Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Online-lackierbarer Polyamid-ABS-Blend für Karosserieteile - Leitprimer überflüssig

28.07.2003


Bayer Polymers, ein Unternehmensbereich der Bayer AG, bietet für Karosserieteile von Automobilen nun auch eine leitfähige Variante des kürzlich entwickelten Online-lackierbaren Polyamid-ABS-Blends an.



"Mit Triax® TP 3161 kann der Lackierprozess um einen Schritt verkürzt werden, weil sich der Einsatz Leitprimers erübrigt. Das ermöglicht zum Teil erhebliche Kosteneinsparungen bei Material, technischem Aufwand, Personal und Logistik", erklärt Thomas Malek, Manager für Karosserieaußenanwendungen im Business Development der Region EMEA (Europe, Middle East, Africa). Großes Potential hat das neue Produkt vor allem bei Kotflügeln. Allein in Europa wird firmeninternen Prognosen zufolge der Bedarf an Thermoplasten für diese Anwendung von derzeit rund 8.000 Tonnen auf etwa das Doppelte bis 2010 steigen. "Von diesem Kuchen wollen wir uns ein großes Stück sichern", so Malek. Denkbar ist der Einsatz des neuen Blends auch bei der Fertigung von hinteren Seitenwänden. Zur Zeit startet Bayer Polymers mit der Vermarktung bei europäischen Systemlieferanten und Automobilherstellern. In den USA und im asiatisch-pazifischen Raum steht die Markteinführung kurz bevor.



Ebenso wie das nicht leitfähige Triax® DP 3155 weist der neue Werkstoff Triax® TP 3161 eine Reihe von Stärken auf, die ihn gegenüber Blends aus Polyphenylenoxid und Polyamid (PPO/PA) - den einzigen bisher im Markt etablierten Thermoplasten für Karosserieteile - auszeichnen. Besonders hervorzuheben ist die mehr als doppelt so hohe Wärmeformbeständigkeit im Bereich von 180 bis über 200 °C (heat-sag-Test). "Sie sorgt dafür, dass die Bauteile die hohen Temperaturen von teilweise knapp über 200 °C in den Trocknungsöfen der kathodischen Tauchlackierung überstehen", erläutert Malek. Sie können daher direkt an die Rohkarosse montiert werden und mit ihr die gesamte Lackierstraße "Online" durchlaufen.

Im spritzfrischen Zustand ist das Bayer Polymers-Material deutlich steifer als vergleichbare PPO/PA-Blends. Daher lassen sich Teile mit dünneren Wanddicken umsetzen, die ohne Verstärkungselemente auskommen. "Das ermöglicht erhebliche Gewichtseinsparungen - bei einem Kotflügel im Vergleich zu Stahl sogar um bis zu 50 Prozent", so Malek. Designer und Konstrukteure können dank der verglichen mit PPO/PA-Blends hohen Fließfähigkeit des Werkstoffs sehr anspruchsvolle Geometrien verwirklichen. Das gute Fließverhalten führt zu Bauteilen mit geringerer Eigenspannung und Verzugsneigung und erlaubt zudem den Einsatz einfach ausgelegter Spritzgießwerkzeuge - zum Beispiel mit wenigen Anspritzpunkten -, was sich günstig auf die Kosten auswirkt. Die thermische Längenausdehnung, die großen Einfluss auf die Spaltmaße zwischen benachbarten Baugruppen hat, ist ähnlich gut wie bei PPO/PA-Blends. Das elastische Verhalten führt im Vergleich zu Blech zu einem deutlich geringeren Risiko von Bagatellschäden.

Mit dem neuen Blend rundet Bayer Polymers seine Palette an Online-lackierbaren Kunststoffen weiter ab. In der Autoindustrie etabliert haben sich bereits die Polyurethan-RIM-Materialien Bayflex® 180/190. Sie eignen sich besonders für die Produktion kleiner und mittelgroßer Teileserien. Einsatzbeispiel sind die Kotflügel im VW Phaeton und VW Touareg. Außerdem bietet das Unternehmen maßgeschneiderte Kunststoffsysteme für Karosseriebauteile an, die Inline oder Offline lackiert werden

| BayNews
Weitere Informationen:
http://www.baynews.bayer.de

Weitere Berichte zu: Karosserieteil Leitprimer PPO/PA-Blends Polymer Triax

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein
15.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Fraunhofer IMWS testet umweltfreundliche Mikroplastik-Alternativen in Kosmetikartikeln
11.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics