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2008 wieder Wachstum bei elektronischen Komponenten

23.06.2008
Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird nach Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems im Jahr 2008 um knapp 2% auf 17,4 Mrd. Euro wachsen. Im Vorjahr ist der Umsatz auf 17,1 Mrd. Euro gesunken (minus 1,6% im Vergleich 2006). Für 2009 erwartet der Verband nach eigener Mitteilung vom Montag gut 3% Wachstum.

„Nach einer Periode der Stagnation der Umsätze sehen wir wieder einem soliden Wachstum der Märkte für elektronische Komponenten entgegen“, so Dr. Martin Stark, Vorsitzender des Fachverbands. Dieses beruhe vor allem auf der deutlich anziehenden Nachfrage nach elektronischen Komponenten in den Segmenten Kfz- und Industrie-Elektronik. Der Bereich Datentechnik werde im laufenden Jahr erstmals nach zwei Jahren des Rückgangs wieder moderates Wachstum zeigen. Telekommunikations- und Konsum-Elektronik werden Umsatzrückgänge verzeichnen.

Der leichte Umsatzrückgang in Deutschland im vergangenen Jahr ist auf die schwachen Halbleiterumsätze zurückzuführen (minus 4,2%). Die Marktbeobachter im ZVEI erwarten allerdings 2008 insgesamt eine leichte Erholung. Halbleiter dominieren mit einem Anteil von gut 62% nach wie vor den Gesamtmarkt für elektronische Komponenten.

Industrie-Elektronik sorgt für Umsatzwachstum bei Halbleitern

Während 2007 im Segment Halbleiter der Umsatz um über 4% auf 10,7 Mrd. Euro gesunken ist, wird für das laufende Jahr mit einem leichten Umsatzplus von gut 1% gerechnet. Getrieben wird dieses leichte Wachstum auf ca. elf Mrd. Euro im Jahr 2008 von der Kfz-Elektronik mit 5% und der Industrie-Elektronik mit 5,3% Wachstum. Die Datentechnik wird mit einem Plus von 0,3% nur das Niveau vom Vorjahr halten können, während die Konsum-Elektronik und die Telekommunikation Umsatzrückgänge hinnehmen müssen, prognostiziert der Verband.

Die Märkte der Passiven Bauelemente schlossen das vergangene Jahr mit einem Plus von 6,1% (1,57 Mrd. Euro) ab. Der ZVEI erwartet für 2008 ein Umsatzwachstum von 4% auf über 1,6 Mrd. Euro. Zu dieser Entwicklung tragen vor allem die verstärkte Nachfrage nach Automatisierungstechnik, Anlagen für die Nutzung alternativer Energien, geregelte Stromversorgungen sowie der weiter steigende Elektronikeinsatz im Kfz bei. Insbesondere die weiter steigende Nachfrage nach passiven Bauelementen in der Kfz-Elektronik zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs führt zu positiven Effekten.

Elektromechanische Bauelemente legen leicht zu

Schalter, Steckverbinder und Geräteschutzsicherungen, die zur Gruppe der Elektromechanischen Bauelemente zählen, konnten im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 2,4% auf 2,8 Mrd. Euro verbuchen. Für 2008 erwartet der Verband ein moderates Wachstum von 2% auf 2,9 Mrd. Euro.

Die Bereiche Kfz-, Industrie-, und Konsum-Elektronik aber auch die Datentechnik werden im unteren einstelligen Bereich zulegen können. So wird für das laufende Jahr damit gerechnet, dass die Industrie-Elektronik um knapp 4%, die Kfz-Elektronik um gut 2% und die Datentechnik um 1% wachsen werden. Für 2009 rechnet die Branche mit einem Wachstum von knapp 2%, wobei der Anteil der Automobilindustrie am Umsatz seit Jahren stabil bei 43% liegt.

Der Verband der Leiterplattenindustrie beim ZVEI meldete für das vergangene Jahr auf dem inländischen Leiterplattenmarkt ein Plus von 2,5%, was einem Umsatz von 1,45 Mrd. Euro entspricht. Für das laufende Jahr geht die Branche von einer ähnlichen Wachstumsrate aus. Über ein Drittel des Umsatzes wird in der Kfz-Elektronik erzielt, dicht gefolgt von der Industrie-Elektronik (knapp 30%) und der Telekommunikation (gut 21%).

Die Märkte der Integrierten Schichtschaltungen schlossen das vergangene Jahr mit einem leichten Plus von 1,2% mit einem Umsatz von 575 Mio. Euro. Für 2008 wird mit einer weiteren Erholung des Markts, mit einem Plus von knapp 2% auf knapp 590 Mio. Euro Umsatz gerechnet. Schichtschaltungen werden als Träger für elektronische Bauelemente eingesetzt. Der Anteil der Automobil-Elektronik dominiert mit 83%.

Umsatz mit Elektronischen Baugruppen erholt sich

Während die Elektronischen Baugruppen, die nächst höhere Wertschöpfungsstufe der elektronischen Komponenten, im vergangenen Jahr noch ein leichtes Minus von knapp 1% hinnehmen mussten, wird für das laufende Jahr von einer Erholung der Märkte ausgegangen. Die erwarteten plus 1,4% steigern den Umatz auf 22,4 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr wird sich die positive Entwicklung weiter fortsetzen können, erwartet der ZVEI.

Die Änderungen des Wechselkurses des Euro gegenüber dem US-Dollar bedingen wie bereits in den vergangenen Jahren unterschiedliche Wachstumsraten. Daher fällt das internationale Wachstum in Euro berechnet geringer aus.

Die Märkte Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) für elektronische Komponenten schlossen das vergangene Jahr mit einem Minus von knapp 4% auf 50,3 Mrd. Euro (68,8 Mrd. US-Dollar). Für 2008 sieht der ZVEI einen weiteren Umsatzrückgang von 2% auf ein Marktvolumen von ca. 49 Mrd. Euro (72,4 Mrd. US-Dollar), was auf den derzeit starken Euro bei gleichzeitig schwächer werdendem US-Dollar zurückzuführen ist. Die sich erholende Wirtschaft und eine weiter steigende Nachfrage nach Konsumgütern werden weiterhin durch den starken Euro belastet.

Weltmarkt wächst dank schwachem Dollar

Der Weltmarkt für elektronische Komponenten wies 2007 ein Plus von über 4% mit einem Umsatz von 393 Mrd. US-Dollar auf (in Euro gerechnet: minus 4,2% auf 287 Mrd. Euro). Im laufenden Jahr wird er um gut 5% auf ca. 415 Mrd. US-Dollar wachsen.

Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Umsatzanstieg bei den Halbleiter-Bauelementen zurückzuführen, deren Anteil bei knapp zwei Drittel der gesamten elektronischen Komponenten liegt. Zu den Markttreibern in diesem Segment zählen im Automobil Sicherheitsanwendungen wie Fahrerassistenzsysteme und „Emergency Call“ sowie im Bereich Antrieb Schadstoff- und Verbrauchsminimierung.

Im Bereich Industrie wird das Wachstum hauptsächlich durch die anhaltend hohe Nachfrage im Maschinenbau und der Fertigungsautomatisierung getrieben, wobei insbesondere die neuen, energiesparenden elektrischen Antriebe eine hohe Nachfrage nach HL-Bauelementen bedingen.

In der Datentechnik sind die Haupttreiber nach wie vor tragbare PCs sowie Desktop-PCs. In der drahtlosen Kommunikation zählen mobile Internetanwendungen, „Location-based-Services“ und die stärkere Penetration von Märkten in Entwicklungsländern zu den Wachstumstreibern. Auf dem Weltmarkt wird auch der Bereich Konsum-Elektronik einen positiven Wachstumsbeitrag liefern; hauptsächlich getrieben von der Nachfrage nach Spielekonsolen und nach Fernsehern mit Flachbildschirmen.

Kfz-Elektronik dominiert weiterhin

Unter den verschiedenen Produktbereichen dominiert wie auch in den vergangenen Jahren die Kfz-Elektronik. Der inländische Umsatz beträgt im laufenden Jahr knapp 7 Mrd. Euro. Es folgt die Datentechnik mit einem Umsatzvolumen von 3,7 Mrd. Euro vor der Industrie-Elektronik.

Deren Nachfrage kommt im Wesentlichen aus dem Boom beim Maschinenbau, während die Datentechnik unter dem Preisverfall bei Mikroprozessoren leidet – wenn auch nicht mehr so stark. Die Telekommunikation wird das laufende Jahr wie bereits 2007 mit einem Umsatzrückgang von 6% auf 2,5 Mrd. Euro schließen, was nach wie vor auf Produktionsverlagerungen von Mobiltelefonen nach Osteuropa zurückzuführen ist.

Nach den Prognosen des ZVEI werden das laufende Jahr nur drei Bereiche mit einem Plus abschließen können: die Kfz-Elektronik mit plus 4,7%, die Industrie-Elektronik mit plus 4,1% und die Datentechnik mit 0,4%. Die Anteile der Kfz- und der Industrie-Elektronik am Gesamtmarkt der Bauelemente werden damit weiter steigen.

Stéphane Itasse | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/automatisierung/fertigungsautomatisierung/articles/125001/

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