Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bremer Projekt zur umweltschonenden Produktion

18.07.2001


Das Institut für Umweltverfahrenstechnik der Bremer Uni hat jetzt gemeinsam mit dem Faserinstitut Bremen einen Forschungsauftrag des BMBF erhalten. Gefördert wird das Projekt vom BMBF mit vier Mio. Mark. Ziel dabei ist, neues biotechnologischen Wissen in ein nachhaltiges Produktionsverfahren umzusetzen, um so aus hochwertigen Naturfasern neue Materialien herzustellen.

Das Institut für Umweltverfahrenstechnik (IUV)) der Universität Bremen hat jetzt gemeinsam mit dem Faserinstitut Bremen e.V. (FIBRE) einen Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms "Nachhaltige BioProduktion" erhalten. Das Projekt mit dem Titel: "Neues nachhaltiges Produktionsverfahren zur Herstellung innovativer Materialien für technische Anwendungen und Textilien mittels biotechnologischer Modifikation von Naturfasern" umfasst ein Finanzvolumen von fünf Millionen Mark, von denen 80 Prozent vom BMBF übernommen werden. Unter der Leitung von Professor Norbert Räbiger (IUV) und der Projektkoordinierung durch das Faserinstitut Bremen werden sechs privatwirtschaftliche Unternehmen und vier Institute der Universitäten Bremen, Hamburg und Hamburg-Harburg interdisziplinär kooperieren.

Der Bremer Antrag wurde im Zusammenhang mit der Initiative "Integrierte Produktpolitik" der Umweltminister der Europäischen Union gestellt. Der nachhaltigen Produktion kommt in der kommenden Umweltgesetzgebung in Europa eine große Bedeutung zu. Dem bisher nur wenig ausgeschöpften Potenzial an nachwachsenden Rohstoffen gilt hierbei der besondere Augenmerk. Für modifizierte Naturfasern aus Bastfaserpflanzen zum Beispiel bei der Herstellung von Naturfaserverbundwerkstoffen und im Textilbereich bestehen zukunftsweisendes Marktchancen.

Technisch müssen die Naturfaserbündel aufgeschlossen werden, um die Feinheit und gute Faserhaftung entscheidend verbessern zu können. Dies wird gegenwärtig durch chemischen Aufschluss und chemische Modifizierung versucht, wobei große Abwassermengen und starke Laugen anfallen und die Umwelt belasten. Die durch einen mechanischen Aufschluss erzielbare Feinheit und Dehnung der Fasern genügt den Qualitätsansprüchen der Bekleidungsindustrie nicht. Dem gegenüber ist durch eine Anwendung neuisolierter Biokatalysatoren zweierlei möglich: eine ressourcenschonende Herstellung von sehr feinen Faserbündeln und die bedarfsgerechte Modifikation der Oberflächeneigenschaften von Naturfasern. Diese bilden die Grundlage, um im textilen und technischen Bereich innovative Materialien (etwa ökologisch interessante Verbundwerkstoffe mit spezifischen Eigenschaften) entwickeln zu können.

Ziel des Bremer Projektes ist es, neues biotechnologischen Wissen in ein nachhaltiges Produktionsverfahren umzusetzen, um so aus hochwertigen Naturfasern (später auch aus Roh- und Abfallstoffen) neue Materialien herzustellen. Außerdem soll ein Kompetenznetzwerk aufgebaut werden, an dem das BMBF großes Interesse hat.

Dieses Ziel lässt sich nur durch die Bündelung von bio-, material- und produktionstechnischem Wissen verfolgen. Dadurch wird sicher gestellt, dass Ergebnisse der Grundlagenforschung an Hochschulen sehr schnell kleinen und mittelständische Unternehmen zur Verfügung stehen. Mit diesem Wissen können diese dann neue Produkte und Produktionen entwickeln. Das Bremer Verbundprojekt arbeitet deshalb mit zehn Partnern zusammen, davon fünf mittelständische Unternehmen aus der Biotechnologie, der Faser- sowie Textilherstellung und dem Anlagenbau.

Die Förderzusage des BMBF unterstreicht einmal mehr den innovativen Charakter und die Kompetenz der in Bremen ansässigen Forschungseinrichtungen in der anwendungsorientierten und praxisrelevanten Umweltverfahrenstechnik und Werkstofftechnik unterstrichen werden.

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.faserinstitut.de/
http://www.iuv.uni-bremen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon
21.02.2018 | Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.

nachricht Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?
20.02.2018 | Hohenstein Institute

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics