Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transparente Scheibenheizung

13.11.2000


Die In-Line-Sputteranlage Leybold A 700 V

beschichtet Scheiben bis zu 0,6 Meter x 1 Meter Größe. Im

Vordergrund der Ein- und Ausgabebereich, Gesamtlänge der Anlage: 8,8

Meter. © Fraunhofer IST


Der Winter steht vor der Tür. Ein Übel der kalten Jahreszeit sind beschlagene und zugefrorene Autoscheiben. Fraunhofer-Forscher entwickelten ein Verfahren, mit dem sie transparente und leitfähige Schichten
herstellen können - die ideale Scheibenheizung.

Allüberall werben Reifenhändler für neue Winterreifen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die nasse und kalte Jahreszeit mit Riesenschritten heraneilt. Mit sich bringt sie zugefrorene, kaum frei gekratzte und beschlagene Autoscheiben. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig entwickelten ein Verfahren, mit dem sie transparente und leitfähige Oxidschichten herstellen können - die ideale Scheibenheizung.

Der Trick: Die Forscher kombinieren mittelfrequentes Magnetronsputtern mit einer chemischen Reaktion. Das Glassubstrat wird in einem Reaktor aufgeheizt und beschichtet. Beim Magnetronsputtern schießen beschleunigte Edelgasionen wie beim Billard Atome aus einer Zink-Aluminium-Platte heraus. Die Metallatome lagern sich im Vakuum auf dem Substrat ab. Damit diese Schicht leitfähig und durchsichtig wird, muss das Zink oxidieren. Die Aluminiumatome verbinden sich dabei mit den Zinkatomen. »Gerade arbeiten wir daran, Frontkontakte für Dünnschichtsolarzellen herzustellen«, kommentiert Dr. Bernd Szyszka vom IST. »Aber auch für Flachbildschirme oder elektrisch schaltbare Architekturgläser werden transparente und leitfähige Schichten benötigt.« Dabei kam den Forschern die Idee mit den Autoscheiben. »Voraussetzung für den Einsatz dieser Schichtsysteme ist die in den nächsten zwei bis vier Jahren geplante Umstellung der Netzspannung in Autos von bisher 12 auf 24 oder gar 42 Volt. Damit lässt sich die Elektronik für die Fahrzeuge insgesamt besser auslegen«, erläutert Dr. Szyszka weiter. »Technisch können die Schichten auch bei der niedrigen Spannung arbeiten. Doch die Fertigungskosten sind dann extrem hoch. Bei höheren Spannungen genügen dünnere Beschichtungen, die wesentlich günstiger hergestellt werden können.«

Vorteil des IST-Verfahrens: Es läuft äußerst stabil und die Schichten können schnell und kostengünstig aufgebracht werden. In einer industrietauglichen Anlage beschichten die IST-Forscher derzeit Glassubstrate in Größen bis zu 0,6 Meter x 1 Meter.

Ansprechpartner:
Dr. Bernd Szyszka
Telefon: 05 31/21 55-6 41
Telefax: 05 31/21 55-9 00
E-Mail: szyszka@ist.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Autoscheibe Magnetronsputtern Scheibenheizung Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Der gestapelte Farbsensor
17.11.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Gefragtes Werkstoff-Knowhow: Fraunhofer LBF baut Elastomer-Forschung aus
16.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte