Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Metall als Luftikus

07.03.2005

Anzeige


Aluminium ist wegen seiner geringen Dichte für Schäume prädestiniert. Doch auch aus Zink- und Kupferlegierungen werden Halbzeuge hergestellt: links 3-D-Schaumteile, rechts Verbundteile aus Schaum und Stahl. © Fraunhofer IWU


Fahrzeug- und Maschinenbau profitieren zunehmend vom niedrigen Gewicht geschäumter Metalle. Erste, in Serie gebaute Werkzeugmaschinen sind in ihren mechanischen Eigenschaften den massiven Geschwistern überlegen. Der Verbund "Zellulare Werkstoffe Sachsen" präsentiert sich vom 11. bis 15. April auf der Hannover Messe.

Knochen und Holz könnten bei der Entwicklung geschäumter Metalle Pate gestanden haben. Bei Bäumen wie beim Skelett von Tieren und Menschen führt die zelluläre Bauweise zu geringem Gewicht bei hoher Bruchfestigkeit und Elastizität. Metalle kontrolliert zu strukturieren, fordert Werkstoffforscher heraus: Wie kann Gas so in Metalle eingebracht werden, dass sie porig wie Schwamm werden? Metallpulver werden mit geringen Mengen von Treibmitteln gemischt und zu Strängen mit unterschiedlichen Profilen gepresst. Ein zweiter Weg, der endformnahe Bauteile liefert, besteht darin, hohle Stahlkörper mit kompaktierten Vormaterial zu befüllen. Beim Aufheizen liefern Hydride Wasserstoff und Carbonate Kohlendioxidgas. Die Kunst besteht zum einen darin, die richtige Kombination aus Metall und Treibmittel zu finden, denn die aufschäumende Wirkung muss knapp unter dem Schmelzpunkt des Metalls einsetzen. Zum anderen sollte ein bestimmtes Zeit-Temperatur-Profil eingehalten werden, damit das Produkt die gewünschte Porenstruktur ausbildet und nicht wieder kollabiert.

Eine Initiative für die Luftikusse ist das Metallschaumzentrum in Chemnitz, Initiator des Verbunds "Zellulare Werkstoffe Sachsen". 1998 am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU auf Laborniveau gegründet, hat sich inzwischen ein stattlicher Park verschiedener Öfen, Bearbeitungsmaschinen und Analysegeräte angesammelt. "Damit bieten wir Kunden eine komplette Dienstleistungskette", betont der Leiter des Zentrums, Thomas Hipke. "Dies reicht von der Projektidee über den Entwurf, die Konstruktion und Simulation im Computer bis zur Fertigung des Bauteils." Mit institutsinternen Kooperationen überprüfen die Forscher messtechnisch, ob die gewünschten Eigenschaften auch tatsächlich erreicht wurden. Der Verbund ist auf der Hannover Messe im "Innovationszentrum Ingenieur-Werkstoffe" in Halle 5 vertreten.

Der Erfolg der Arbeit manifestiert sich in zahlreichen Prototypen und ersten Serienteilen - besonders im Bereich Maschinenbau. Je nach Anforderung der Industriepartner wurden die Neukonstruktionen in unterschiedlicher Ausführung angelegt - Variationen ausgeschäumter Träger und unterschiedliche geschweißte Sandwichbauweisen aus Stahlblechen mit Aluminiumschäumen dazwischen. Gemeinsam ist ihnen eine deutliche Gewichtseinsparung bei verbessertem mechanischem Dämpfungsverhalten im Betrieb. Für eine Maschine mit der Bezeichnung Dynapod wurde das mit sechs Metern Länge weltweit größte Schaumteil konstruiert und verbaut.

Ansprechpartner:

Dr. Thomas Hipke
Telefon: 03 71 / 53 97-4 56 , Fax: -64 56
hipke@iwu.fraunhofer.de

Dr. Jörg Hohlfeld
Telefon: 03 71 / 53 97-4 96, Fax: -64 96
hohlfeld@iwu.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.iwu.fraunhofer.de/schaumzentrum

Weitere Berichte zu: Bauteil Metall Verbund Werkzeugmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber
08.02.2012 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht All Foamed Up
07.02.2012 | Angewandte Chemie International Edition

Alle Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Zwerggalaxie hat großen Hunger

08.02.2012 | Physik Astronomie

Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Bauwerke gebrauchstauglich halten

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp