Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Trend zur Polycarbonat-Verscheibung im Automobil setzt sich fort

24.08.2004


Aus dem transparenten Polycarbonat besteht der rund ein Quadratmeter große vordere Teil des Panoramadaches, der an das hintere Glasdach angrenzt. Der Kunststoffbereich des Daches wurde von der in Schwaikheim nahe Stuttgart ansässigen freeglass GmbH & Co. KG in Kooperation mit Bayer MaterialScience und smart entwickelt. „Für die Umsetzung des kompletten vorderen Sonnendachmoduls in Kunststoff sprach neben der hohen Steinschlagfestigkeit des Polycarbonates vor allem die deutliche Gewichtseinsparung. So ist die gesamte Baugruppe um etwa sechs Kilogramm leichter als eine vergleichbare konventionelle Lösung mit Glas.



Dadurch liegt der Fahrzeugschwerpunkt tiefer, was zu einem besseren Fahrverhalten des Kleinwagens führt“, erklärt Dr. Martin Döbler, Experte bei Bayer MaterialScience. Eine weitere Gewichtsersparnis steuern die hinteren festen Seitenfenster bei. Sie sind wie bei früheren smart-Modellen ebenfalls aus Makrolon® gefertigt. Das Panoramadach ist ein Bauteil aus zwei Komponenten, das in einem Wendeplattenwerkzeug durch einen kostengünstigen Zwei-Komponenten-Spritzgießprozess mit anschließender Kratzfestlackierung gefertigt wird.



Das Verkleben des Daches aus Polycarbonat mit dem Autodachrahmen aus Stahl war eine große konstruktive Herausforderung. Denn Polycarbonat hat im Vergleich zu Stahl einen mehr als fünfmal größeren Ausdehnungskoeffizienten. „Die Kunst bestand darin, die Kleberaupe so über das Bauteil zu ziehen, dass es sich bei Hitze und Kälte gleichmäßig verformt und keine sichtbaren Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche auftreten“, so Frank Schiemann, Key Account Manager bei Bayer MaterialScience. Um die ideale Lage der Klebstoffraupe zu ermitteln, führte Bayer MaterialScience daher umfangreiche CAE-Simulationen durch, die unter anderem auch die Elastizität des Klebstoffes bei extremen Umwelttemperaturen berücksichtigten.

Die hinteren festen Seitenscheiben aus Makrolon® 2607 weisen gegenüber ihren Vorgängern in früheren smart-Modellen ein Novum auf. So sind auch die Führungsschienen für die benachbarten beweglichen Seitenscheiben aus dem Polycarbonat gefertigt. Die Seitenscheibe und die integrierte Führungsschiene werden dabei in einem Arbeitsgang per Spritzguss hergestellt. Außerdem wird auch die Gummidichtlippe mit angespritzt. Dadurch verringert sich der Aufwand bei der Folgemontage, was eine spürbare Kostenreduktion mit sich bringt.

Der Trend zu mehr Polycarbonat-Verscheibungen im Automobil wird sich Bayer-Experten zufolge weiter fortsetzen. Gründe hierfür sind neben den größeren Gestaltungsfreiheiten gegenüber Glas vor allem die Chancen zur Gewichtsreduktion.

Bayer MaterialScience AG
Herr Dr. Sven Gestermann
Tel.: +49 (0)214-30-32885
Fax: +49 (0)214-30-66426
D-51368 Leverkusen

Dr. Sven Gestermann | NeMa-News
Weitere Informationen:
http://www.bayermaterialscience.com
http://www.neuematerialien.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen
19.10.2017 | Forschungszentrum Jülich, Jülich Centre for Neutron Science

nachricht Was winzige Strukturen über Materialeigenschaften verraten
19.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise