Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsauftrag aus dem Bereich der Biomedizin für das Zentrum für Werkstoffanalytik in Lauf

23.07.2002



Mit dieser Kryotransfereinheit werdendie Gewebeveränderungen durch metallische Implantate an den Grenzflächen zwischen Gewebe und Metall untersucht


Das Zentrum für Werkstoffanalytik in Lauf (ZWL) erhält gemeinsam mit vier Projektpartnern einen Forschungsauftrag aus dem Leitprojekt "Medizintechnik" der Landesgewerbeanstalt Nordbayern (Projektträger) im Gesamtvolumen von rund 1,4 Millionen Euro. Im Projekt sollen die besonderen Eigenschaften von Grenzflächen verschiedener Implantate (künstliche Hüftgelenke und spezielle Silikonkomponenten) untersucht werden. Ziel ist eine Verbesserung der Bioverträglichkeit und Körperintegration um damit die Lebensdauer der Implantate zu verlängern und die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.

Im Projekt werden Hüftgelenksimplantate untersucht, bestehend aus einem Titan-Schaft (Hersteller Fa. Brehm), der mittels verschiedener Techniken im Knochen des Oberschenkels fixiert wird. Auf dieses Implantat wird eine keramische Kugel (Hersteller Fa. CeramTec) aufgesteckt. Sie dient zusammen mit dem Gegenstück - einer sogenannten Pfanne, die in den Beckenknochen eingebaut wird - als Hüftgelenk. Die Pfanne besteht in der Regel aus Aluminiumoxid-Keramik (CeramTec) oder hochmolekularem Polyethylen.
Ein weiteres Untersuchungsobjekt sind Silikonkomponenten: Diese finden in der plastischen Chirurgie einen weit verbreiteten Einsatz. In der klinischen Praxis kommt es immer wieder zu Unverträglichkeitserscheinungen, die letztlich auf gewisse Wechselwirkungen zwischen Implantat und Gewebe zurückzuführen sind. Durch das Aufbringen spezieller, äußerst dünner Schichten (einige Nanometer) versucht die Fa. GfE Health Care diese Wechselwirkungen zu unterdrücken um damit entzündliche Reaktionen zu verhindern

Im Zentrum für Werkstoffanalytik werden zunächst die verschiedenen Grenzflächen (Keramik, Metall, Silikon und Gewebe) der neuen, noch nicht eingesetzten Implantate sowie schon gebrauchter, sogenannter Explantate, charakterisiert, d.h. die Oberflächenbeschaffenheit bis in den Nanometerbereich hinab bildlich dargestellt, chemisch und z.T. kristallographisch charakterisiert.


In einem zweiten Schritt werden neue Materialien (z.B. neu entwickelte keramische Werkstoffe für das Hüftgelenk) erprobt (z.B. in Verschleißuntersuchungen) bzw. auf die Implantatfähigkeit getestet (die klinische Erprobung erfolgt in der Uni-Klinik Rummelsberg).
Die besondere Kompetenz des ZWL besteht in der Fähigkeit mittels hoch auflösender Rasterelektronenmikroskopie (REM) die Oberflächen der zu verwendenden Werkstoffe in der nötigen Detailliertheit abbilden und untersuchen zu können. Darüber hinaus ist das ZWL in der Lage, chemische Analysen und kristallografische Untersuchungen von Grenzflächen vorzunehmen oder Phasenidentifizierung mittels Luminiszenz zu betreiben. Das ZWL ist insbesondere spezialisiert auf abbildende und analytische Untersuchung von temperatur- und vakuumempfindlichen Stoffen wie beispielsweise von Geweben, Kunststoffen, Flüssigkeiten etc. mittels Tieftemperaturtechnik.

In Anwesenheit der Auftraggeber (LGA), der Gesellschafter des ZWL (an ihrer Spitze Helmut Reich, Landrat des Landkreises Nürnberger Land, und Rüdiger Pompl, Bürgermeister der Stadt Lauf) sowie Vertretern der verschiedenen Projektpartner wurden am Dienstag (23. Juli) die Auftragsurkunden übergeben. Beteiligte Projektpartner sind die Firma Peter Brehm Chirurgie-Mechanik (Titan-Implantate), Weisendorf; Firma CeramTec AG (keramische Hüftgelenkskugeln und -pfannen), Lauf/Pegnitz; Firma GfE Health Care (beschichtete Silikonimplantate), Nürnberg sowie das Universitätskrankenhaus Rummelsberg (klinische Untersuchungen und Explantate).
Die drei beteiligten Industriepartner steuern 50% der Projektkosten bei, das Universitätskrankenhaus Rummelsberg sowie das Zentrum für Werkstoffanalytik sind 100% förderfähige Institute und müssen daher keinen Eigenanteil aufbringen. Die Projektdauer beträgt zwei Jahre.

Das Zentrum für Werkstoffanalytik wird gefördert aus Mitteln der High-Tech-Offensive-Zukunft-Bayern, aufgebaut wurde es durch Professoren des Fachbereichs Werkstofftechnik der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg.


Rückfragen richten Sie bitte an Prof. Dr. Thomas Frey, E-Mail: thomas.frey@fh-nuernberg.de, Tel. 0911/5880-1372. Fotos des Instituts und von der Übergabe der Auftragsurkunde können im Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail: presse@fh-nuernberg.de angefordert werden.

Thoralf Dietz | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wussten Sie, dass Verpackungen durch Flash Systeme intelligent werden?
23.05.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Bessere Kathodenmaterialien für Lithium-Schwefel-Akkus
17.05.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten