Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein winziges Stück Airbus aus Senftenberg

18.02.2008
Prof. Dr. Matthias Ziegenhorn bewertet mit Studenten der Fachhochschule Lausitz Testmethoden für die Luftfahrtindustrie.

Im Mechaniklabor sind alle Rechner in Betrieb, farbige Simulationen mechanischer Bauteile flimmern über den Schirm, geschäftige Arbeitsatmosphäre herrscht, denn an der Fachhochschule Lausitz wird intensiv geforscht. Professor Dr. Matthias Ziegenhorn holte mit zwei weiteren Projektpartnern ein spannendes und anspruchsvolles Forschungsvorhaben an die FH Lausitz: Für die Luftfahrtindustrie untersucht ein Team aus Maschinenbau-Studenten neue Prüfungs- und Simulationsmethoden.

Was sich zunächst einfach anhört, ist kompliziert. Die Ingenieure der Luftfahrtindustrie setzen verstärkt auf den Einsatz von neuen Materialien und moderne Herstellungsverfahren, mit dem Ziel, das Verhältnis von Nutzlast und Eigengewicht der Flugzeuge zu verbessern. Diese Materialien werden umfangreichen Tests und Prüfungen unterzogen, um sie auf ihre Einsatzfähigkeit zu untersuchen. "An diesem Thema forschen hunderte Stellen auf der ganzen Welt, wir leisten gemeinsam mit unseren Partnern nur einen winzigen Teil dazu", macht Professor Dr. Matthias Ziegenhorn deutlich, welch langfristiges Projekt die Flugzeugherstellung ist. Dennoch ist die Arbeit der FH Lausitz mit der IMA Material- und Anwendungstechnik GmbH (IMA GmbH) und der HTS Coswig ein kleines, aber notwendiges Rädchen im System.

Verbunden mit dem 24-monatigen Vorhaben der angewandten Forschung sind etwa 200.000 Euro Forschungsmittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, Projektträger ist das AiF. Ein Ingenieur ist mit einer halben Stelle beschäftigt, ebenso einige studentische Hilfskräfte. Die Studenten erfahren hier ganz praktisch, dass ihr an der FH Lausitz erworbenes Wissen in ein weltweites Großprojekt eingebunden ist. So können die Studenten über die Projektpartner IMA GmbH und HTS, beide hochkarätige Supplier der Luftfahrtindustrie, auch mal hinter die Kulissen bei der Entwicklung von Testverfahren für die Festigkeit von Flugzeugrümpfen schauen. "Die Forschungsleistung fließt auch in Diplom- bzw. Bachelorarbeiten ein, darüber hinaus begleitet das Institut für Festkörpermechanik von der Technischen Universität Dresden das Vorhaben", sagt Professor Ziegenhorn, der an der FH Lausitz im Fachbereich Informatik/ Elektrotechnik/ Maschinenbau seit 2006 den Lehrstuhl für Technische Mechanik inne hat.

... mehr zu:
»IMA »Luftfahrtindustrie

Die Tests in der Luftfahrtindustrie sind sehr kostenintensiv, erklärt der Professor, deshalb wird in den Voruntersuchungen nicht der ganze Rumpf getestet, sondern nur ein Ausschnitt des mit Längs- und Querversteifungen stabilisierten Rumpfes. Weil dem Rumpfstück aber die Stabilität fehlt, müssen Konstruktionselemente das fehlende Stück ersetzen und die angenommene Belastung simulieren. Getestet werden also Komponenten des Gesamtrumpfes - deshalb heißt das Projekt "Innotest I". In dem Forschungsvorhaben der drei Projektpartner untersuchen die FHL-Studenten, welche Versuchsbedingungen das Ergebnis beeinflussen und wie man die Versuchsergebnisse rechnerisch vorwegnehmen kann. "Künftig wird es eine noch engere Verknüpfung von Berechnung und Experiment geben", sagt Professor Ziegenhorn und erklärt, dass mit Hilfe der Berechnungen enorme Kosteneinsparungen möglich sein können. So gibt es vor dem finalen Test umfangreiche Vorarbeiten, Berechnungen und Experimente, die sicherstellen sollen, dass der außerordentlich teure Endtest auch funktioniert. "Die Ergebnisse des Innotest I sollen vor allem in die Teststrategie der nächsten Flugzeuggeneration aus Kohlefaserverbundwerkstoffen einfließen", so der Professor, der im Sinne seiner Studenten viel Wert auf Praxiserfahrung und eine enge Anbindung zur Industrie legt.

"Nur so erlernen unsere Studenten gute, anwendungsbereite Grundlagen der mechanischen Prinzipien, aus denen sie dann auch andere Themenfelder angehen können", resümiert Professor Ziegenhorn. Erfahrung mit derartigen Projekten für praktische Anwendungsfälle hat der Dresdner schon reichlich an der Fachhochschule Lausitz eingebracht: beispielsweise forschten Studenten und Professor für Vattenfall Mining und Vattenfall Generation.

Text: Jana Wieduwilt

Ralf-Peter Witzmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-lausitz.de

Weitere Berichte zu: IMA Luftfahrtindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Bessere Anwendungsmöglichkeiten für Laserlicht
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Biegsame Touchscreens: Neues Herstellungsverfahren für transparente Elektronik verbessert
28.03.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit