Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Skalpelle aus GFD-Diamant

20.09.2000


... mehr zu:
»Diamantschicht »GfD »Naturdiamant
Beliebige Klingengeometrien mit GFD-Diamant
Leonhard-Klein-Preis für Mikroskalpelle

Die Leonhard-Klein-Stiftung verleiht jährlich einen mit 30.000 DM dotierten Preis (Leonhard-Klein-Preis) zur Förderung der Augenheilkunde. Er wird für die innovative Entwicklung von chirurgischen Instrumenten und neuen Operationstechniken vergeben. Preisträger 2000 ist eine Ulmer Arbeitsgruppe, bestehend aus der GFD Gesellschaft für Diamantprodukte mbH (Dr. Peter Gluche und Dr. André Flöter), Prof. Dr. Gerhard K. Lang, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Ulm, und Prof. Dr.-Ing. Erhard Kohn, Leiter der Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen der Universität Ulm. Ausgezeichnet wird die Entwicklung eines innovativen Verfahrens zur Herstellung von mikrochirurgischen Diamantinstrumenten, einer neuen Generation von mikrochirurgischen Diamantskalpellen mit Hilfe eines aus der Mikrosystem-Technologie adaptierten Diamantproduktionsverfahrens. Die Preisverleihung findet am 21. September 2000, 17.00 Uhr, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin (Am Köllnischen Park 6/7) statt.

Das Ausgangsmaterial für die Skalpellklingen ist eine dünne Diamantschicht, die auf einen Siliziumträger mittels eines Plasma-CVD(Chemical Vapor Deposition)-Verfahrens gewachsen wird. Aufgrund ihrer sehr geringen Oberflächenrauhigkeit können diese Diamantschichten ohne nachträgliche Politur zu Skalpellen weiterverarbeitet werden. So entstehen Diamantklingen, die sich durch extreme Schärfe auszeichnen und eine besonders atraumatische Gewebetrennung gewährleisten.

Gegenüber anderen Verfahren zur Diamantsynthese erzielt die Ulmer Gruppe mit ihren hochorientiert gewachsenen Diamantschichten (HOD) physikalische Eigenschaften, die in etwa denen von Naturdiamant entsprechen. Jedoch entfällt das herkömmliche Schleifen, wie es bei Klingen aus Naturdiamant erforderlich ist, vollständig. Die parallel entwickelten Verfahren zur Diamantstrukturierung ermöglichen die Herstellung von Klingen beliebiger Schärfe und unterschiedlichster Geometrien, die an je spezielle mikrochirurgische Bedürfnisse angepasst werden können. Über die Möglichkeiten traditioneller Skalpellherstellung geht diese Vielfalt der geometrischen Optionen weit hinaus. Mit GFD-Diamant lassen sich Klingenstärken von 60 Mikrometern und Klingenbreiten von unter 1 mm realisieren. Die von der GFD hergestellte kleinste Diamantklinge der Welt mißt in der Breite 0,12 mm. Der Weltrekord wurde inzwischen bestätigt und ist in die neueste Ausgabe des Guinness Buchs der Rekorde aufgenommen worden. An einer weiteren Miniaturisierung der Klingen, zum Beispiel für den Einsatz in Miniendoskopen, wird derzeit gearbeitet.

Kontakt: Tel.: 0731-5054555; Fax.: 0731-5054561, e-mail: Christian.Lingenfelder@gfd-diamond.com web: www.gfd-diamond.com

Peter Pietschmann |

Weitere Berichte zu: Diamantschicht GfD Naturdiamant

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Winzige Defekte stören die Informationsübertragung zwischen organischen Magneten und Metalloxiden
21.09.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Graphen und Porphyrine: Wissenschaftler verkuppeln zwei Stars der Chemie-Welt
21.09.2016 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie