Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebirge auf glattem Glas

06.07.2000



Nur höchste Qualität sichert der deutschen Glas- und Keramikindustrie Wettbewerbsvorteile. Oberflächen und innere Strukturen der Materialien müssen daher sehr genau untersucht werden.
Strukturen von nur einem Millionstel Millimeter Größe können entscheiden.

Nur höchste Qualität kann der deutschen Glas- und Keramikindustrie einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Das bedeutet, dass die Oberfläche und die innere Struktur der Materialien mit einer bisher nicht gekannten Genauigkeit untersucht werden müssen - selbst Strukturen von nur einem Millionstel Millimeter Größe sind entscheidend.

Beispiel: Ein Hersteller von Gläsern für optische Zwecke konnte sich nicht erklären, wieso die vorher fehlerfreien Artikel durch die Oberflächenbehandlung eine graue Färbung oder Trübung bekamen. Lag es am Polieren, am Reinigen oder an der Beschichtung? Die Ursache für den Oberflächeneffekt fanden Werkstoffanalytiker am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, der Bearbeitungsprozess wurde verbessert. Nun entstehen optisch einwandfreie Gläser.

Solche Probleme treten in der mittelständisch geprägten Glas- und Keramikindustrie immer häufiger auf. Weil die Anforderungen steigen und Analytiklabors oft ausgelagert werden, nimmt die Nachfrage nach kompetenten Dienstleistern zu. Diese Lücke will das Dienstleistungszentrum für die Analyse von Gläsern und Keramiken am ISC in Würzburg schließen. »Mit einem Rasterkraftmikroskop und einem analytischen Rasterelektronenmikroskop haben wir nun alle notwendigen Geräte und Verfahren für die Charakterisierung von Rohstoffen, Zwischen- oder Endprodukten«, freut sich Rudi Flegler, der Leiter des Dienstleistungszentrums, das seit 1997 bei der Deutschen Akkreditierungsstelle Chemie (DACH) akkreditiert ist: »Wir haben zahlreichen Firmen bei der Optimierung ihrer Herstellprozesse geholfen, klären Fertigungsprobleme oder Schadensfälle auf und übernehmen die Produktionsüberwachung.«

Bei Gläsern und vielen Keramiken bestimmt die Zusammensetzung die Produkteigenschaften. Mit Hilfe von Röntgenstrahlung, Plasmazerstäubung oder Elektronenstrahlen können kleinste Fehler identifiziert und ihre Ursachen aufgeklärt werden. Unter dem neuen Rasterkraftmikroskop erscheint selbst eine glatte Glasscheibe wie ein Gebirge. Mit der Röntgen-Photoelektronenspektroskopie ist eine Charakterisierung von Oberflächen bis hin zu atomarer Auflösung möglich. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, die neuen Verfahren der Oberflächenveredelung in die breite industrielle Praxis zu überführen. Ein großer Markt für innovative Produkte, denn damit gelingt es, fast jede erdenkliche Eigenschaft auf die Oberfläche zu zaubern.

Ansprechpartner:
Rudi Flegler
Telefon: 09 31/41 00-2 45
Telefax: 09 31/41 00-2 99
E-Mail: flegler@isc.fhg.de
Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC
Neunerplatz 2
97082 Würzburg
Pressekontakt:
Marie-Luise Righi
Telefon: 09 31/41 00-1 06
Telefax: 09 31/41 00-3 99
righi@isc.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch |

Weitere Berichte zu: Gläser Keramikindustrie Millimeter Wettbewerbsvorteil

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Kampf dem Plastik mit Verpackungen aus Seetang
15.12.2017 | Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

nachricht Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung
14.12.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik