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Die von der Stiftung Industrieforschung mit 170 000 Euro geförderte Entwicklung soll nach Abschluss der laufenden klinischen Prüfung in ein marktfähiges Produkt umgesetzt werden.
Jährlich sterben in Deutschland etwa 500 bis dahin scheinbar gesunde Säuglinge völlig überraschend. Die Ursachen für diesen so genannten plötzlichen Kindstod (Sudden Infant Death Syndrom - SIDS) sind noch immer ungeklärt. Er ereignet sich meist während des Schlafs und trifft vor allem Babys im ersten Lebensjahr. Eine rechtzeitige Alarmierung der Eltern könnte solche Todesfälle verhindern.
Ein mit Fördermitteln der Stiftung Industrieforschung entwickelter Sensor-Baby-Body soll künftig für eine vorbeugende Überwachung sorgen. Knapp drei Jahre lang haben Forscher am Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf an der Entwicklung gearbeitet. "Herausgekommen ist ein kostengünstiges Säuglingsüberwachungssystem, das mit einem Minimum an technischem und pflegerischem Aufwand optimal funktioniert und eine sichere Alarmierung bei lebensbedrohenden Situationen gewährleistet", berichtet Instituts-Direktor Professor Heinrich Planck. Die Stiftung Industrieforschung hat das Projekt mit 170 000 Euro finanziert. "Für diese Innovation gibt es ein immenses Nutzen- und Marktpotenzial", begründet Stiftungsvorstand Dr. Wolfgang Lerch das Engagement. Die Stiftung Industrieforschung fördert gezielt Forschungsprojekte, die mittelständischen Unternehmen neue Marktchancen eröffnen.
So funktioniert der intelligente Baby-Body: In normaler Säuglingswäsche angebrachte Sensoren überwachen permanent Herzschlag, Atmung, Körpertemperatur und Körperfeuchtigkeit. Die elastischen Messinstrumente sind im Brustbereich so befestigt, dass sie das Kind im Schlaf nicht stören. Sie lassen sich an einen normalen Laptop anschließen, auf dem ein Überwachungs- und Auswertungsprogramm installiert ist. Bei Abweichungen von den Sollwerten schlägt der Computer Alarm. Bislang erfolgten solche Überwachungen mit aufwendigen Apparaten und umständlich anzubringenden Befestigungsgurten.
Die Praxistauglichkeit des Sensor-Baby-Bodys weisen die Entwickler derzeit durch eine Klinische Prüfung an der Uniklinik Tübingen nach. Prüfpunkte sind Handhabbarkeit, die Qualität der Datenerfassung sowie die Sicherheit bei der Erfassung von Episoden, die für den plötzlichen Kindstod von Bedeutung sind. Professor Planck: "Danach soll unsere Entwicklung in ein marktfähiges Produkt umgesetzt werden."
Dr. Wolfgang Lerch | Quelle: presseportal
Weitere Informationen: www.stiftung-industrieforschung.de/innovationen
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