Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft
Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Home Fachgebiete Materialwissenschaften Nachricht

Hochleistung mit Keramik

nächste Meldung
04.09.2003

Anzeige


Die kleine thermooptische Messanlage TOMMI bestimmt während des Sinterns berührungsfrei die Veränderungen von Form und Größe der Keramik - hier an einer zylindrischen Probe. © Fraunhofer ISC


Filtermodul mit keramischen Flachmembranen. © Fraunhofer IKTS


Keramik für alle Gelegenheiten: Der hitze- und verschleißfeste Werkstoff erobert immer neue Nischen. Eingebaut in Pumpen, Turbinen, Gasbrenner oder Wasserfilter verlängert Hochleistungskeramik die Lebenszeit und Qualität der Produkte. Wie sich Keramik optimal an die gewünschte Funktion anpassen lässt, zeigen Wissenschaftler am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft auf der Messe ceramitec in München (16. bis 20. September, Halle A1, Stand 438).

"Keramik wird mittlerweile in allen Branchen eingesetzt - in der Medizintechnik genauso wie in der Umwelt-, Produktions- oder Motortechnik", sagt Dr. Reinhard Lenk, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS. "Die Herausforderung liegt darin, die Keramik an die jeweiligen Funktionen optimal anzupassen. Hier arbeiten die Fraunhofer-Institute im Verbund Hochleistungskeramik eng zusammen." Die Kompetenzen der beteiligten Institute reichen von der Modellierung und Simulation über die anwendungsorientierte Werkstoffentwicklung, die Fertigung und Bearbeitung von keramischen Komponenten, bis hin zur Bauteilcharakterisierung, Bewertung und zerstörungsfreien Prüfung unter Einsatzbedingungen.

Speziell für die Prozess- und Strukturoptimierung keramischer Werkstücke haben die Ingenieure vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC ein Gerät entwickelt, das den Sinterprozess kontrolliert. TOMMI - eine kleine thermooptische Messanlage - ist das erste kommerziell verfügbare Gerät, das während des Brennvorgangs berührungslos die Formveränderung des Bauteils bestimmen kann. Eine Kamera zeichnet das Bild des Bauteils auf, eine spezielle Messsoftware registriert in kurzen zeitlichen Intervallen die Höhe und Breite. Dabei wird eine Auflösung von zwei Mikrometern erreicht. TOMMI benötigt keine spezielle Bauteilgeometrie und kann simultan zur Form- auch die Gewichtsänderung von Proben bestimmen.

Ein neues Verfahren zur kostengünstigen Fertigung von keramischen Membranen zeigt das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS. Eine Foliengießanlage produziert im ersten Schritt dünne, verformbare keramische Grünfolien, die aus einer Stütz- und einer Membranschicht bestehen. Bei der anschließenden Strukturierung läuft die Folie über eine beheizbare Trommel mit gewellter Oberfläche. Ein bewegliches Faltwerkzeug drückt die Folie in die Wellentäler hinein, ohne das empfindliche Material mit Zugspannungen zu belasten. Schließlich wird die strukturierte Folie mit einer flachen zweiten Folie verbunden. Das Ergebnis ist eine keramische Membran, mit der hochleistungsfähige Mikro- und Ultrafiltrationsanlagen zur Reinigung von Abwässern oder zur Wasseraufbereitung bestückt werden. "Mit dem neuen Material- und Fertigungskonzept lassen sich keramische Membranen kostengünstig und in großer Stückzahl produzieren", so Reinhard Lenk.

Über das ganze technologische Spektrum der sieben Fraunhofer-Institute, die am Verbund Hochleistungskeramik beteiligt sind, kann sich der Besucher an einem Touchscreen-Terminal informieren. Hier findet er auch Hinweise auf die Exponate des Verbundes, die zeitgleich auf der Materialica 2003 in München am Gemeinschaftsstand der TASK GmbH, Halle B5, Stand 217, zu sehen sind.

Ansprechpartner:
Dr. Reinhard Lenk
Telefon 03 51 / 25 53-5 39, Fax -6 06, reinhard.lenk@ikts.fraunhofer.de

Fraunhofer-Verbund Hochleistungskeramik
Winterbergstraße 28
01277 Dresden


Dr. Johannes Ehrlenspiel | Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen: www.hochleistungskeramik.fraunhofer.de
www.ceramitec.de
www.fraunhofer.de/presseinfo

Weitere Berichte zu: Folie Keramik Membran

nächste Meldung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Developing 'green' tires that boost mileage and cut carbon dioxide emissions
20.11.2009 | American Chemical Society

nachricht Hochschul-Institute entwickeln im Sonderforschungsbereich Alternativen zu umweltbelastenden Schmierstoffen
20.11.2009 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften >>>

Anzeige

B2B Suche

Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

Aktuell

Elektronischer Fingerabdruck schützt RFID-Tags

20.11.2009 | Informationstechnologie

Handy verlangsamt das Straßenqueren

20.11.2009 | Studien Analysen

Scientists Unravel Evolution of Highly Toxic Box Jellyfish

20.11.2009 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks

Veranstaltungen

Gestalten und Bilden - eine Tagung zur Kreativitätsförderung

20.11.2009 | Veranstaltungsnachrichten

Multidisciplinary meeting on Urological Cancers aims to benefit cancer patients

20.11.2009 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Aufgabenverteilung zwischen Sparkassen und Landesbanken

20.11.2009 | Veranstaltungsnachrichten

Live-Mitschnitte, Interviews und Hintergründe von den Meinungs-
führern aus Politik und Wirtschaft jetzt auf www.euroforum.tv