Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch: Synthetische Nanoröhren und Nanofäden auf Mineralbasis

29.01.2004


Erstmals ist es Wissenschaftlern am Institut für Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaft der Universität Leipzig gelungen, Nanoröhren und Nanofäden komplexer Metallsulfide auf der Basis von Nanomineralen herzustellen. Auf Grund ihrer variablen strukturellen, chemischen und physikalischen Eigenschaften sollen entsprechende Syntheseprodukte für unterschiedliche Anwendungsbereiche zur Verfügung gestellt werden.

Die neuartigen Nanoröhren und Nanofäden, die auch als "geonische" Materialien bezeichnet werden, sollen in Dicke bzw. Wandstärke nanodimensionale und in der Längsausdehnung möglichst mikrodimensionale Größen aufweisen. Die Verbindungen gehören zur Gruppe halbleitender und weniger häufig auch magnetischer komplexer Sulfide. Sie zeichnen sich kristallstrukturell im wesentlichen durch Ketten und Blöcke mit unterschiedlichen Metallordnungen aus, die die physikalischen Eigenschaften beeinflussen.

Wie der Projektleiter Prof. Dr. Klaus Bente mitteilt, beruht die Arbeitsstrategie auf bisherigen Forschungsergebnissen extrem seltener natürlicher Nanofäden. Für die Synthese entsprechender Nanoröhren und zu Mikroringen verwobener Nanofäden werden Ausgangsmaterialien synthetischer Vorprodukte und von Mineralen eingesetzt. Sie werden chemisch hochauflösend, mittels Röntgenbeugungsmethoden und der Elektronenmikroskopie sowie hinsichtlich ihrer physikalischen und insbesondere Quanteneffekte untersucht.

Die Forschungsarbeiten am Institut für Mineralogie werden innerhalb der DFG-Forschergruppe "Architektur von nano- und mikrodimensionalen Strukturelementen" (Sprecher: Prof. Dr. Marius Grundmann) durchgeführt, in der Spezialisten aus der anorganischen Chemie, der Experimentalphysik, der Mineralogie, dem Leibnitz Institut für Oberflächenmodifizierung (IOM) sowie aus dem Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften kooperieren. Die Forschergruppe widmet sich unterschiedlichen Materialien wie Silizium (Si), Siliziumoxid (SiO2), Perowskiten (Metalloxide mit besonderer Zusammensetzung und Kristallstruktur), sogenannte AIII-BV- Verbindungen, Zinkoxid (ZnO) und Mineralanaloga wie der zu den Sulfosalzen zählende Kylindrit.

Gemeinsames Ziel ist es, Nanofäden und Nanoröhren durch Herstellung von 2- und 3-dimensionalen Architekturen in der Optoelektronik, Sensorik, Photovoltaik sowie in Transistoren und Resonatoren einzusetzen. Für diese Bereiche sollen die genannten Nanomaterialien maßgeschneidert werden.

Weitere Informationen:


Prof. Dr. Klaus Bente
Telefon: 0341 - 97-3 62 50


E-Mail: bente@rz.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~minkrist/

Weitere Berichte zu: Mineralbasis Mineralogie Nanofäden Nanoröhre Synthetisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate
06.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe

06.12.2016 | Geowissenschaften

Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate

06.12.2016 | Materialwissenschaften