Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmen nutzen Potenzial zum Energiesparen nur unzureichend

25.06.2008
Untersuchungen im Auftrag der Brammer GmbH, Europas führendem Lieferanten von MRO-Produkten für Wartung, Reparatur und Instandhaltung, haben ergeben, dass die produzierenden Unternehmen in Europa potenzielle Energie-Einsparungen von jährlich mehr als 13 Mrd. Euro versäumen.

Die „Brammer Energie-Studie 2008“ zeigt, dass trotz des großen Bewusstseins der Bedeutung von Energie-Einsparungen und trotz vieler Entwicklungen und Planungen in diesem Zusammenhang, nur wenige Unternehmen ihr Potenzial zum Energiesparen in vollem Umfang erkennen, geschweige denn ausnutzen.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass das beachtliche Potenzial für Energie-Einsparungen in der mechanischen Kraftübertragung, etwa bei Motoren, Lagern und Riemenantrieben, wie sie in Produktionsstätten in ganz Europa im Einsatz sind, übersehen werden, obwohl sie nennenswerte Möglichkeiten zur Energieeffizienz sowohl in finanzieller Hinsicht als auch unter Umweltaspekten darstellen.

Nur 6% glauben, das Potenzial für Energie-Einsparung erschlossen zu haben

Bei der Befragung von über 330 produzierenden Unternehmen in zehn europäischen Ländern hat Brammer festgestellt, dass zwar Dreiviertel aller Interviewten denken, dass Energie-Einsparung ein wichtiges Thema für ihr Werk oder ihr Unternehmen ist, aber nur 6% glauben, bereits alle Einsparungen ermöglicht zu haben. Die meisten (60%) sind dabei, Energie-Einsparungen zu planen oder einzuführen, aber kritisch wenige beziehen Investitionen in neue Kraftübertragungseinrichtungen ein, wo die substanziell die größte Energieeffizienz möglich wären.

So zeigen die Untersuchungsergebnisse von Brammer, dass 78% der Entscheider Energie-Einsparungen in ihrem Fokus haben, aber 59% noch nicht bereit sind, Veränderungen in ihrer Antriebstechnik in Betracht zu ziehen. Dabei werden in jedem typischen Fertigungsbetrieb 65% des gesamten Energieverbrauchs allein von Motoren verzehrt, so der britische Carbon Trust, ein unabhängiges, staatlich gegründetes Unternehmen mit der Aufgabe, die Kohlenstoffemissionen der Wirtschaft zu senken.

Großes Energieeffizienz-Potenzial bei Motoren und Antrieben

Brammer kommt nach eigenen Berechnungen zu der Einschätzung, dass sich durch den Einsatz energieeffizienter Motoren und Antriebe der Energieverbrauch jeweils um bis zu 15% reduzieren ließe, was in der EU zu jährlichen Kosteneinsparungen von 7,39 Mrd. Euro und einer Senkung des CO2-Ausstoßes um 47,27 Mio. t führen würde.

Allein dieses Ergebnis nur für Motoren und Antriebe ist fast 1,25-fach höher als das, was die befragten Unternehmen als Einsparmöglichkeiten angaben (5,96 Mrd. Euro oder 43,27 Mio. t CO2). Die meisten von ihnen zogen auch keine Änderungen an der Antriebstechnik in ihren Produktionen in Betracht.

Beträchtliches Potenzial für Energie-Einsparungen wird nicht erschlossen

Dies bedeutet, die potenziellen Energie-Einsparkosten für produzierende Unternehmen in Europa könnten mindestens 13 Mrd. Euro erreichen, was 90,5 Mio. t CO2 entspricht. Diese Industrien, die 40,9% des Strom- und 37% des Erdgasverbrauchs innerhalb der EU repräsentieren, könnten so einen beträchtlichen Beitrag zur allgemeinen Senkung des Energiebedarfs leisten.

Ian Fraser, CEO der Brammer Gruppe, erklärt die Bedeutung dieser Erkenntnisse: „Die Energie-Einsparungen zu erhöhen, führt zu drei Ergebnissen: reduzierte Betriebskosten, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller und — vielleicht auf lange Sicht wichtiger und gut für unseren Planeten — geringere Kohlenstoffemissionen aus Kraftstoffverbrauch.“

Mit der Erkenntnis der Folgen immer weiter fortschreitender Klimaveränderungen, kämen die Hersteller in ganz Europa unter wachsenden Druck, umweltfreundliche Ziele zu formulieren und ihren Energieverbrauch zu begrenzen, so seine Überzeugung: „Entscheider in den Werken erkennen ihre Verantwortung und glauben, dass sie hart daran arbeiten, aber unsere Ergebnisse zeigen, dass es mehr zu tun gibt, als sie vielleicht überblicken.

Indem wir ihnen helfen zu erkennen, welch eine große Rolle die Antriebstechnik dabei spielt, können wir genau diese Unternehmer unterstützen, einfach und effektiv substanzielle Energie-Einsparungen zu erzielen, die signifikant höher als ihre Erwartungen sind, noch wettbewerbsfähiger zu werden und unsere Umwelt sauber zu halten — was schließlich uns allen nützt.“

Bernhard Kuttkat | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/betriebstechnik/energietechnik/articles/125216/

Weitere Berichte zu: Energie-Einsparung Energieverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Flexible Fertigung von Elektromotoren für Fahrzeuge
06.09.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Gewicht von Robomotion-Greifer um 60 Prozent reduziert
31.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie