Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue hoch kriechbeständige Magnesiumlegierungen entwickelt

15.11.2000


Dr.-Ing. Frank von Buch gelang es in seiner am Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik der TU Clausthal angefertigten Dissertation hoch kriechbeständige Magnesiumlegierungen
(Magnesium-Scandium-Mangan) zu entwickeln. Sie sind auch noch bei 350 Grad Celsius kriechbeständig. Ihre Kriechgeschwindigkeit liegt um zwei Zehnerpotenzen unter denen der leistungsstärksten herkömmlichen Magnesiumlegierungen.

Politik und Öffentlichkeit fordern: Ressourcen schonen, Primärenergieträger sparsam verwenden! So können - mit leichteren Autos, die weniger Sprit verbrauchen - Schadstoffemissionen gesenkt werden. Magnesiumlegierungen haben ein geringes spezifisches Gewicht, sind gut be- und verarbeitbar und können recycelt werden. Ihr (bisheriger) technischer Pferdefuß: Eine mangelhafte Kriechbeständigkeit, geringe Verformbarkeit und Anfälligkeit gegenüber Korrosion.

Hier schafft die nun von der Eberhard-Schürmann-Siftung ausgezeichnete Dissertation von Dr.-Ing. Frank von Buch Abhilfe. Ihm gelang es in seiner bei Professor Dr. Barry Leslie Mordike, Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik der TU Clausthal, angefertigten Promotion hoch kriechbeständige Magnesiumlegierungen zu entwickeln. Auch noch bei 350 Grad Celsius, und damit um bis zu 50 Grad Celsius höher als die bisher kriechbeständigsten konventionellen Magnesiumlegierungen, sind die neuen Magnesiumlegierungen (Magnesium-Scandium-Mangan) kriechbeständig. Die Kriechgeschwindigkeit liegt um zwei Zehnerpotenzen unter denen der leistungsstärksten konventionellen Magnesiumlegierungen. Eine weitere Zulegierung von Cer verbessert die mechanischen Eigenschaften und die Duktilität. Es ist bereits jetzt absehbar, dass ohne starke Einbußen an Kriechbeständigkeit der teure Scandiumanteil in diesen Legierungen abgesenkt werden kann. Denn Scandium trägt nur über die Mangan-Scandium Ausscheidungen zur Kriechbeständigkeit bei, und diese sind durch den Mn-Gehalt determiniert. Magnesium-Gadolinum- und Magnesium-Terbiumlegierungen untersuchte Dr.-Ing. von Buch gleichfalls. Deren Potential wird sich allerdings erst in höherkomponentigen Systemen realisieren lassen, vermutet
Dr.-Ing. von Buch.

Weitere Informationen:
Dr.-Ing. Frank von Buch
E-Mail: von.Buch@t-online.de


Prof. (em.) Dr. phil. B.L. Mordike
Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik der TU Clausthal
Agricolastraße 6
D-38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon: +49-5323-72 3153
Telefax: +49-5323-72 31 48
E-Mail: Barry-Leslie.Mordike@tu-clausthal.de

Jochen Brinkmann | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Beschichtung lässt Muscheln abrutschen
18.08.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht PKW-Verglasung aus Plastik?
15.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie