Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

US-Forscher stellen dunkelstes Material her

17.01.2008
Nanoröhrchen könnten in Solarzellen Verwendung finden

Das bisher dunkelste Material der Welt haben US-Forscher hergestellt. Die Nanoröhrchen, die von den Wissenschaftlern entwickelt wurden, schlucken 99,9 Prozent allen Lichts und stellen damit bisherige Konstruktionen in den Schatten, berichtet BBC-Online. Das Material ist drei bis vier Mal schwärzer als der bisher dunkelste Stoff aus Nickel und Phosphor.

Nach Angaben der Wissenschaftler um Pulickel Ajayan von der Rice University in Texas gemeinsam mit Kollegen des Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, New York, kommen die Nanoröhrchen der absoluten Schwärze schon recht nahe: Die Röhrchen reflektieren nur 0,045 Prozent allen Lichtes, das auf sie fällt, egal in welchem Winkel. Zudem ist die Oberfläche der Nanoröhrchen uneben - das verstärkt den Effekt zusätzlich. In der Theorie sei es zwar möglich einen Stoff zu schaffen, der 100 Prozent des Lichts schluckt, praktisch gebe es allerdings ziemlich große Probleme die Oberfläche so zu gestalten, dass kein Licht mehr reflektiert wird, erklären die Wissenschaftler. Die Nanoröhrchen aus Kohlenstoff sind so klein, dass 400 solcher Röhrchen nebeneinander auf ein menschliches Haar passen würden.

"Die US-Forscher haben tatsächlich das bisher dunkelste Material, das der Wissenschaft bekannt ist, geschaffen," kommentiert der theoretische Physiker John Pendry vom Imperial College in London die Erfindung. Nutzen bringt diese Erfindung besonders dort, wo man Licht "ernte" wie etwa bei Solarpanelen oder Solarzellen, da diese das Licht optimal absorbieren. Ob die Nanoröhrchen auch Infrarot- und UV-Licht absorbieren können, haben die Wissenschaftler noch nicht getestet. Bisher wurden Versuche nur mit sichtbarem Licht durchgeführt. Ein weiteres Anwendungsgebiet des Materials wäre zum Beispiel die Rüstungsindustrie, vor allem dann, wenn die Nanoröhrchen auch Funk- oder Radiowellen reflektieren können. Damit könnte man die Wellen abschirmen oder zumindest blockieren.

Ajayan und seinem Forscherteam ist es erst vor wenigen Monaten gelungen, kleine, hauchdünne und flexible Batterien auf Papierbasis herzustellen, indem sie Kohlenstoffnanoröhren als Elektroden darin einbetteten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rice.edu
http://www.rpi.edu
http://www3.imperial.ac.uk

Weitere Berichte zu: Erfindung Nanoröhrchen Röhrchen Solarzelle US-Forscher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?
30.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Bessere Anwendungsmöglichkeiten für Laserlicht
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE