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Versuchsanlage der Iserlohner Fachhochschule zur Wassergewinnung wird in Südspanien aufgebaut

04.09.2006
"Wir fahren mit unserer Versuchsanlage dorthin, wo der Himmel sehr nah ist und Witterungsverhältnisse wie in der Sahara herrschen".

Prof. Dr. Dieter Ihrig und seine Mitarbeiter vom Labor für Lebenswissenschaften der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn sind in Aufbruchstimmung. Sie legen letzte Hand an, um die Versuchsanlage zur Wassergewinnung für den Transport nach Granada in Südspanien zu verpacken. Dort soll sie in den nächsten Monaten im Feldversuch aufzeigen, wieviel nächtliche Kälte gesammelt und für die Wassergewinnung nutzbar gemacht werden kann.

Unter Leitung von Prof. Ihrig arbeitet zurzeit ein internationales und interdisziplinäres Team an einer anwendungsbezogenen und praktikablen Möglichkeit der Trinkwassergewinnung. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesforschungsministerium in Berlin.

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel des Menschen, ohne das er nicht überleben kann. Mindestens ein halber Liter wird täglich benötigt, mit 2 Litern pro Tag erleidet man keinen Durst. Diese Wassermenge kann auch in sehr trockenen Gebieten noch der Luft entzogen werden, vorausgesetzt es stehen ausreichend Kühlmöglichkeiten und Energie zur Verfügung. Genau hier setzt das Forschungsprojekt an: Die notwendige Kälte soll nachts durch Strahlungsaustausch mit der oberen Atmosphäre gewonnen, zwischengespeichert und dann morgens mit Sonnenaufgang für die Wassergewinnung genutzt werden. Diese Idee ist nicht neu und bereits patentiert. Was fehlt, sind jedoch geeignete Realisierungsmöglichkeiten. An der FH werden daher Geräte entwickelt, die ohne elektronische Regelung auskommen und ohne Fachpersonal betrieben werden können und damit auf die Bedürfnisse der 3. Welt zugeschnitten sind. Die entwickelten Geräte könnten, da sie weitgehend wartungsfrei arbeiten, auch dazu genutzt werden, die Wüste in den Randzonen zurück zu drängen. Notwendig wäre dazu eine allmähliche Aufforstung. Das notwendige Wasser würde aus der Luft gewonnen. Haben die Bäume sich etabliert, brauchen sie keine Unterstützung mehr und die Wassergewinnungsanlagen könnten wieder näher an die Wüste gebracht werden.

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Inzwischen ist es gelungen, einen Absorber auf dem Dach der Fachhochschule um bis zu 5 Grad unter die Umgebungstemperatur abzukühlen. In Spanien soll die Anlage nun unter klimatisch passenderen Bedingungen messen, wie viel Kälteleistung gesammelt werden kann. " Zu diesem Zweck wird sie auf dem Dach des astromischen Observatoriums einer deutsch-französischen Forschungsgemeinschaft installiert" erläutert Prof. Ihrig. Ab Ende September, so hoffen die Iserlohner Forscher, werden die ersten Ergebnisse vorliegen.

Weitere Informationen erteilt:

Prof. Dr. Dieter Ihrig
Tel.: 02371/566-272
E-Mail: ihrig@fh-swf.de

Birgit Geile-Hänßel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-swf.de/

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