Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnellster Ultracomputer der Welt geht in Japan in Betrieb, um globale Umweltprobleme zu lösen

08.03.2002


NEC (NEC Solutions) hat heute die Fertigstellung des als "Earth Simulator" (Erdsimulator) bezeichneten ultraschnellen Parallelrechnersystems bekannt gegeben. Das Earth Simulation Center (ESC) wird den Ultracomputer am 11. März 2002 in Betrieb nehmen. Der Erdsimulator wurde vom Earth Simulator Research and Development Center (ESRDC) entwickelt, einer Organisation, in der Japans National Space Development Agency (NASDA), das Japan Atomic Energy Research Institute (JAERI) und das Japan Marine Science and Technology Center (JAMSTEC) zusammenarbeiten.

Das Erdsimulatorsystem wurde in einem speziell dafür konzipierten 3.250 Quadratmeter (50 m x 65 m) großen Gebäude am Yokohama Institute for Earth Sciences (Yokohama, Kanagawa) von JAMSTEC installiert. Es ist der schnellste Supercomputer der Welt mit 640 Rechenknoten (64 Gigaflops pro Knoten, insgesamt 5.120 CPUs), von denen jeder acht Vektorprozessoren enthält (8 Gigaflops pro CPU), und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 40 Teraflops (40 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde).

Der Erdsimulator dient der Erforschung der Umwelt und soll helfen, globale Umweltprobleme zu lösen bzw. Maßnahmen gegen Naturkatastrophen zu entwickeln. Dies wird durch die Schaffung eines "virtuellen Planeten Erde" erreicht, der geophysikalische, klimatische und wetterbedingte Phänomene simuliert.

Der Erdsimulator ermöglicht so Analysen und Vorhersagen von globalen Klimaveränderungen und bietet Lösungen für deren weltweite Folgen. Der Erdsimulator nutzt die von Satelliten, Bojen und ähnlichen Erdbeobachtungsstationen gewonnenen Daten und trägt so zum besseren Verständnis von Phänomenen wie Erderwärmung, Luft- / Meeresverschmutzung und El-Nino-Effekt sowie einer besseren Vorhersagbarkeit von lokalen wolkenbruchartigen Regenfällen, Hagelschauern und anderen schwer vorhersagbaren Auswirkungen bei. Dies wird letztendlich zur Entfaltung wirtschaftlicher Aktivitäten und zur Lösung globaler Umweltprobleme führen. Der Simulator stellt außerdem ein hervorragendes Forschungswerkzeug zur Erklärung terrestrischer Phänomene wie Tektonik und Erdbeben dar.

Seit NEC 1997 für den Entwurf des grundlegenden Designs des Erdsimulators ausgewählt wurde, hat das Unternehmen große Anstrengungen für das Projekt unternommen: von der technologischen Forschung und Entwicklung 1998 über die Detailkonstruktion 1999 und die Herstellung und Implementierung im Jahr 2000 bis hin zur Fertigstellung des Hauptsystems und der Betriebsaufnahme in diesem Jahr.

NEC ist sehr stolz auf die Teilnahme am Erdsimulatorprojekt. Auch in kommenden Jahren wird sich NEC durch die Weiterentwicklung von Spitzentechnologien mit ganzer Kraft für die Verbesserung der Betriebs- und Leistungsfähigkeit des Systems einsetzen.

"Schnellster Ultracomputer der Welt geht am 11. März 2002 in Japan in Betrieb: Der "Earth Simulator" (Erdsimulator) wurde in einem speziell dafür konzipierten 3.250 Quadratmeter (50 m x 65 m) großen Gebäude am Yokohama Institute for Earth Sciences (Yokohama, Kanagawa) von JAMSTEC installiert. Der Ultracomputer soll einen "virtuellen Planeten Erde" schaffen, der geophysikalische, klimatische und wetterbedingte Phänomene simuliert. Seit NEC 1997 für den Entwurf des grundlegenden Designs des Erdsimulators ausgewählt wurde, hat das Unternehmen große Anstrengungen für das Projekt unternommen: von der technologischen Forschung und Entwicklung 1998 über die Detailkonstruktion 1999 und die Herstellung und Implementierung im Jahr 2000 bis hin zur Fertigstellung des Hauptsystems und der Betriebsaufnahme in diesem Jahr."
"Bildquelle: NEC ESS."

Hauptmerkmale des Erdsimulatorsystems

1. Halbleitertechnologie auf dem neuesten Stand der Technik

Extrem schnell durch 0,15-Mikrometer-Kupfertechnologie mit ca. 57 Millionen Transistoren und neuester ultraschneller und hochintegrierter CMOS- Technologie

2. Ultragroßes Parallelrechnersystem

Ist aus 640 Rechenknoten (insgesamt 5.120 CPUs) aufgebaut, von denen jeder acht Vektorprozessoren enthält (8 Gigaflops pro CPU, 64 Gigaflops pro Knoten), und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 40 Teraflops (40 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde)

16 Gigabyte gemeinsam genutzter Hauptspeicher in jedem Rechenknoten und damit 10 Terabyte für das gesamte System

3. Verbesserte UNIX-basierte Software und Entwicklungsumgebung

"SUPER-UX", ein spezielles für die Supercomputer der SX-Serie von NEC entwickeltes UNIX-basiertes Betriebssystem, wurde stark optimiert und erweitert. Als Programmentwicklungsumgebung werden Compiler mitgeliefert, die eine automatische Parallelisierung und Vektorisierung von Programmen in den Sprachen Fortran90, HPF, C und C++ ermöglichen, sowie die Message Passing Bibliothek MPI2 und die Mathematische Bibliothek ASL/ES unterstützen.

Dr. Jörg Stadler | ots
Weitere Informationen:
http://www.nec.com
http://www.ess.nec.de/
http://www.nec-cebit.com/press_D.asp

Weitere Berichte zu: CPU Earth Erdsimulator Gigaflop Simulator Ultracomputer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften