Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanokristalline Materialien aus massivem grobkörnigem Ausgangswerkstoff

20.07.2001


(v.l.n.r.) Min-Hong Seo, Prof. Dr. J. Estrin, Dr.-Ing. R. Hellmig, Prof. Dr. Hyoung Seop Kim und Dr. Seung Chul Baik.


Drei südkoreanische Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet arbeiten, sind zur Zeit am Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik der TU Clausthal bei Professor Dr. Juri Estrin zu Gast: Professor Dr. Hyoung Seop Kim, Universität Chungnam, gemeinsam mit seinem Doktoranden Min Hong Seo, und Dr. Seung Chul Baik vom Forschungslabor des koreanischen Stahlunternehmens Pohang. Alle drei arbeiten mit je unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Gebiet der Herstellung ultrafeinkörniger nanostrukturierter Werkstoffe aus einem massiven Werkstoff.

Nanostrukturierte Materialien, definiert als Werkstoffe mit einer typischen Korngröße unter einhundert Nanometer, haben in den letzten Jahren aufgrund ihrer überlegenen mechanischen, optischen, elektrischen und magnetischen Eigenschaften großes Interesse in der materialwissenschaftlichen Fachwelt gefunden. Drei südkoreanische Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet arbeiten, sind zur Zeit am Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik der TU Clausthal bei Professor Dr. Juri Estrin zu Gast: Professor Dr. Hyoung Seop Kim, Universität Chungnam, gemeinsam mit seinem Doktoranden Min Hong Seo, und Dr. Seung Chul Baik vom Forschungslabor des koreanischen Stahlunternehmens Pohang. Alle drei arbeiten mit je unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Gebiet der Herstellung ultrafeinkörniger nanostrukturierter Werkstoffe aus einem massiven Werkstoff. Das grobkörnige Ausgangsmaterial wird in einem Kanal um neunzig Grad umgelenkt. Hierbei tritt aufgrund der hohen Scherspannung eine extreme plastische Verformung auf, was zu Kornfeinung führt. "Bei mehrfacher Wiederholung dieses Vorgangs entwickelt sich das Gefüge schließlich zu einer nanoskaligen Struktur. Die genauen Mechanismen sind noch nicht bekannt. Sie sollen in unserem Forschungsprojekt experimentell und theoretisch untersucht werden", erklärt Professor Dr. Juri Estrin.

Nanostrukturierte Materialien, die aus Nanopulvern auf dem Wege des Sinterns hergestellt werden, weisen eine Restporosität auf, welche das gewünschte Eigenschaftsprofil, insbesondere die Festigkeit, negativ beeinflusst. Eine Nanostruktur, die in einem massiven Werkstoff eingestellt wird, ist porenfrei. Außerdem erhofft man sich eine bessere Umformbarkeit der auf diesem Wege erzeugten Nanomaterialien. Professor Dr. Hyoung Seop Kim führte gemeinsam mit seinem Doktoranden Ming Hong Seo Computersimulationen und Experimente zur extremen plastischen Verformung durch. Sie werden nun in Clausthal mit Dr.-Ing. Ralph Hellmig vom Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik fortgesetzt. Dr.-Ing. Hellmig hat die Herstellung ultrafeinkörniger Werkstoffe aus Kupfer erprobt, demnächst sollen Versuche an Magnesium folgen.

Dr. Seung Chul Baik ist mit einem Stipendium des Landes Niedersachsen für 18 Monate zu Gast an der TU Clausthal. Im Rahmen seines Aufenthaltes wird er auch für drei Monate ein Praktikum bei der Salzgitter AG absolvieren. So erhofft sich das Land Niedersachsen, hochkarätige Wirtschaftskontakte anzustoßen. Dr. Baik wird sich in seinem Forschungsvorhaben an der TU Clausthal insbesondere mit der Textur nanokristalliner Werkstoffe befassen. Unter dem Begriff Textur versteht man eine bevorzugte Orientierung der Kristallite in einem Vielkristall, welche eine Richtungsabhängigkeit der mechanischen und physikalischen Eigenschaften mit sich bringt. Im Vordergrund seines Forschungsprojekts steht die Anwendung extremer plastischer Verformungen in der Stahlindustrie.

Weitere Informationen:
Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik

Prof. Dr. rer. nat. habil. J. Estrin
Agricolastraße 6 , D-38678 Clausthal-Zellerfeld
Telefon: +49-5323-72 2004
E-Mail: juri.estrin@tu-clausthal.de
Telefax: +49-5323-72 31 48

Dr.-Ing. Dipl.-Phys. R. J. Hellmig
Agricolastraße 6, D-38678 Clausthal-Zellerfeld
E-Mail: ralph.joerg.hellmig@tu-clausthal.de
Telefon: +49-5323-72 21 71
Telefax: +49-5323-72 31 48

Jochen Brinkmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.iww.tu-clausthal.de/menu-de.html

Weitere Berichte zu: Verformung Werkstoffkunde Werkstofftechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon
21.02.2018 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

nachricht Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?
20.02.2018 | Hohenstein Institute

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics