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PET-Flaschen als qualitätsgerechte Lösung für die Lebensmittelverpackung

14.12.2000


Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV entwickelt das PET-Recycling technologisch und ökonomisch weiter. Neue Methoden der Qualitätssicherungsanalytik werden erarbeitet, damit Rezyklatproduzenten und
-anwender lebensmittelrechtlich und sensorisch einwandfreies PET-Material garantieren können.

PET-Getränkeflaschen ökonomisch und ökologisch zu optimieren, ist das Ziel eines neuen Forschungsprojektes am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising. Gleichzeitig wird dabei die Qualität des Füllgutes sowie die lebensmittelrechtliche Eignung sichergestellt.

Der Einsatz von Kunststoffflaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) setzt sich auf dem Getränkemarkt weiter durch. Bis zum Jahr 2005 wird ein Anstieg auf das Vierfache des heutigen Verbrauchs prognostiziert. Bei der bevorstehenden Mengenentwicklung werden traditionelle Recyclingmärkte die erhöhten Rezyklatmengen jedoch nicht mehr aufnehmen können.

Um dem entgegenzuwirken, entwickelt das Fraunhofer IVV im Rahmen des Forschungsprojektes das PET-Recycling technologisch und ökonomisch weiter. Die betrieblichen Parameter bestehender Prozesse sollen unter Berücksichtigung der lebensmittelrechtlichen Eignung des Rezyklats optimiert werden. Unter anderem eine Voraussetzung dafür, dass Rezyklate in Zukunft kostengünstiger produziert werden können und zugleich der Kreislauf von Flasche zu Flasche geschlossen werden kann.

Neuartige Additive, Polymerblends, Flascheneinfärbung oder Multilayer-Strukturen bei den PET-Verpackungen erfordern eine Anpassung der bestehenden Recyclingprozesse. Damit Rezyklatproduzenten und


-anwender auch vor diesem Hintergrund lebensmittelrechtlich und sensorisch einwandfreies PET-Material garantieren können, werden neue Zertifizierungskriterien und Methoden für die Qualitätssicherungsanalytik erarbeitet und validiert.

Im Vergleich zu vielen anderen Verpackungskunststoffen ist PET relativ inert. Aus heutiger Sicht gelten die etablierten Prüfverfahren zur lebensmittelrechtlichen Konformitätsbewertung von Bedarfsgegenständen aus PET als überholt. Das Fraunhofer IVV möchte die konventionellen und aufwendigen Prüfverfahren zur lebensmittelrechtlichen Konformität durch neue und gleichzeitig kosten- und zeitsparende Verfahren ersetzen. In Bezug auf mögliche Qualitätsverbesserungen sollen sie klarere Aussagen liefern.

Acetaldehyd - ein Abbauprodukt von PET - hat bisher die sensorischen Eigenschaften vor allem von Mineralwasser in PET-Flaschen beeinträchtigt. Durch neue Verarbeitungsmethoden bzw. Additive ist es gelungen, die Geschmacksneutralität von PET-Flaschen zu verbessern. Dies erfordert eine Qualitätssicherungsanalytik, die das leichtflüchtige Acetaldehyd schnell und sicher bestimmen kann.

Das Forschungsprojekt lief im August 2000 an und wird in enger Kooperation mit Industrieunternehmen und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführt. Die Industrie stellt die von ihr entwickelten PET-Materialien mit neuen Eigenschaften, wie z.B. Sauerstoffbarriereschichten, Lichtschutz usw. zur Verfügung. Sowohl für den Einweg-Einsatz als auch im Bereich des Mehrwegsystems werden Möglichkeiten gesucht, das Material weiter zu verbessern, d.h. Wechselwirkungen mit dem Füllgut zu vermeiden. Das Fraunhofer IVV wird die PET-Materialien chemisch-analytisch und sensorisch bezüglich ihres Inertheitsverhaltens im Vergleich zu einem Standardmaterial prüfen und bewerten. Anhand der Messdaten soll es beispielsweise in Zukunft möglich sein, Schichten von Multilayer-Flaschen zu minimieren und damit Material einzusparen.

Am Projekt sind folgende Firmen beteiligt:
Genossenschaft Deutscher Brunnen e.G., Bonn
PETCYCLE E.A.G., Bad Neuenahr-Ahrweiler


Rexam PETainer GmbH, Recklinghausen
Tetra Pak GmbH, Darmstadt
VMH Mineral- und Heilquellen GmbH & Co. KG, Rosbach.

Fachlicher Ansprechpartner am Fraunhofer IVV ist
Dr. Frank Welle, Giggenhauser Straße 35, 85354 Freising, Tel. 08161/491-724, Fax -777, E-Mail:welle@ivv.fhg.de.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Karin Agulla | idw

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