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Mit "Deep Map" auf Besichtigungstour durch Heidelberg
Geographen des privaten Forschungsinstituts European Media Laboratory (EML) und der Universität Heidelberg haben im Rahmen des interdisziplinären Leitprojekts "Deep Map" des EML zusammen mit Informatikern und Wissenschaftlern anderer Institute erste Prototypen eines elektronischen Touristenführers für die Stadt Heidelberg entwickelt. Das neuartige System besitzt nicht nur ein umfangreiches Wissen über die geographischen und historischen Gegebenheiten der Stadt. Teilkomponenten berücksichtigen zudem den kulturellen Hintergrund des Nutzers sowie seine Interessen oder sein Zeitbudget. Vorgestellt wurde das Projekt beim 53. Deutschen Geographentag in Leipzig, der in diesem Jahr unter dem Motto "Stadt und Region - Dynamik von Lebenswelten" steht.
Der intelligente Touristenführer soll langfristig als Prototyp eines interaktiven Tourenplaners und Führers für die Stadt Heidelberg dienen. Außerdem wird er virtuelle Reisen in die Geschichte des weltbekannten Touristenziels am Neckar ermöglichen. Das System informiert nicht nur beispielsweise den Touristen, der sich beim Heidelberger Schloss befindet und fünf von seinem Standpunkt gut erreichbare Restaurants angezeigt haben möchte. Es führt dann auch den Besucher, der etwa am Wirken von Mark Twain in Heidelberg interessiert ist, zu den entsprechenden Gebäuden der Altstadt.
Routenvorschläge können entweder über eine Webschnittstelle für die Reisevorbereitung abgerufen werden - in diesem Fall wird der Tourist im Internet durch die Stadt geführt, wobei er ein dreidimensionales und verblüffend realistisches Bild vermittelt bekommt. Oder es wird ein in Entwicklung begriffenes mobiles Gerät verwendet, das den Touristen direkt durch die Stadt leitet und ihn über die gewünschten Objekte an Ort und Stelle informiert. Wenn der Nutzer während der Tour dem Gerät seine Interessen genauer mitteilt, wird er zum Beispiel über die entsprechenden Sehenswürdigkeiten mehr erfahren als über andere.
Gegenüber bisherigen Touristen- oder Stadtinformationssystemen verfügt "Deep Map" über ein sehr viel umfangreicheres Wissen und bietet zudem viele neue Funktionen. Während die "Architektur" früherer Systeme noch relativ starr war, sind die zahlreichen Ebenen bei "Deep Map" über so genannte offene Schnittstellen dynamisch miteinander verknüpft. Die Software-Komponenten des Systems können so intensiv miteinander kommunizieren. "Deep Map" wird dadurch in die Lage versetzt, weitaus flexibler auf individuelle Wünsche des Anwenders zu reagieren. Zudem können so beispielsweise Sprach- und Raumkognitionskomponenten aus anderen Teilbereichen des "Deep Map"-Projekts integriert werden, um eine sprachgesteuerte Nutzung zu erlauben. Damit soll dem Besucher die Navigation durch eine ihm fremde Umgebung zusätzlich erleichtert werden.
Kontakt:
Alexander Zipf
European Media Laboratory EML, Heidelberg
Tel.: (06221) 533-202
E-Mail: Alexander.Zipf@eml.villa-bosch.de
Projektleiter:
Dr. Rainer Malaka
European Media Laboratory EML, Heidelberg
Tel.: (06221) 533-206
E-Mail: Rainer.Malaka@eml.villa-bosch.de
Die European Media Laboratory GmbH (EML) ( http://www.eml.villa-bosch.de ) ist ein privates Forschungsinstitut für Informationstechnik und ihre Anwendungen. Im Zentrum des Interesses steht die Entwicklung neuer, intelligenter Methoden der Informationsverarbeitung zum Nutzen des Einzelnen und der Gesellschaft. Die EML-Forscher arbeiten eng mit Universitäten und der Industrie zusammen. Derzeit bearbeitet das EML im wesentlichen Forschungsprojekte der gemeinnützigen Klaus Tschira Stiftung (KTS) (http://www.kts.villa-bosch.de). Ebenso wie die KTS ist das European Media Lab in der Villa Bosch in Heidelberg beheimatet, dem ehemaligen Wohnsitz des Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874 - 1940).
Ihr Ansprechpartner:
Deutsche Gesellschaft für Geographie
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Peter Wittmann
Tel./Fax: (0711) 2 26 14 02
E-Mail: p.wittmann@epost.de
Dr. Peter Wittmann | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.eml.villa-bosch.de
www.kts.villa-bosch.de
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