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Mit PUR-Gießharz auf dem Boden der Tatsachen

23.07.2002


Im Rahmen eines von der Stadt Caen durchgeführten Wettbewerbs erhielt die Agentur Zen+dCo den Zuschlag die Szenographie der beiden neuen Ausstellungsbereiche "Le monde à l’heure de la guerre froide" (die Welt zur Zeit des Kalten Krieges) und "Des mondes pour la paix" (Welten für den Frieden) im Memorial Caen neu zu gestalten. Gegründet von Zette Cazalas verfügt diese Agentur über eine mehr als 15-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Szenographie und Museographie.

Der Bauherr wünschte, dass sich die Architektur an der szenographischen Konzeption orientieren sollte. "Das 3.000 m2 große Gebäude, das die museographischen Ausstellungsbereiche des Kalten Kriegs und des Frieden beherbergt, sollte um die Szenographie herum gestaltet und ausgeführt werden", erklärt der Projektleiter Jesus Pacheco, Architekt bei Zen+dCo.

Im Bereich "Die Welt zur Zeit des Kalten Krieges" auf einer 800 m2 großen Ausstellungsfläche sieht sich der Besucher mit einer Vielzahl eindrucksvoller Bilder konfrontiert: eine völlig neuartige Projektion von realen Atomversuchen auf einer 360°-Rundleinwand, aufgehängte Segmente der Berliner Mauer, die im Raum zu schwimmen scheinen, normale Alltagsobjekte aus der Zeit des Kalten Krieges, die aus einem in 7 Meter Höhe umgekehrt aufgehängten Trabant (für den Ostblock) und Lincoln (für den Westen) quasi "herausfließen", eine russische Mig 21, auf der der Besucher entlang geht und der Kopf einer Rakete von der Albion-Ebene, die die Waffen des Schreckens symbolisieren.

Der Polyurethan-Fußboden, ein echtes Kunstwerk, komponiert aus leuchtenden Farbflecken, wirkt wie eine Art Echo zur unheilvollen Berliner Mauer, geschmückt mit Tausenden von Farbfragmenten, als ob sie die Farblosigkeit und Düsterkeit dieser Zeit beschwören wollte. Für den Fußboden "wollten wir einen stufenweisen Übergang vom Schatten zum Licht schaffen und so dem museographischen Crescendo der Konfrontation der beiden ideologischen Blöcke bis zum Fall der Berliner Mauer folgen, die in unserer Szenographie letztlich wegfliegt", erklärt Zette Cazalas. Gestaltet aus dunklen Flecken am Eingang des Ausstellungsbereichs mit nur einigen roten Einstreuungen, die sich nach und nach vergrößern, wobei auch gelbe Töne sichtbar werden, dann andere immer lebhaftere Farben.

Der Fußboden spiegelt diese Entwicklung wieder: das Grau in Grau, in das sich immer leuchtendere, immer größere Farbflecken mischen, bis hin zum Finale, einer wahren Explosion der Freude (Mauerfall).

Zen+dCo wählte eine nahtlos gegossene PUR-Bodenbeschichtung der Firma Boulenger aus Paris. Hierbei handelt es sich um eine Beschichtung der Marke NUANSOL auf Basis der Polyurethan-Rohstoffe Desmodur®/ Desmophen® der Bayer AG. Diese Bodenbeschichtung ist in einer breiten Farbpalette herstellbar und ist durch ihre Dicke von 4 mm für alle Innenräume eignet, denen man eine einzigartige, farbige Optik verleihen möchte.

Bei den Farben lässt man der Improvisation vor Ort Raum, jedoch unter Beibehaltung einer ursprünglich vorgesehenen Größe der Flecken, da die Farben im Voraus formuliert werden. Dieses Kunstwerk kann seit der Eröffnung des Museums im April 2002 begangen werden. Die Aufbringung der Polyurethan-Beschichtung erfolgt durch Zette Cazalas und Jesus Pacheco.

Zen+dCo hatte bereits für eine Ausstellung in Chartres einen PUR-Gießharzbelag verlegt. Für das Memorial Caen war der Wunsch, Farbeffekte mit elastischen Materialien zu kombinieren, ausschlaggebend für diese Wahl. Diese Farbmischungen mit Zufallseffekt verleihen der durchgehenden, völlig planen Oberfläche einen gewollt plastischen Effekt.

Dieses moderne Material bietet darüber hinaus eine bessere Schalldämmung gegenüber bisher üblichen Bodenbeschichtungen, bewahrt seine Elastizität und bietet so dem Besucher ein angenehmes Gehgefühl.

BayNews - Team | BayNews
Weitere Informationen:
http://www.bayerlackrohstoffe.de/

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