Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

PET-Flaschen der zweiten Generation

19.02.2001


Immer häufiger tragen durstige Käufer PET-Flaschen nach Hause - sie sind leicht und stabil. Fraunhofer-Forscher arbeiten daran, die Qualität der Kunststoffbehälter zu verbessern und untersuchen, wie sich
PET-Flaschen der zweiten Generation recyceln lassen.

Bei Durstigen stehen PET-Flaschen hoch im Kurs: Sie sind wesentlich leichter als Glas, unzerbrechlich und Mehrweg-geeignet. Immer häufiger werden sie in Getränkemärkten und Geschäften nachgefragt und nach Hause getragen. Doch die Kunststoffbehälter aus Polyethylenterephthalat haben einen Nachteil: Ein Abbauprodukt von PET, der Acetaldehyd, kann Geschmack und Geruch des Flascheninhalts beeinträchtigen. Um dies zu vermeiden, mischen die Hersteller Zusätze bei oder beschichten den Kunststoff innen hauchdünn mit Glas. In einem BMBF-Projekt arbeiten Forscher vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising gemeinsam mit Industriepartnern daran, die Qualität der neuartigen PET-Flaschen und ihr Recycling-Verhalten zu untersuchen.

»Ideal ist ein geschlossener Kreislauf, von der Flasche zur Flasche«, erläutert Dr. Frank Welle vom IVV. »Mit Hilfe des von uns verbesserten Challenge Tests, lässt sich sicher ausschließen, dass Flaschen, die als Zwischenlager für andere Stoffe, beispielsweise Putz- und Haushaltsmittel dienten, unerwünschte Stoffe in die Produktion mit einbringen.« Der Schwerpunkt der Untersuchungen am IVV liegt nun bei den optimierten PET-Flaschen, die zahlreiche Hersteller auf den Markt bringen. Um zu verhindern, dass Acetaldehyd aus den Flaschen austritt und umgekehrt Sauerstoff eindringt, wird der Kunststoff mit zusätzlichen Substanzen angereichert oder mit Außen- oder Zwischenschichten versehen. Das ist besonders für die Lagerung von Bier oder Milch relevant. Denn der eintretende Sauerstoff ist dafür verantwortlich, dass die Getränke umkippen und nicht mehr schmecken. Auch farbiges Material, das als Lichtschutz dient, steht bei den Freisinger Forschern auf dem Prüfstand. »Wir bewerten die PET-Materialien unterschiedlicher Hersteller sowohl chemisch-analytisch als auch sensorisch«, erklärt Dr. Welle. »Zudem dienen unsere Ergebnisse dazu, die Tauglichkeit als Lebensmittelverpackungen zu bestimmen.«

Wenn es nach den PET-Herstellern geht, ist die Herrschaft der Glasflasche vor allem über den beliebten Gerstensaft bald vorbei. Einige Hersteller haben die Durchlässigkeit für Sauerstoff verringert. Sie bieten Bier bereits in PET-Flaschen der zweiten Generation an, die auch recycelt werden können. Bier-Puristen werden sich von den leichten Flaschen nur schwer überzeugen lassen. Letztlich wird der gute Geschmack zählen.

Ansprechpartner:
Dr. Frank Welle
Telefon: 0 81 61/4 91-7 24
Fax: 0 81 61/4 91-7 77
welle@ivv.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Flasche IVV Kunststoff PET-Flasche Sauerstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter
23.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Materialwissenschaft: Widerstand wächst auch im Vakuum
22.06.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften