Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leichtbau-Kolbenstange aus Textilverbundkeramik

08.10.2007
Am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden ist erstmals eine Kolbenstange aus Textilverbundkeramik entwickelt und hergestellt worden. Das Forschungsprojekt zeigt: Auch für den Automobilsektor ist ein effizienter Einsatz dieser jungen Werkstoffklasse möglich.

"Textilverbundkeramiken sind prädestiniert für den Einsatz unter extremen Bedingungen", erklärt Prof. Werner Hufenbach, Direktor des ILK. Extreme Bedingungen, das sind zum Beispiel höchste Temperaturen sowie aggressive oder stark abrasive Medien. Deshalb kommen Textilverbundkeramiken bereits in der Raumfahrt sowie in der Verfahrenstechnik zum Einsatz.

Auch im Automobilsektor bietet sich eine Verwendung von Textilverbundkeramiken an, denn durch ihre geringe Dichte und die hervorragenden Verschleiß- und Gleiteigenschaften besitzen sie ein hohes Leichtbaupotenzial. Im Vergleich zu den kurzfaserverstärkten Keramiken, die bisher im Automobilsektor etwa in Form von Hochleistungsbremsscheiben eingesetzt werden, können mit Hilfe der Textilverstärkung zusätzlich deutlich höhere Festigkeiten erreicht werden, die besonders für dynamisch hoch belastete Komponenten notwendig sind. Einem breiteren Einsatz standen bislang allerdings noch hohe Herstellungskosten entgegen.

Erstmals ist am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der ThyssenKrupp Bilstein Suspension GmbH im Rahmen eines BMBF-Forschungsvorhabens eine Kolbenstange aus Textilverbundkeramik für innovative Stoßdämpfersysteme entwickelt und gefertigt worden. Für die Herstellung der Textilverbundkeramik-Kolbenstangen wurde dabei das Polymerinfiltrations- und Pyrolyseverfahren (PIP-Verfahren) angewendet. "Dieses Verfahren ermöglicht ein gutes Verhältnis zwischen Fertigungskosten und erzielbaren mechanischen Eigenschaften," so Dr.-Ing. Albert Langkamp, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ILK, "weil für einige Herstellungsschritte auf bewährte Verfahren der Faserverbundkunststoff-Fertigung zurückgegriffen werden kann."

Eine derartige Kolbenstange bewirkt zum einen durch das geringere Bauteilgewicht eine Kraftstoffersparnis. Zum anderen wird durch die Minimierung von Reibung und Verschleiß eine deutlich höhere Lebensdauer erzielt, was den Wartungsaufwand entscheidend reduziert. Dies trägt der ökologischen Forderung nach mehr Material- und Energieeffizienz Rechnung.

Auf der Materialica (München, 16.-18. Oktober 2007) werden die Leichtbau-Kolbenstange sowie andere Anwendungsbeispiele für Textilverbundkeramiken am Gemeinschaftsstand der TU Dresden (Halle C4, Stand 610) gezeigt.

Informationen für Journalisten: Anja Schüler-Renner, Tel. +49 351 463-39471, Mobil +49 160 7373039, E-Mail: as@ilk.mw.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht 3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten
23.01.2018 | Universität Kassel

nachricht Luftturbulenzen durch Flugzeuge bald beherrschbar
08.12.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics