Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freie Fahrt auf stabilem Asphalt

25.06.2001



Ein elastisches Polymer verstärkt die Fahrbahndecke - Die Nachricht

Davon träumen Autofahrer: freie Fahrt in den Urlaub und keine Staus durch Baustellen. Gute und sichere Straßen sorgen für ein bequemes Reisen. Dieser Traum kann wahr werden mit einem neu entwickelten Asphalttyp aus den Labors der BASF. Mit ihm werden die Straßenbeläge stabiler und halten um die Hälfte länger, bevor sich gefährliche Spurrillen oder Risse bilden. Das Geheimnis des Super-Belags: ein elastisches Polymer, das in Form eines flexiblen Gitters den Asphalt im Innersten zusammenhält. Das Produkt mit dem Namen Butonalâ wird dem Asphalt in geringen Mengen beigegeben und verstärkt durch seine vernetzende Wirkung die Eigenschaften des Bitumens: Mineralgesteine und Sand, die übrigen Zutaten des Asphalts, werden fester miteinander verbunden. Die Fahrbahndecke wird deutlich witterungsbeständiger, robuster - und damit sicherer. Das haben jetzt auch Praxistests auf einem Streckenabschnitt der Autobahn A1 Trier Richtung Köln bewiesen.

... mehr zu:
»Asphalt »Bitum »Reparatur »Spurrille


Straßen werden belastbarer - Die Story

Alltag auf den Straßen und Autobahnen: Immer mehr Autos und Lkw’s sind in unserer "mobilen" Gesellschaft unterwegs. Das belastet - im wahrsten Sinne des Wortes - immer stärker unsere Straßen. Wie auf der Wiese ein Trampelpfad entsteht, so bilden sich in der Asphaltdecke gefährliche Spurrillen. Zwar müssen etliche Millionen Fahrzeuge über die Straße rollen, bis sich gefährliche Unebenheiten bilden.
Doch: wussten Sie, dass ein einziger 40 -Tonner die Asphaltdecke so stark wie 300 000 Pkw’s belastet? Der Schwerlastverkehr ist demnach eine der Hauptursachen für Straßenschäden. Darüber hinaus nagt die Witterung an der Straßendecke: Große Kälte macht den Asphalt spröde. Dringt dann noch Wasser ein, drohen Frostschäden. Anders im Sommer: In der Gluthitze eines Julitages heizt sich die grauschwarze Fahrbahn auf über 60 Grad Celsius auf. Der Belag wird weich, und die Räder graben um so leichter Spurrillen in den Asphalt.

Reparieren ist teuer, vorbeugen ist besser und vor allem sicherer. Am besten gelingt das mit intelligenter Chemie: "Wird Asphalt mit einem verbesserten Bitumen hergestellt, so können Haltbarkeit und Belastbarkeit der Straße bei Kälte oder hohen Temperaturen deutlich erhöht werden", erklärt Jose Torres-Llosa von der BASF und verweist auf den neuen Asphalttyp. Das große Plus des Super-Belags: Er ist vielseitig verwendbar. Im Straßenneubau kann man ihn für die obere Binder- und Deckschicht der Fahrbahn einsetzen. Nur millimeterdünn, als Emulsion aufgetragen, ist er auch für Reparaturen verwendbar. So lassen sich schnell Unebenheiten wie Spurrillen ausgleichen und Ermüdungsbrüche beheben.


Höheres Bindevermögen des Bitumen - Der Hintergrund

Es ist schwarz und klebrig zäh: Kein anderes Material vermag Gesteinssplitter und Sand so fest zu Asphalt zu verbinden wie Bitumen. Als Rückstand der Kraftstoff- und Ölproduktion bleibt Bitumen in den Raffinerien übrig: ein Rohstoff für den Straßenbau, der im Asphalt gerade mal sechs bis sieben Prozent ausmacht. Seine Bindewirkung lässt sich noch einmal deutlich steigern, wenn man dem Bitumen ein vernetzendes Polymer zugibt. Butonal der BASF verbessert das Bitumen derart, dass eine damit hergestellte Asphaltdecke stabiler wird - und das sogar in einem größeren Temperaturbereich.

Butonal verbessert die Gebrauchseigenschaften des Bitumens - für jede Anwendung im Straßenbau: sei es als Bitumenemulsion für Reparaturen oder als Heißasphalt für den Straßenneubau. Kommt die Bitumenemulsion mit Mineralgestein in Kontakt, so entsteht spontan ein geschlossener Film. Eine Zugabe von Butonal verstärkt nicht nur das Bindevermögen dieses Bitumenfilms, sondern erhöht im Asphalt auch dessen Haftung auf deihn für die obere Binder- und Deckschicht der Fahrbahn einsetzen. Nur millimeterdünn, als Emulsion aufgetragen, ist er auch für Reparaturen verwendbar. So lassen sich schnell Unebenheiten wie Spurrillen ausgleichen und Ermüdungsbrüche beheben.


Vorausschauende Wartung - Die Perspektiven

Die längere Lebensdauer der Fahrbahn durch die Asphaltmodifizierung rechtfertige die Investitionskosten, meint Jose Torres Llosa, der für die BASF dieses Geschäftsfeld bereits in den USA betreut hat. Das Unternehmen strebt mit der Asphaltmodifizierung nun auch auf den europäischen Markt. Auf einer Teststrecke der Autobahn A1 wurde kürzlich der Einsatz von Butonal im Asphalt für den Neubau und bei Reparaturen untersucht. Mit bestem Ergebnis: Der innovative Straßenbelag neigt deutlich weniger dazu, Spurrillen zu bilden, als die herkömmliche Variante. Das hat ein Untersuchungsbericht der Ingenieurgesellschaft für technische Analytik bescheinigt.

"Mit diesem positiven Ergebnis wollen wir den polymermodifizierten Asphalt, der in den USA schon standardmäßig verwandt wird, auch hierzulande stärker vermarkten", erklärt Johannes Türk, BASF-Marketingexperte für Dispersionen.

Und noch ein weiterer Trend kommt aus den USA: "Immer wichtiger wird der Aspekt der vorbeugenden Instandsetzung", erläutert Torres-Llosa. Gleich nach Auftreten erster Risse und Ablösungen von Asphalt können größere Straßenschäden durch eine leichte Reparatur vermieden werden. Für diese millimeterdicken Ausbesserungen sind besonders Bitumenemulsionen geeignet. So ergebe sich das Potenzial, durch die Investition einer einzigen Reparatur-Mark etwa 10 Mark für die vermiedene Straßensanierung einzusparen. Sicherer und bequemer fahren und dabei Geld sparen - darauf fährt sicher nicht nur Finanzminister Eichel ab.

Cordelia Krooß | Pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: Asphalt Bitum Reparatur Spurrille

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Quantenanomalien: Das Universum in einem Kristall
21.07.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Projekt »ADIR«: Laser bergen wertvolle Werkstoffe
21.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Heilpflanze Arnika ist in Norddeutschland genetisch arm dran

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie