Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entwickeln Jalousien mit Durchblick

01.12.2000


So funktioniert die Jalousie zum

Durchschauen.


... mehr zu:
»Durchblick »Folie »Jalousie »ZAE
Es ist Hochsommer, und die Sonne knallt mal wieder voll ins Büro. Wie schön wäre es jetzt, eine Jalousie zu haben, die allzu grelle Strahlen zurückhält, trotzdem genug Licht in den Raum lässt und durch die man
außerdem noch einen Blick nach draußen werfen kann! An einem solchen Sonnenschutz tüfteln Würzburger Forscher in Zusammenarbeit mit drei mittelständischen Unternehmen.

Die Funktionsweise des "transparenten Sonnenschutzes" ist verblüffend einfach. Die durchsichtigen Jalousien bestehen aus flachen Lamellen und ähneln damit ihren "gewöhnlichen" Schwestern. Die Lamellen selbst bestehen aus einer Glasumhüllung, in die zwei Folien mit einer prismenförmigen Oberflächenstruktur eingebettet sind. Die äußere Folie reflektiert das senkrecht einfallende, grelle Sonnenlicht vollständig und lässt das übrige Licht durch. Weil dieses dabei aber abgelenkt wird, muss die zweite Folie in Aktion treten und das Licht sozusagen wieder auf die richtige Bahn bringen. Ohne die zweite Folie würde sich eine Art Milchglaseffekt ergeben und man hätte alles andere als eine Jalousie mit ungehindertem Durchblick nach draußen.

Wie der transparente Sonnenschutz funktionieren soll, wissen die Forscher schon. Jetzt müssen sie noch an der Technik und ihrer Ausführung feilen sowie das Produkt zur Marktreife bringen. Dies soll im Rahmen eines Projekts geschehen, das am Bayerischen Zentrum für angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern) in Würzburg in Zusammenarbeit mit drei Firmen läuft: der Warema Renkhoff AG, der Reko Elektronic GmbH sowie der Reko Kunststoff und Maschinenbau GmbH, alle ansässig in Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart).

Das Projekt wird im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern durchgeführt und vom Freistaat mit rund einer halben Million Mark gefördert. Staatssekretär Hans Spitzner aus dem Wirtschaftsministerium überreichte der Projektgruppe den Bewilligungsbescheid am Mittwoch, 29. November, in Nürnberg im Rahmen eines ZAE-Symposiums über neue Techniken für die energetische Gebäudesanierung.

Laut Norbert Geuder, Projektleiter im Bereich des ZAE Bayern, soll die transparente Jalousie in den kommenden drei Jahren zur Marktreife gebracht werden. Geuder (30) ist Diplom-Physiker, hat an der Universität Würzburg studiert, steht kurz vor dem Abschluss seiner Doktorarbeit und ist seit August 2000 am ZAE Bayern beschäftigt.

Das ZAE Bayern hat vier Abteilungen (Würzburg, Nürnberg, Garching und München) mit insgesamt 130 Mitarbeitern. Es kooperiert in Würzburg eng mit den einschlägigen Instituten der Universität sowie generell mit vielen Industriefirmen. Würzburg ist Sitz des Vereins und der Abteilung "Wärmedämmung und Wärmetransport".

Weitere Informationen: Norbert Geuder, T (0931) 70564-44, Fax (0931) 70564-60, E-Mail:
norbert.geuder@zae.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Durchblick Folie Jalousie ZAE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen
27.06.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was Stammzellen zu perfekten Alleskönnern macht

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Selbstfaltendes Origami

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

27.06.2017 | Materialwissenschaften