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Etwa eine Mio. antike Schiffswracks am Meeresgrund sind vor allem für Diebe und Räuber eine große Herausforderung.
Zum Schutz der Wracks hat nun ein türkischer Forscher ein neuartiges Warnsystem entwickelt, das illegale Schatzsucher am Plündern hindern soll, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Denn zumeist gehören die Wracks und die darin befindlichen Kulturgüter den Regierungen jener Länder, vor dessen Küsten die Überbleibsel liegen.
Tuncy Akal vom TÜBITAK-Marmara Research Center in Kocaeli hat gemeinsam mit seinem Team ein Warnsystem entwickelt, das illegale Eindringlinge anhand ihrer akustischen Signale erkennt. Das Meer ist - anders als vielleicht angenommen - auch unter der Wasseroberfläche keinesfalls leise. Neben Geräuschen, die durch Wind und Wellen oder auch Lebewesen verursacht werden, gibt es jede Menge Lärmquellen, die vom Menschen stammen - wie etwa der gesamte Schiffsverkehr. Akal glaubt, dass man aus der gesamten Geräuschkulisse jene von typischen Wrackräubern ziemlich genau identifizieren kann. Dazu setzt der Experte auf Vektor-Sensoren, die die Herkunft der Schallwellen aufnehmen und spezifische Sequenzen identifizieren können.
In den allermeisten Fällen suchen sich Plünderer Wracks in relativ entlegenen Regionen aus, die sie mit Schnellbooten aufsuchen. Der Klang der Schiffsschraube solcher Boote verursacht ein ganz spezielles akustisches Signal, das bereits verrät, dass jemand in das Territorium eingedrungen ist. Um einen Fehlalarm zu verhindern, überwacht das System genau, ob der Motor in der Nähe des Wracks abgeschaltet wird oder nicht. Beim nächsten Schritt achtet das System darauf, ob die Eindringlinge mit Tauchgeräten zum Meeresboden unterwegs sind. Auch die Sauerstoffblasen, die beim Ausatmen unter Wasser entstehen, verursachen Geräusche, die von einer schwimmenden Boje aus über Funk an eine Landstation gesendet werden.
Akal meint, dass das System zwar nicht zu 100 Prozent ausgefeilt sei, da Räuber auch mit Ruderbooten zu den Wrackstellen gelangen könnten. "Das ist allerdings eher auszuschließen, denn dafür braucht man doch sehr viel Equipment", so der Forscher. Auch Tauchsysteme, die die ausgeatmete Luft nicht ins Wasser abgeben und dadurch leiser sind, stellen eine Herausforderung für das Warnsystem dar. Akal und sein Team wollen einen Prototyp des Systems in der Nähe von Bodrum beim Wrack eines bereits gefährdeten römischen Schiffes testen.
"2001 wurde seitens der UNESCO die Konvention zum Schutz von Unterwasser-Kulturgütern ins Leben gerufen", so Dina Yanni, Kulturreferentin der UNESCO-Österreich http://www.unesco.at im pressetext-Interview. "Zum Inkrafttreten sind 20 Ratifizierungen erforderlich. Bisher haben allerdings erst 17 Staaten diese Konvention ratifiziert", erklärt die Referentin. Konkret gehe es in der Konvention um den Schutz von archäologischem Kulturgut und rechtlichen Fragestellungen, wie etwa dem Seerecht.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.mam.gov.tr/eng
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