Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Trennschleifen verkürzt die Zykluszeit beim Ablängen hochfester Profile

24.06.2008
Das Trennschleifen ermöglicht sehr kurze Spanzeiten, die übliche Sägezeiten deutlich unterschreiten. Die abgetrennten Flächen sind absolut weiß und erfahren keine thermische Umwandlung. Die Werkstücktemperatur wird dabei nur unwesentlich, um etwa 10 bis 20 °C erhöht, denn die durch Reibung entstehende Erwärmung wird mit den abgetrennten Spänen abgeführt.

Klassischerweise kommen zum Ablängen von Stabmaterialien und Profilen Sägen in verschiedenen Ausführungen zum Einsatz. Doch wie sieht eine technische Lösung aus, wenn die Säge nicht mehr wirtschaftlich eingesetzt werden kann? Dies ist zum Beispiel beim Trennen von hochfestem und gehärtetem Material, bei verschiedenen Materialpaarungen, bei unterschiedlichen Festigkeiten oder bei sandbehafteten Materialien, wie sie häufig in Gießereien vorkommen, der Fall.

Oft werden für diese Arbeiten zeitlich und monetär aufwändige Lösungen praktiziert, weil effektive Bearbeitungsverfahren nicht bekannt sind. Für solche Anwendungsfälle bietet die Reichmann & Sohn GmbH verschiedene Lösungen durch Trennschleifprozesse an. Durch die stetige Weiterentwicklung des Verfahrens konnten die Abtrags- und Trennleistungen in Bereiche gesteigert werden, die noch vor kurzem undenkbar waren.

Neben der Machbarkeit überrascht der Trennschleifprozess durch sehr kurze Spanzeiten, die übliche Sägezeiten deutlich unterschreiten. Um eine Vorstellung zu vermitteln, soll folgendes Beispiel den Prozess verdeutlichen. Eine Führungsschiene mit hochfesten Oberflächen für Kugelführungswagen mit einer Abmessung von 60 mm × 60 mm wird zum Beispiel in 10 s getrennt.

... mehr zu:
»Trennschleife »Werkstück

Die abgetrennten Flächen sind absolut weiß und erfahren keine thermische Umwandlung. Die Werkstücktemperatur wird dabei nur unwesentlich, um etwa 10 bis 20 °C erhöht. Solche Trennleistungen können natürlich nur mit sehr stabilen Maschinen mit absolut schwingungsfreiem Aufbau und ausreichender Motorisierung, die bei etwa 100 kW beginnt, erzielt werden.


Entstehende Wärme wird mit den Spänen abgeführt
Grundsätzlich wird auch bei diesem Trennverfahren zwischen Nass- und Trockenbearbeitung unterschieden. Man kann davon ausgehen, dass alle Materialien trocken bearbeitet werden können. Zu beachten ist, dass der eigentliche Trennprozess mit einer ausreichenden Motorisierung durchgeführt wird. Der Trennprozess muss in einer sehr kurzen Taktzeit durchgeführt werden, damit die durch Reibung entstehende Wärme mit den abgetrennten Spänen abgeführt wird. Diese technische Anforderung an die kurze Bearbeitungszeit kommt natürlich einer hohen Produktivität der Anlage zugute. Die Zykluszeiten werden deutlich verkürzt.

Der Nasstrennprozess wird meist ausgewählt, wenn weitere Anforderungen an die Trennaufgabe gestellt werden. Dazu zählt zum Beispiel die schonende Werkstückbehandlung bei polierten Oberflächen. Gerade beim Konfektionieren und Ablängen von fertiggeschliffenen, hochpräzisen Stabmaterialien und Profilen ist zu beachten, dass sich keine Schleifpartikel auf dem Werkstück ablagern. Diese könnten beim Transport Markierungen hinterlassen. Auch könnten sich feinste Partikel aus dem Schleifprozess an der Oberfläche des Bauteils anbacken oder einbrennen.

Durch das Abspülen der Werkstücke mit Kühlmittel und dem Ablöschen der Funken werden die heißen Schleifpartikel abgekühlt. Sie können sich nicht mehr in die Oberfläche einbrennen und werden gleichzeitig von der Werkstückoberfläche abgespült.

Trennscheibe bewegt sich zusätzlich vor- und rückwärts

Besonders bewährt hat sich beim Nasstrennschleifen das Oszillations-Kappschnitt-Verfahren. Dabei bewegt sich die Trennscheibe nicht nur in das zu trennende Material, sondern zusätzlich vor- und rückwärts im Fahrschnitt. Im Vergleich zum normalen Kappschnitt ergeben sich einige Vorteile.

Durch die offene Geometrie des Trennschlitzes können die abgeschliffenen Materialpartikel optimal abgeführt werden. Auch begünstigt die Geometrie, dass der Eingriffswinkel an der Trennscheibe deutlich reduziert ist. Der Schleifprozess findet nur an einem Punkt oder einem kurzen Umfangsstück statt. Durch die Wanderung des Schleifpunktes wird die notwendige Antriebsleistung deutlich reduziert und die Kühlmittelzufuhr zum eigentlichen Trennprozess erheblich erleichtert. Daraus ergibt sich eine sehr geringe Wärmebelastung am Werkstück. Auch ist es bei diesem Verfahren möglich, Werkstücke gratfrei zu trennen. So werden zum Beispiel gehärtete Kolbenstangen gratfrei auf Länge getrennt und anschließend ohne Entgratung dem weiteren Fertigungsprozess zugeführt.

Das Trennschleifen wird erfolgreich eingesetzt bei allen schwer zerspanbaren Materialien des allgemeinen Maschinenbaus. Typische Anwendungen sind Trenn- und Ablängaufgaben bei:

-Führungsschienen und -stangen,

-Zahnstangen,

-Kolbenstangen (weich, gehärtet oder hartverchromt),

-Kugelrollspindeln und Gewindespindeln sowie

-gehärteten Buchsen und Spannzangen.

Reichmann & Sohn bietet dafür die passende Technik an. Die Anlagen sind mit allen bekannten Handlings- und Beschickungseinrichtungen verfügbar.

Karl Kustermann ist Manager Design & Technology bei der Reichmann & Sohn GmbH, Weißenhorn.

Rüdiger Kroh | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/trenntechnik/articles/125083/

Weitere Berichte zu: Trennschleife Werkstück

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Untersuchung klimatischer Einflüsse in der Klimazelle - Werkzeugmaschinen im Check-Up
01.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

nachricht 3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten
23.01.2018 | Universität Kassel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics