Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Basilikum gegen gefährliche Krankheitserreger

16.06.2003


Internationale Forscher entwickeln keimresistente Lebensmittelverpackung



Ein internationales Wissenschaftsteam hat eine Kunststofffolie mit Basilikum-Beschichtung als hocheffiziente Lebensmittelverpackung konzipiert. Die Folie soll Lebensmittel gegen gefährliche Keime sichern. In ersten Tests zeigte die Folie bereits, wie effektiv sie die Lebensmittel vor diesen schützt und das, ohne sämtliche Nahrungsmittel aromatisch zu verändern, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner jüngsten Ausgabe.



Die neue Folie, die mit antimikrobiellen Substanzen, die aus Basilikum gewonnen werden, beschichtet ist, konnte zum Beispiel Cheddar-Käse eine Woche länger haltbar machen, berichten die Forscher des Technion Institute of Technology in Haifa und von der Victoria University in Melbourne bei einem Treffen von Lebensmittelverpackungsexperten in Spanien. Die beiden aktiven Substanzen aus der Gewürzpflanze sind Methylchavicol und der Alkohol Linalool. Beide organischen Moleküle wirken gegen acht bekannte Bakterien wie etwa E. coli und Listerien, indem sie die Zellwände zerstören. Das große Problem aktive Substanzen auf Verpackungsmaterialien zu bringen, besteht darin, dass diese auf die Polymerfilm aufgedampft werden müssen. Dabei werden sie aber meist zu stark erhitzt, so dass die positiven Effekte ausbleiben. Die Forscher haben das Problem so gelöst, indem sie die gesamte Verpackungshülle aus einem Mix von Polymeren herstellen.

Das Problem eine geeignete Folie zu konzipieren war nicht einfach, da die anti-mikrobiellen Eigenschaften in der Verpackungsinnenseite aktiv sein muss, nicht jedoch an der Außenseite. Ähnlich Versuche hatten japanische Forscher bereits unternommen. Wasabi, die grüne Krenpaste, die bei Sushi mitserviert wird, ist als hochwirksamer anti-mikrobieller Wirkstoff bekannt. Versuche Wasabi in der Verpackung zu verwenden scheiterten daran, dass sämtliche Nahrungsmittel den starken Geschmack annahmen. Die aus Basilikum gewonnenen Stoffe hingegen sind nicht so wasserlöslich wie die Krenpaste und veränderte daher auch nicht den Geschmack des Käses", erklärte Forschungsleiter Joseph Miltz, der auch überzeugt davon ist, dass Konsumenten das Derivat einer natürlichen Pflanze mehr schätzen als irgendwelche chemisch hergestellte Substanzen, die im Abbau möglicherweise gefährliche Verbindungen freisetzen. Dem hält Joseph Hotchkiss vom Department of Food Science an der Cornell University entgegen, dass natürliche Produkte ein größeres Marktpotenzial besitzen. Dass die Substanzen deshalb aber weniger gefährlich sind als chemische Stoffe, sei ein Unfug.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Basilikum Folie Krenpaste Nahrungsmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Stickoxide: Neuartiger Katalysator soll Abgase ohne Zusätze reinigen
23.10.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen
19.10.2017 | Forschungszentrum Jülich, Jülich Centre for Neutron Science

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit lernen und arbeiten: Rund 80 neue Nachwuchskräfte in der Friedhelm Loh Group

23.10.2017 | Unternehmensmeldung

50-jähriges Jubiläum bei der JULABO GmbH

23.10.2017 | Unternehmensmeldung

DATEV eG beauftragt tisoware

23.10.2017 | Unternehmensmeldung