele, rund 240 Prüfverfahren mit den für sie relevanten Normen (420) sowie 140 Schicht- und Anlagenhersteller und andere Partner aus den OSTec-Projekten zur Verfügung stehen. Die wichtigste Zielgruppe für dieses Wissen sind u. a. Konstrukteure und Entwickler, die häufig, aber oft nur am Rande mit Oberflächentechnik zu tun haben. Die Datenbank verhilft ihnen zu einem raschen Überblick über das Potenzial und die Anwendungsmöglichkeiten moderner Oberflächentechnik und gibt Auskunft darüber, welche Anforderungen an die zu vergütenden Oberflächen gestellt werden. "So ist vielen oft nicht bewusst, dass beispielsweise Grundmaterial und Beschichtung ein System bilden. Es muss als Ganzes optimiert werden, um die gewünschten Produkteigenschaften wie Härte oder Verschleiß zu erreichen", erklärt Dr. Fetzer, der am Fraunhofer IPA am "INO®"-Projekt mitarbeitet.

Die derzeit umfangreichste Datenbank zum Thema Oberflächentechnik im Internet geht von Anforderungen und Begriffen aus, die auch dem in der Oberflächentechnik unerfahrenen Konstrukteur oder Entwickler vertraut sind. Fachausdrücke, die darüber hinaus gehen, sowie die Grundbegriffe der Beschichtungsverfahren werden erklärt. "Auf diese Weise gewinnt der Nutzer eine wirksame Basis, von der aus er mit Entwicklern wie Beschichtern effektiv kommunizieren kann", so Dr. Fetzer.

In den OSTec-Projekten entwickelten in den Jahren 1993 bis 2000 zahlreiche Unternehmen und Forschungsinstitute neue Technologien und Verfahren für funktionsoptimierte Oberflächen, insbesondere PVD- und CVD-Verfahren. Die Projektträgerschaft hatte das VDI-TZ Physikalische Technologien, Düsseldorf, inne. Drei der beteiligten Institute arbeiten seit Ende 1999 im BMBF-Projekt "INO® - Schichttechnik im Internetzeitalter" an der Erschließung der Ergebnisse in der Datenbank "INO®": die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin, sowie die Fraunhofer-Institute für Schicht- und Oberflächentechnik IST, Braunschweig, und für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Stuttgart. Im November 2001 sollen alle OSTec-Projekte in "INO®" erfasst und zugänglich sein. Abgeschlossen ist die Arbeit der drei Institute damit jedoch nicht. "Wir werden die Datenbank auch in Zukunft pflegen und mit Forschungsergebnissen aus weiteren Bereichen der Schichttechnik kontinuierlich ausbauen und verbessern", verspricht Dr. Fetzer.


Die Ergebnisse des BMBF-Projekts "INO® - Schichttechnik im Internetzeitalter" präsentierten der Projektträger und die Institute auf der Veranstaltung "Wissenstransfer Oberflächentechnik", die am 19. September 2001 in Düsseldorf stattfand.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:


Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dr. rer. nat. Armin Gemmler, Telefon: 0711/970-1732, Telefax: 0711/970-1004, E-Mail: arg@ipa.fhg.de
Dr. rer. nat. Hans-Jochen Fetzer, Telefon: 0711/970-1242, Telefax: 0711/970-1004, E-Mail: hjf@ipa.fhg.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner | idw
Weitere Informationen:
http://www.schichtechnik.de/
http://Workshop zum Projekt
http://www.ipa.fhg.de/aktuell/tagungen/tag_19_09_01.php3

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fraunhofer IFAM erweitert den Forschungsbereich »Beschichtungen für Bewuchs- und Korrosionsschutz«
11.01.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Schrauben mit Köpfchen
10.01.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie