Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schulkinder beim "cyberMarathon"

03.05.2007
Die Gefahr von Übergewicht steigt im Kindes- und Jugendalter stetig an. Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule Laatzen, Hannover, gehen jetzt mit ungewöhnlichen Methoden gegen dieses Problem vor.

Sie tragen spezielle Armbänder, an denen Sensoren angebracht sind. Diese Armbänder erfassen, wie sie sich im Alltag bewegen, und dokumentieren dies in einem elektronischen Tagebuch. Wer mehr Sport treibt und sich mehr bewegt, erhält eine Erfolgsrückmeldung. Das Pilotprojekt wird vom Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig gemeinsam mit dem Sportmedizinisches Zentrum Hannover (An-Institut der Medizinischen Hochschule Hannover, Abteilung des Agnes-Karll-Krankenhauses Laatzen), dem Landessportbund Niedersachsen e.V. und der Albert-Einstein-Schule Laatzen entwickelt.

Die Forscher der TU Braunschweig können auf diese Weise den Energieverbrauch der Kinder pro Tag aufzeichnen und ihre Fortschritte dokumentieren. Schließlich vergleichen sie die Daten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit denen von Kindern, die keine Sensorarmbänder getragen haben.

Ihr Ziel ist es, die körperlichen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler im Alltag und bei gezielten Sportprogrammen zu erhöhen. Dadurch, dass die Kinder eine Rückmeldung über ihre Leistung erhalten, erhöhen sich Selbstkontrolle und Motivation.

... mehr zu:
»Adipositas »Schüler »Sensor »Übergewicht

Zum Projekt gehört neben den Armbändern auch ein spezielles Begleitprogramm, das gemeinsam mit dem des Landessportbundes entwickelt wurde. Eine Klasse übt eine Sportart über etwa vier bis sechs Wochen ein; je nach Saison z.B. Inline-Skating, Leichtathletik, TaeBo, Volleyball oder Baseball. Durch stetiges Üben soll sichergestellt werden, dass auch unsportliche Kinder die Sportart so erlernen, dass sie diese befriedigend beherrschen und sich entscheiden können, ob sie diese weiter betreiben wollen.

Die Braunschweiger Wissenschaftler erfassen zunächst mit den Sensoren viele Gesundheitsdaten wie Bewegungsdauer, Beschleunigung, Energieumsatz, Schlafdauer oder die Zahl der Schritte, die täglich zurückgelegt werden. Schließlich wollen sie feststellen, welche Daten erfasst werden müssen, um "cyberMarathon" in der Zukunft auch bei vielen weiteren Kindern Erfolg versprechend umsetzen zu können. Abhängig von den wissenschaftlichen Ergebnissen könnten dann kostengünstige Sensoren angeschafft und zur Verfügung gestellt werden.

Warum "cyberMarathon?"

Schuleingangsuntersuchungen belegen ein Übergewicht bei zehn bis 12 Prozent und eine Adipositas (starkes Übergewicht) bei vier bis sechs Prozent der Kinder. In den vergangenen 20 Jahren verdoppelte sich die Anzahl adipöser Kinder. Bis zu sieben Prozent der Fünf- bis Sechsjährigen und bis zu acht Prozent der Dreizehn- bis Fünfzehnjährigen leiden heute an Adipositas, und der Trend setzt sich im Erwachsenalter fort. Zwischen 1985 und 2002 stieg die Häufigkeit der Adipositas von 16 auf 23 Prozent bei den 25- bis 69-Jährigen an. Folgeerkrankungen des Übergewichts wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes manifestieren sich häufig schon im Kindes- und Jugendalter. "cyberMarathon" widmet sich besonders den Schülerinnen und Schülern mit erhöhtem Adipositas-Risiko, die also zum Beispiel sportlich weniger talentiert sind oder übergewichtige Eltern haben.

Kontakt:
Dipl.-Inform. Maik Plischke
Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig
E-'Mail: m.plischke@mi.tu-bs.de

Ulrike Rolf | idw
Weitere Informationen:
http://www.cybermarathon.de

Weitere Berichte zu: Adipositas Schüler Sensor Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das Gehirn mit „Legosteinen“ modellieren
16.06.2017 | Universität Luxemburg - Université du Luxembourg

nachricht Dehnungsmessung – schnell und vielseitig wie nie
14.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie