Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neutronendiffraktion zur Prüfung polykrystalliner Werkstoffe

02.09.2003


Die Werkstoffprüfung spielt eine wichtige Rolle in den verschiedensten Industriezweigen, da ein Verständnis für die Bindungs-, Leistungs- und Materialeigenschaften von Hybrid- und Verbundwerkstoffen unabdingbar ist. Das Institut für Kerphysik in der Tschechischen Republik hat eine neue, zerstörungsfreie Technik entwickelt, die bei der Prüfung komplexerer Materialeigenschaften gute Dienste leistet.


Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren zur Werkstoffprüfung, die jeweils bestimmte industrielle Anforderungen erfüllen müssen und in Bereichen von der Qualitätssicherung und -prüfung bis hin zur Forschung und Entwicklung eingesetzt werden. Die Entwicklung aus Tschechien bietet vielfältige Standard-Prüffunktionen, ermöglicht aber darüber hinaus auch einige weitere Prüfungen, die bislang nicht durchgeführt werden konnten. Die Entwicklung steckt im Neutronendiffraktionsverfahren, mit dem sich zahlreiche Werkstoffeigenschaften - insbesondere von polykristallinen Materialien - untersuchen lassen.

Polykristalline Materialien sind deshalb so schwierig zu überwachen oder zu prüfen, weil die kristalline Struktur, die ihre Topographie ausmacht, eine schwankende Orientierung aufweist. Diese zufällig veränderliche Orientierung kann nicht selten zu Ungenauigkeiten während der Prüfverfahren führen und den Zeitbedarf für die Prüfung erheblich nach oben treiben. Außerdem arbeiten die meisten der gängigen Verfahren nicht zerstörungsfrei und erfordern thermische Behandlungen. Das hier vorgeschlagene neue System ermöglicht mikro- und makroskopische Prüfungen, die Analyse von Materialermüdung, den Nachweis von Verformungen und Materialbeanspruchungen in polykristallinen Materialien und vieles mehr. Es ist in der Lage, Materialbeanspruchungen und thermisch induzierte Festkörper-Phasenübergänge, Phasenzusammensetzungen und Wechselwirkungen zwischen einzelnen Legierungs-Teilphasen - beispielsweise bei Shape-Memory-Legierungen - zu erfassen. Diese Aufzählung erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, macht aber die Vielfalt der Anwendungen deutlich, in denen dieses Verfahren eingesetzt werden kann.


Unbeeinflusst von Faktoren wie z.B. plastischer Verformung lassen sich damit phasenspezifische Materialbeanspruchungen und Schweißeinflüsse analysieren. Auch die Fähigkeit, Deformationen unter der Materialoberfläche aufzuspüren, machen das Verfahren zu einer attraktiven Technologie. Das Verfahren ist schnell, zuverlässig und genau. Es ist auch für Bereiche der Werkstoffprüfung geeignet, in denen zerstörungsfreie Standardverfahren bislang nicht einsetzbar waren, und bietet sich daher für ein breites Spektrum von Prüfaktivitäten an. Industriezweige wie Luftfahrt, Automobiltechnik, Bauwesen und Maschinenbau dürften großes Interesse an dieser Anwendung zeigen, auch wenn sich die Technologie erst im Stadium des Labor-Prototypen befindet.


Kontakt:

SKARKA, Martin (Mr.)

Technology Centre AS CR
Rozvojova 135,
165 02
Prague 6
CZECH REPUBLIC
Tel: +420-220-390-726
Fax: +420-2-209-22-698
E-Mail: skarka@tc.cas.cz

| ctm
Weitere Informationen:
http://www.tc.cas.cz
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1188&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Studie InLight: Einblicke in chemische Prozesse mit Licht
22.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Eigenschaften von Magnetmaterialien gezielt ändern
16.11.2016 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

UTSA study describes new minimally invasive device to treat cancer and other illnesses

02.12.2016 | Medical Engineering

Plasma-zapping process could yield trans fat-free soybean oil product

02.12.2016 | Agricultural and Forestry Science

What do Netflix, Google and planetary systems have in common?

02.12.2016 | Physics and Astronomy