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Das digitale Amt: Neue eGovernment Lösung für Rostock

14.06.2007
Für die Einwohner Rostocks wird der Gang in die Amtsstube in Zukunft via Computer möglich sein. Das Zentrum für Graphische Datenverarbeitung, e.V., Rostock (ZGDV) und die Hansestadt Rostock beendeten vor kurzem mit einer Abschlusstagung ein zweijähriges Forschungsprojekt zum Thema eGovernment-Lösungen. Ein anschließender Praxistest wird das elektronische Verwaltungssystem auf Herz und Nieren prüfen.

Nach erfolgreicher Testphase wird das System dann ab Herbst 2007 für alle Bürger der Stadt zugänglich sein.

Zeit ist Geld! Und von beidem ging in der Vergangenheit einiges verloren: durch lange Warteschlangen und Bearbeitungszeiten bei Amtsangelegenheiten. Doch für die Rostocker wird damit bald Schluss sein. Die Lösung heißt eGovernment und verspricht mehr Bürgernähe, Transparenz und Effizienz in Verwaltungs-prozessen. Die Vision: in Zukunft kann der Bürger seine Behördengänge im virtuellen Amt bequem von zu Hause aus erledigen. Das spart Zeit, Geld und in vielen Fällen auch Nerven.

In Kooperation mit der Hansestadt Rostock haben die Forscher vom ZGDV Rostock in dem Projekt VESUV digitale Helfer entwickelt, die den Bürger bei seinen behördlichen Erledigungen im Netz unterstützend begleiten. Sie helfen außerdem bei immer wiederkehrenden Behördengängen wie beispielsweise im gewerblichen Meldewesen oder bei der Organisation von Großveranstaltungen. "Das entwickelte System ermöglicht ein digitales Veranstaltungsmanagement, das in dieser Form einzigartig in Deutschland ist", sagt Guntram Flach, Leiter der Abteilung "eGovernment & Multimedia Information Management" am ZGDV Rostock. Verschiedene deutsche Großstädte wie Hannover, Frankfurt am Main und Görlitz haben bereits Interesse an dieser Software bekundet.

"eGovernment ist längst seinen Kinderschuhen entwachsen und kann einen wichtigen Beitrag für Bürokratieabbau und Qualitätssteigerung in der Behördenarbeit leisten. Daher ist es nun Zeit, die elektronische Abwicklung von Verwaltungsprozessen flächendeckend zum Einsatz zu bringen", so Flach weiter. Unterstützt wird das Institut von der Computer-Beratungs-Gesellschaft mbH Schwerin, die für die industrielle Entwicklung und den Vertrieb der Agentensoftware verantwortlich ist.

Ein letzter Probelauf steht allerdings noch aus. In den kommenden Wochen wird das Programm daher in einem Praxistest auf Herz und Nieren geprüft. In einer ersten Phase wird es im Stadtamt sowie im Umwelt- und Grünamt zunächst behördenintern eingesetzt, gefolgt von einem externen Anwendertest durch die Großmarkt GmbH Rostock, die Großveranstaltungen wie die HanseSail oder den Rostocker Weihnachtsmarkt organisiert. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Testreihen wird dann im Herbst 2007 das elektronische Verwaltungssystem auch für die Rostocker Bürger freigeschaltet.

VESUV ist ein Verbundprojekt, in dem die Vorteile sicherer und rechtsverbindlich handelnder Softwareagenten in zwei konkreten Anwendungsbereichen erforscht werden: eGovernment und eTourismus. Als eines der führenden Forschungsinstitute Deutschlands für den Aufbau von elektronischen Informations- und Kommunikationswegen ist das ZGDV für die Projektleitung im Bereich eGovernment zuständig. Die Wissenschaftler des Instituts haben ihre Ideen und Konzepte in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung umgesetzt und wurden darüber hinaus von der Universität Kassel und dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt unterstützt. Nach zweijähriger Laufzeit findet Ende Juni 2007 in Görlitz die Abschlusstagung zum Projektende von VESUV statt.

Kontakt für weitere Informationen:
Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. Rostock
Dipl.-Inf. Guntram Flach
Telefon: 0381 / 40 24-156
Fax: 0381 / 40 60 88
E-Mail: guntram.flach@rostock.zgdv.de
Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy und IMEDIA, Inc. in Providence, Rhode Island (USA), den Omaha Graphics and Media Laboratories (OGM Labs) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien). Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungsnetzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2006 über 38 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.zgdv.de
http://www.vesuv-projekt.de

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