Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunststoffbauteile aus der Mikrowelle?

28.03.2001


Neue Möglichkeiten bei Reparatur und Recycling von Bauteilen


Neues Forschungsprojekt der Kunststofftechniker an der Universität Paderborn: Demnächst Kunststoffbauteile aus der Mikrowelle? Völlig neue Möglichkeiten bei Reparatur und Recycling von Bauteilen - 400.000 DM Fördermittel

Kontakt: Dipl.-Ing. Odo Karger, Universität Paderborn, Fachbereich Maschinentechnik, Tel.: 05252-60-2234, Fax: -60-3821, karger@ktp.uni-paderborn.de, www.KTPweb.de

Am Institut für Kunststofftechnik im Fachbereich Maschinentechnik (KTP) der Universität Paderborn befasst sich ein neues Forschungsprojekt mit dem Mikrowellenschweißen von Kunststoffen. "Schwerpunkt ist die Charakterisierung verschiedener Kunststoffe und Füllstoffe für ihre Eignung zum Einsatz im Bereich des Mikrowellenschweißens", so Dipl.-Ing. Odo Karger, einer der Experten am Institut. Das Schweißen von Kunststoffen mittels Mikrowelle steht in Konkurrenz zu einer ganzen Reihe von herkömmlichen Schweißverfahren.

Die Verwendung von Mikrowellengeräten ist heute aus dem Haushalt kaum noch wegzudenken, ob beim Aufbacken der Tiefkühlpizza oder dem Aufwärmen der Reste von Gestern. Was kaum jemand weiß: Die Mikrowelle hat auch in der Industrie ihren Platz. Neben dem bewährten Einsatz in der Lebensmitteltechnik stellt das Erwärmen und Schweißen von Kunststoffen mit Mikrowellenstrahlung eine interessante neue Anwendung dar, mit der sich das Institut für Kunststofftechnik jetzt befasst.

"Kunststoffe in der Mikrowelle schweißen? Das geht doch gar nicht, denkt so mancher", meint Odo Karger, "schließlich ist Mikrowellengeschirr auch aus Kunststoff und das wird in der Mikrowelle nicht warm!" Soweit richtig, aber, so Karger: "Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff! Neben den für Mikrowellengeschirre verwendeten Materialien gibt es andere Kunststoffe, die sich hervorragend in der Mikrowelle erwärmen lassen. Für eben diese Materialien kann das Mikrowellenschweißen eingesetzt werden. Aber auch die eigentlich nicht geeigneten Werkstoffe wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) können z.B. durch Zumischen von Metallpulvern u.a. brauchbar gemacht werden. Eine mögliche Anwendung für das Mikrowellenschweißen liegt im Schweißen von Rohrleitungen für Reinstmedien z.B. im Bereich der Mikroprozessorfertigung."

Die neue Technik bietet einen entscheidenden Vorteil: Da die Mikrowellenstrahlung frei abgestrahlt werden kann, erlaubt sie das Erwärmen der Teile auch an unzugänglichen Stellen. Durch die Verwendung von nicht im Mikrowellenfeld erwärmbaren Kunststoffen zusammen mit erwärmbar gemachten Materialien wird eine gezielte Erwärmung nur in dem Bereich des modifizierten Materials möglich. Besonders interessant erscheint dies für Schweißungen im Inneren von Behältern. Darüber hinaus ermöglicht die Verwendung eines solchen Zusatzwerkstoffes das erneute Erwärmen und damit die Trennung der Schweißnaht. Dies eröffnet in Hinblick auf die Reparatur und das Recycling von Bauteilen völlig neue Möglichkeiten.

Von der Vorstellung, Kunststoffteile im Mikrowellenofen aus dem Haushaltswarenladen zu schweißen, muss man sich allerdings verabschieden. Für das Schweißen von Kunststoffen sind Anlagen erforderlich, die sich deutlich von diesen Geräten unterscheiden. Sie müssen i.d.R. speziell für den jeweiligen Anwendungsfall konzipiert werden. Das Projekt wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschung (AiF) mit einer Summe von 403.000 DM gefördert.

Kontakt: Tel.: 05252-60-2234, Fax: -60-3821, karger@ktp.uni-paderborn.de, Internet: www.KTPweb.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Tibor Werner Szolnoki | idw

Weitere Berichte zu: KTPweb Kunststoff Mikrowelle Mikrowellenschweißen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Europäisches Exzellenzzentrum für Glasforschung
17.03.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Vollautomatisierte Herstellung von CAD/CAM-Blöcken für kostengünstigen, hochwertigen Zahnersatz
16.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise