Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Footware Innovation" – Digitale Techniken für individuelles Schuhwerk

09.02.2016

Sieben mittelständische Unternehmen des Orthopädiefachhandwerks, die Universität Bayreuth und die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth haben sich zum neuen Netzwerk „Footware Innovation Network (FIN)“ zusammengeschlossen. Das Netzwerk soll dem Orthopädiefachhandwerk den Nutzen digitaler Technologien vom 3D-Scan bis zum 3D-Druck erschließen, um kundenorientiert und dabei kostengünstig höchst individuelle Produkte herstellen zu können.

Praktikable Produktlösungen für das Orthopädiefachhandwerk


3D-Druck eines Modells für einen passgenauen Damenschuh.

Bild: Footware Innovation Network (FIN); mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.

Orthopädiefachhandwerksbetriebe und deren Zulieferer leiden unter dem Druck der Massenfertigung. Während aber die Hersteller von Massenware kundenindividuelle Bedürfnisse nur im Ansatz erfüllen können, sind Orthopädiefachhandwerker von Beginn an klar im Vorteil.

Sie sind auf die sehr persönlichen Ansprüche ihrer Kunden fokussiert und sind in der Lage, sich auf die Weiterentwicklung von Schuhen zu individuell angepassten High-Tech-Produkten zu konzentrieren. Daher wollen die Partner im neuen Netzwerk FIN für das Orthopädiefachhandwerk praktikable Produkt- und Prozesslösungen passend zum Marktbedarf schaffen.

Bewegungsapparat und Belastungsumfeld von Menschen stellen dabei hohe Anforderungen an eine zeitgemäße Fußbekleidung, die dem Nutzungszweck angepasst ist. Für gewöhnlich werden diese Anforderungen heute durch die Standardisierung der oft in Massenfertigung produzierten Schuhe bzw. durch deren Teile nur eingeschränkt erfüllt.

Die Nutzung industrieller digitaler Techniken jedoch, vom 3D-Scan bis hin zum 3D-Druck, ermöglicht in Verbindung mit einer sensiblen orthopädischen Diagnose die Herstellung eines Schuhwerks, das den jeweiligen individuellen Anforderungen deutlich besser gerecht wird und letztlich die Konkurrenzfähigkeit der an der Entwicklung beteiligten Partner sicherstellt.

Ein offenes Netzwerk für mittelständische Unternehmen

Seit der Gründung des Kooperationsnetzwerks „FIN“ im September 2015 sind sieben Unternehmen dem Netzwerk als Gründungspartner beigetreten. Dazu gehören das Friedrich-Baur BioMed Center und das Reha Team aus Bayreuth, die Kulmbacher Schäftefabrik, die Hans Brünner GmbH aus Schweinfurt, PICCO’s 3D World GmbH oder auch Startups wie HypeCask von Florian Horsch und die Softwareschmiede Vogler Engineering. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert das Netzwerk zunächst für ein Jahr.

Breit gefächertes Know-how bei begrenzten finanziellen Mitteln zum Nutzen aller zusammenzuführen, ist der gemeinsame Ansatz der Projektpartner, die aus unterschiedlichen Branchen und Tätigkeitsfeldern stammen. „Die Partner ergänzen sich im Netzwerk optimal. Was ein Partner alleine nicht schafft, gelingt oft gemeinsam“, erklärt Dr.-Ing. Bernd Rosemann, Leitungsmitglied der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation.

Während KMUs selten die für eine zielgerichtete Lösungsfindung notwendigen Fach- und Themengebiete abdecken können, sei das notwendige Know-how im Netzwerk für jedes Mitglied leicht zugänglich oder könne nutzbringend integriert werden. „Hierfür steht das Netzwerk weiteren interessierten Unternehmen offen, um deren Fragestellungen zu bearbeiten, geeignete Produktideen zu identifizieren und technische Lösungen zu erarbeiten. Für die Umsetzung innovativer Ideen ist diese Offenheit des Netzwerks ein riesiger Vorteil“, sagt Dr.-Ing. Bernd Rosemann und fügt hinzu: „Jedes Unternehmen aus den Branchen Schuhfertigung und -entwicklung, Orthopädie, Digitalisierung und 3D-Druck kann der Kooperation beitreten und ist herzlich eingeladen, mit seiner Fragestellung an das Netzwerk heranzutreten.“

Am 5. Februar 2016 trafen sich die Netzwerk-Teilnehmer zu ihrem ersten Symposium bei der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth, um erste konkrete Projektideen zu diskutieren und zu konkretisieren.

Kontakt:

M.Eng. Fabian Joas
Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation
Universitätsstraße 9
D-95447 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 78516-221
E-Mail: fabian.joas@uni-bayreuth.de

www.footware-innovation.de  

Christian Wißler | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops