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Bayer Polymers, ein Unternehmensbereich der Bayer AG, bietet für Karosserieteile von Automobilen nun auch eine leitfähige Variante des kürzlich entwickelten Online-lackierbaren Polyamid-ABS-Blends an.
"Mit Triax® TP 3161 kann der Lackierprozess um einen Schritt verkürzt werden, weil sich der Einsatz Leitprimers erübrigt. Das ermöglicht zum Teil erhebliche Kosteneinsparungen bei Material, technischem Aufwand, Personal und Logistik", erklärt Thomas Malek, Manager für Karosserieaußenanwendungen im Business Development der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa). Großes Potential hat das neue Produkt vor allem bei Kotflügeln. Allein in Europa wird firmeninternen Prognosen zufolge der Bedarf an Thermoplasten für diese Anwendung von derzeit rund 8.000 Tonnen auf etwa das Doppelte bis 2010 steigen. "Von diesem Kuchen wollen wir uns ein großes Stück sichern", so Malek. Denkbar ist der Einsatz des neuen Blends auch bei der Fertigung von hinteren Seitenwänden. Zur Zeit startet Bayer Polymers mit der Vermarktung bei europäischen Systemlieferanten und Automobilherstellern. In den USA und im asiatisch-pazifischen Raum steht die Markteinführung kurz bevor.
Ebenso wie das nicht leitfähige Triax® DP 3155 weist der neue Werkstoff Triax® TP 3161 eine Reihe von Stärken auf, die ihn gegenüber Blends aus Polyphenylenoxid und Polyamid (PPO/PA) - den einzigen bisher im Markt etablierten Thermoplasten für Karosserieteile - auszeichnen. Besonders hervorzuheben ist die mehr als doppelt so hohe Wärmeformbeständigkeit im Bereich von 180 bis über 200 °C (heat-sag-Test). "Sie sorgt dafür, dass die Bauteile die hohen Temperaturen von teilweise knapp über 200 °C in den Trocknungsöfen der kathodischen Tauchlackierung überstehen", erläutert Malek. Sie können daher direkt an die Rohkarosse montiert werden und mit ihr die gesamte Lackierstraße "Online" durchlaufen.
Im spritzfrischen Zustand ist das Bayer Polymers-Material deutlich steifer als vergleichbare PPO/PA-Blends. Daher lassen sich Teile mit dünneren Wanddicken umsetzen, die ohne Verstärkungselemente auskommen. "Das ermöglicht erhebliche Gewichtseinsparungen - bei einem Kotflügel im Vergleich zu Stahl sogar um bis zu 50 Prozent", so Malek. Designer und Konstrukteure können dank der verglichen mit PPO/PA-Blends hohen Fließfähigkeit des Werkstoffs sehr anspruchsvolle Geometrien verwirklichen. Das gute Fließverhalten führt zu Bauteilen mit geringerer Eigenspannung und Verzugsneigung und erlaubt zudem den Einsatz einfach ausgelegter Spritzgießwerkzeuge - zum Beispiel mit wenigen Anspritzpunkten -, was sich günstig auf die Kosten auswirkt. Die thermische Längenausdehnung, die großen Einfluss auf die Spaltmaße zwischen benachbarten Baugruppen hat, ist ähnlich gut wie bei PPO/PA-Blends. Das elastische Verhalten führt im Vergleich zu Blech zu einem deutlich geringeren Risiko von Bagatellschäden.
Mit dem neuen Blend rundet Bayer Polymers seine Palette an Online-lackierbaren Kunststoffen weiter ab. In der Autoindustrie etabliert haben sich bereits die Polyurethan-RIM-Materialien Bayflex® 180/190. Sie eignen sich besonders für die Produktion kleiner und mittelgroßer Teileserien. Einsatzbeispiel sind die Kotflügel im VW Phaeton und VW Touareg. Außerdem bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Kunststoffsysteme für Karosseriebauteile an, die Inline oder Offline lackiert werden
Quelle: BayNews
Weitere Informationen: www.baynews.bayer.de
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