Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heiße Projektionsscheiben

13.09.2000


© Fraunhofer IST - Um Schriftzüge oder

Logos selbst bei Tageslicht gestochen scharf projizieren zu können,

werden die Gobos mit extrem starken Lampen

durchstrahlt


... mehr zu:
»Projektionsscheibe »Schicht
Leuchtende Logos und Werbetexte wandern über Bürgersteige und Fußgängerzonen. Projiziert werden sie durch Gobos - beschichtete Glasschablonen. Auch für eine Installation im Schweizer Pavillon auf der
EXPO werden die Projektionsscheiben genutzt.

Im Schweizer Pavillon auf der EXPO 2000 werden alle Sinne angesprochen. Duftende Lärchen- und Föhrenholzbalken stapeln sich zu Wänden, auf die in Leuchtschrift eine literarische Collage projiziert wird. Scharf gezeichnet und auch bei Tageslicht gut lesbar erscheinen Zitate über die Schweiz in vielfältigen Sprachen und Dialekten. Schriften von gut zwei bis fast sechzig Zentimetern Größe leuchten als einzeilige Linien oder mehrzeilige Gedichte und Aufzählungen, die sich meterhoch türmen. Die insgesamt 250 runden Projektionsscheiben mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern sind eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig. Aus ihrer undurchsichtigen Beschichtung wurden die mit bloßem Auge meist unlesbar kleinen Texte heraus geätzt.

Ähnlich wie bei Dias, durchstrahlt das gebündelte Licht starker Lampen diese Glasscheiben, die Gobos genannt werden. Doch bei einer Lampenleistung von 1 200 Watt geht es heißer her als bei konventionellen Diaprojektoren: Bis zu 600 Grad Celsius müssen die Gobos aushalten. Die Scheiben bestehen daher häufig aus Quarzglas. Eine aufgedampfte metallische Schicht aus Titan hält das Licht wie eine Schablone zurück. »Titan hat gegenüber dem meist verwendeten Chrom den Vorteil, dass es bei den hohen Temperaturen von Sauerstoff nur oberflächlich angegriffen wird«, erläutert Frank Neumann vom IST. »Dadurch bleibt die Metallschicht der Gobos über lange Zeit stabil.« Die Forscher wählen die Glassorte der Scheiben und das Schichtmaterial nach den Vorgaben der Kunden aus. Die angestrebte Schärfe und Auflösung der Texte und Bilder hängt von den verwendeten Materialien ebenso ab, wie von der Art des späteren Ätzvorgangs. Je heller und weiter entfernt projiziert werden soll, desto höher muss die Leistung der Projektoren sein. Höhere Temperaturen erfordern hitzebeständigere Materialien für Träger und Schicht. Für das jeweilige System optimieren die Fraunhofer-Forscher in Kleinserien die Rezeptur der Ätzbäder. Schon kleinste Fehler in der Schicht können in der Projektion als störende Punkte erscheinen. Beim Kooperationspartner RST-Cutdesign werden die gewünschten Strukturen auf die Gobo-Rohlinge fotolithografisch aufbelichtet und heraus geätzt.

Ob Sternenhimmel im Theater, mehrfarbige Discoeffekte oder ein bewegtes Emblem am Messestand - Gobos lassen sich sehr vielfältig einsetzen. In der Beleuchtungstechnik und Werbung erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit. Allein auf der EXPO strahlt Licht durch mehr als tausend der heißen Scheiben.

Ansprechpartner:
Frank Neumann
Telefon: 05 31/21 55-6 58
Telefax: 05 31/21 55-9 00
E-Mail: neumann@ist.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächen-
technik IST
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig
Pressekontakt:
Dr. Simone Kondruweit
Telefon: 05 31/21 55-5 35
Telefax: 05 31/21 55-9 00
E-Mail: kon@ist.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch |

Weitere Berichte zu: Projektionsscheibe Schicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Kunststoffstrang statt gefräster Facette: neue Methode zur Verbindung von Brillenglas und -fassung
28.04.2017 | Technische Hochschule Köln

nachricht Beton - gebaut für die Ewigkeit? Ressourceneinsparung mit Reyclingbeton
19.04.2017 | Hochschule Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie