Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovatives Lack-Know-how am Standort Münster konzentriert

27.07.2001


BASF jetzt mit Kompetenzzentrum für UV-härtende Lacke

  • Lack-Klasse mit hohem Zukunftspotential auch für den Automobilbau
  • Jede UV-Technologie vorhanden - neuester Stand der Technik

Die BASF Coatings AG hat am Standort Münster ihre bislang an mehreren Standorten im In- und Ausland verstreuten Aktivitäten auf dem Gebiet der UV-härtenden Lacke in einem Kompetenzzentrum am Standort Münster konzentriert und deutlich erweitert. Kern des Forschungs- und Entwicklungszentrums ist ein neues Technikum, in dem die bereits bestehenden Erfahrungen aus der flächigen Lackierung auch auf komplizierte dreidimensionale Teile übertragen werden und auch große Bauteile mit Abmessungen von 150 mal 150 Zentimetern behandelt werden können. Für diese Anlage hat BASF insgesamt 1,2 Millionen Euro investiert.

... mehr zu:
»BASF »Lack


"Wir wollen alle Aspekte der strahlenhärtenden Lacke konsequent erforschen und weiterentwickeln.", begründet Klaus Peter Löbbe, Leiter des Unternehmensbereichs Coatings der BASF-Gruppe und Vorstandsvorsitzender der BASF Coatings AG, den Aufbau des Kompetenzzentrums. Wichtigste Zielrichtung ist dabei eindeutig die Weiterentwicklung der innovativen Lacke für deren Einsatz in der Automobilindustrie, bei Holz-, Folien- und Kunststoffbeschichtungen sind UV-Verfahren bereits weitgehend etabliert. Weil diese Materialien durchgängig hitzeempfindlich sind, ist die UV-Strahlung aufgrund ihrer geringen thermischen Belastung in vielen Fällen die bestgeeignete Lösung.

Ökoeffiziente UV-Lacke gewinnen an Bedeutung

Lacke, die mit ultravioletter (UV) Strahlung trocknen und vernetzen, gewinnen aufgrund ihrer ökoeffizienten Eigenschaften immer mehr an Bedeutung. Zum einen sind sie besonders umweltverträglich, weil sie in der Regel keine flüchtigen Lösemittel mehr benötigen und deshalb den zunehmend strengeren staatlichen Auflagen zur Begrenzung der Emissionen von flüchtigen organischen Chemikalien (VOC - Volatile Organic Compounds ) genügen. Zum anderen zeichnen sie sich durch ihre hohe Prozeßgeschwindigkeit aus, die in vielen industriellen Fertigungsverfahren gefordert sind. So lassen sich derartig behandelte Teile direkt nach dem Belichten weiterverarbeiten, stapeln oder verpacken. Zudem wird eine hohe Oberflächenqualität mit guten mechanischen Eigenschaften, chemischer Beständigkeit und hohem Glanz erreicht. Auch die ökonomischen Vorteile - platzsparendes Equipment, niedrige Kosten, gute Energiebilanz und damit eine geringe Temperaturbelastung besonders bei der Beschichtung wärmeempfindlicher Materialien - spielen eine wichtige Rolle. Der Markt für strahlenhärtende Lacke wächst unter diesen positiven Bedingungen derzeit mit jährlich sechs Prozent und hat in Europa ein Volumen von knapp 72.000 Tonnen, die einen Wert von rund 600 Mio. Euro darstellen.

Eine kratzfeste Haut fürs Auto

Für die Einführung ähnlicher Prozesse in die Automobilfertigung spricht vor allem das Eigenschaftsspektrum, die die UV-Systeme ermöglichen: eine Kombination aus hoher Resistenz gegen "chemische Angriffe" und eine deutlich verbesserte Kratzfestigkeit. Gerade an diesem Punkt hat die "automobile Haut" noch ein erkennbares Verbesserungspotential. "Das UV-Beschichten von Brillengläsern und Automobilscheinwerfern aus Polycarbonat-Kunststoff hat bewiesen, dass die Kratzfestigkeit signifikant verbessert werden kann", konstatiert Dr. Uwe Meisenburg, Wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums in Münster. Bei der Übertragung in den Automobilbau müssen vor allem zwei Probleme gelöst werden: Einerseits ist die Verträglichkeit des UV-Klarlacks mit dem darunterliegenden Basislack sicherzustellen, andererseits sind die Schwierigkeiten zu überwinden, auch die "Schattenzonen" der dreidimensionalen Automobilkarosserie mit dem UV-Licht zu erreichen.

Genau dafür ist das neue 3D-Technikum in Münster besonders geeignet, in dem die bereits bestehenden Erfahrungen aus der flächigen Lackierung auch auf komplizierte dreidimensionale Teile übertragen werden und auch große Autoteile mit Abmessungen von 150 mal 150 Zentimetern von allen Seiten behandelt werden können. "Diese Multifunktionskammer ist die erste ihrer Art in Deutschland", sagt Karl-Heinz Joost, Technischer Leiter und Koordinator des UV-Zentrums. Unter definierten Bedingungen, zum Beispiel hinsichtlich Temperatur oder Feuchtigkeit, lassen sich hier Lackhärtungen sowohl thermisch als auch mit UV-Strahlung durchführen. Auch der Einsatz von Schutzgas wie Stickstoff ist möglich. Eine ausgeklügelte Schleusen- und Transporttechnologie, die auch einen Drehtisch einschließt, sorgt für die Mobilität der Teile in der Stahlbox, so dass die UV-Lampen höchst effektiv strahlen können.

Zusätzlich wurde ein neuer Labortrakt errichtet, in dem weitere UV-Quellen zur Verfügung stehen. Dort können Mitarbeiter aller Coatings-Geschäftsbereiche ihr Wissen austauschen und dadurch ihre UV-Lackentwicklungen effizienter vorantreiben. Das neue UV-Kompetenzzentrum verfügt über jede am Markt verfügbare UV-Lampentechnologie und stellt damit den neuesten Stand der Technik dar: In drei Laboranlagen kommen Elektroden-UV-Lampen mit einer Leistung von 2x160 Watt pro Zentimeter zum Einsatz, eine UV-Inert-Anlage bietet eine Leistung von 2x200 Watt pro Zentimeter. Eine weitere Laboranlage verfügt über Mikrowellen-angeregte UV-Lampen mit einer Leistung 240 Watt pro Zentimeter. Eine Elektronenstrahlanlage sowie zwei mobile Tisch-UV-Anlagen für Schnellversuche ergänzen das UV-Zentrum.

"Zudem kooperieren wir mit den Herstellern dieser Geräte, mit externen Forschungsinstituten an Hochschulen, die zum Beispiel Bewitterungsversuche mit UV-lackierten Teilen durchführen, und auch mit unseren Kunden", skizziert Dr. Klaus-Dieter Plitzko, Forschungsleiter bei BASF Coatings, die breit angelegte Strategie des Zentrums. Über das Intranet werden im BASF-Verbund zusätzliche Kapazitäten in den USA und Italien eingebunden, die ebenfalls auf dem UV-Gebiet arbeiten.

Schon heute ist absehbar, daß neue Anwendungsgebiete für die UV-Lacke sowohl in der Serien-Erstlackierung als auch in der Fahrzeugteile-Lackierung bis etwa 2005 erschlossen werden. Vor allem Kunststoffe, die heute im Automobilbau verstärkt zum Einsatz kommen, verlangen eine Begrenzung der Temperaturbelastung von weniger als 100°C, die mit konventionellen, nur thermisch härtenden Systemen nicht zu den geforderten Spezifikationen führen. Auch rasch ablaufende Lackierprozesse, wie das Coil-Coating (Metallbandbeschichtung), sind für die sekundenschnelle UV-Härtung geradezu ideal. Insgesamt besitzt die BASF im internationalen Vergleich der Lackhersteller bei den zukunftsweisenden UV-Lacksystemen eine sehr gute Position - das Kompetenzzentrum in Münster soll auch dazu dienen, die vorhandene Ausgangsstellung zu verbessern und einen nachhaltigen Vorsprung zu erreichen.

BASF: Bei Coatings international führend

Die BASF Coatings AG inklusive ihrer Beteiligungsgesellschaften sowie alle Coatings-Aktivitäten der weltweit vertretenen BASF-Gruppengesellschaften zählen zum international tätigen Unternehmensbereich Coatings der BASF-Gruppe. In diesem Unternehmensbereich erzielte die BASF im Jahr 2000 mit etwa 10.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro, davon etwa 60 Prozent außerhalb Europas. Weitere Schwerpunktregionen sind der NAFTA-Raum und Südamerika. Daneben ist BASF Coatings auch in der Region Asien/Pazifik aktiv, darunter mit eigenen Gesellschaften in Australien, China, Indien, Japan und den Philippinen. Im Bereich Coatings entwickelt, produziert und vermarktet die BASF ein hochwertiges Systemsortiment innovativer Fahrzeug-, Autoreparatur- und Industrielacke mit den entsprechenden Beschichtungsverfahren. Ökoeffiziente Pulverlacke, Wasser- und High-Solid- sowie strahlenhärtende Lacke spielen dabei eine besondere Rolle. In Brasilien nimmt das Unternehmen mit dem seit Jahren erfolgreichen Geschäft mit Bautenanstrichmitteln die führende Marktstellung ein.

Klaus-Peter Rieser | Pressemitteilungen
Weitere Informationen:
http://www.basf-coatings.de/

Weitere Berichte zu: BASF Lack

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten