Materialwissenschaften

Klebstoffe für tragende Holzbauteile

Um die Haltbarkeit von Klebeverbindungen tragender Holzbauteile beurteilen zu können gibt es nun ein komplettes Normenwerk für die Prüfung der Klebstoffe. Sie finden sich in der neuen mehrteiligen ÖNORM EN 302.

Mit Hilfe der einzelnen Teile dieser Norm können die folgenden Eigenschaften überprüft werden:

• Bestimmung der Längsscherfestigkeit von Klebstoffverbindungen (Teil 1): Dabei wird eine einzelne Überlappung von zwei rechteckigen Holzverbindungen aus Buche mit dünnen und dicken Klebstofffugen durch eine Längszugkraft zum Bruch gebracht.

• Bestimmung der Beständigkeit von Klebstoffverbindungen gegen Delaminierung (Teil 2). Dieses Prüfverfahren dient hauptsächlich der Ermittlung von Leistungswerten für die Klassifizierung von Klebstoffen für tragende Holzbauteile entsprechend ihrer Eignung zum Einsatz unter bestimmten klimatischen Bedingungen.

• Bestimmung des Einflusses von Holzfaserschädigung auf die Festigkeit der Klebstofffugen (Teil 3). Damit kann vor allem festgestellt werden, ob der Klebstoff nach der Aushärtung infolge chemischer Vorgänge schädigenden Einfluss auf die Festigkeit des Holzes hat.

• Bestimmung des Ausmaßes, mit dem Holzschwindung unter Trocknungsbedingungen eine Klebverbindung schwächen wird (Teil 4). Dieses Verfahren hilft beim Nachweis, ob der Klebstoff in der Lage ist, den mechanischen Spannungen infolge Holzschwindung ohne unan-nehmbaren Festigkeitsverlust standzuhalten.

• Bestimmung der Mindestpresszeit von Klebstoffen (Teil 6). Dieses Dokument dient dazu, die Mindestpresszeiten von Klebstoffen auf einer zuverlässigen Grundlage zu vergleichen.

• Bestimmung der Gebrauchsdauer mit Hilfe einer Viskositätsprüfung (Teil 7): Damit lassen sich Klebstoffe auf einer zuverlässigen Grundlage vergleichen.



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