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Siemens und Fraunhofer IML kooperieren bei RFID

27.04.2007
Die Kooperation von Siemens und Fraunhofer-Institut Materialfluss und Logistik IML legt neuen Meilenstein in der Weiterentwicklung von RFID. Die Identifikation von Objekten soll bald noch schneller, präziser und effizienter sein.

Zusätzlichen Schwung erhält die Weiterentwicklung der RFID-Technologie jetzt Dank einer neuen Kooperation zwischen dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und der Siemens AG. Ein entsprechender Vertrag wurde am 20. April 2007 beim Fraunhofer-Institut in Dortmund feierlich unterzeichnet. Die Kooperation hat das Ziel, die Geschwindigkeit und die Genauigkeit der Radiofrequenzidentifikation von Gegenständen zu erhöhen. Dadurch würden z.B. Warenumschlagzeit, Zuverlässigkeit, Kostenstruktur und Paketortung von Logistikfirmen deutlich verbessert.

Denn die Logistikbranche steht unter einem besonders hohen Druck, vor allem hinsichtlich Kosten, Liefertreue und Optimierung des Warenumschlags. Die Beachtung von Richtlinien zur Dokumentation für den Transport von Gefahrguten, verderblichen Gütern, Tiefkühlprodukten und Medikamenten stellen immer neue Herausforderungen. "Das IML ist ein idealer Partner für uns, um die RFID-Technologie noch schneller, präziser und effizienter zu machen. Das hilft nicht nur der Logistikbranche, sondern auch bei vielen anderen Anwendungen", unterstrich Herbert K. Meyer, Geschäftsleiter der Siemens AG, Region Ruhr. "Siemens ist das einzige Unternehmen, das bereits ein komplettes Portfolio von Produkten und Dienstleistungen rund um RFID aus einer Hand anbietet."

Ein (Radio Frequency Identification-) RFID-System umfasst einen Transponder zur Kennzeichnung eines Gegenstandes, ein Lesegerät zum Auslesen dieser Kennung und eine Soft-(Middle-)ware mit Schnittstelle zu weiteren EDV-Systemen und Datenbanken. Dieses System ist u.a. in der Lage, Objekte berührungslos, eindeutig per Funk zu identifizieren und deren Transportweg lückenlos zu dokumentieren.

Prof. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund: "Es wird Zeit, dass wir fragen, was ein Paket für uns tun kann und nicht, was wir für ein Paket tun können. Auch die Bundesregierung hat die Chancen von RFID erkannt. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat das ´Internet der Dinge` - das auf dem Prinzip der intelligenten Behälter fußt - zu einer ihrer zwölf Leitinnovationen gemacht. Wir freuen uns, dass unser neuer Partner im openID-center, Siemens, ebenfalls im BMBF-Projekt ´Internet der Dinge` ein (ge-)wichtiger Partner ist."

Die Partnerschaft zwischen Siemens und dem IML umfasst im Wesentlichen die Zusammenarbeit beider Seiten im Dortmunder "openID-center" des Fraunhofer-Institus. Dieses Center ist ein einzigartiges Experimentierfeld, auf dem entwickelte Lösungen ohne großen Zusatzaufwand auf reale Projekte umsetzbar sind und unter Echtheitsbedingungen intensiv erforscht, getestet und weiterentwickelt werden können. Aufgebaut ist dort z.B. die gesamte Hard- und Software einer kompletten Logistikkette, vom Warenlager mit Kommissionierung über den Transport bis hin zur Übergabe der Ware an Endkunden.

"Die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut ermöglicht es uns zudem, wegweisende RFID-Anwendungen im Umfeld der Produktionslogistik zu entwickeln und praktisch zu erproben", sagt Holger Schönherr, Leiter des Kompetenzzentrums RFID im Siemens-Bereich Automation & Drives (A&D).

Reizvoll sind in diesem Umfeld u.a. auch Forschungsanwendungen hinsichtlich Mehrweg-Management, Materialflusssteuerung auf Basis autonomer und selbstgesteuerter logistischer Objekte, Plattformen zur Steuerung und Integration des Informationsflusses und die Rückverfolgbarkeit mit Hilfe "intelligenter Behälter". Prof. Dr. ten Hompel: "Ob in der Pharmaindustrie, beim Bau von Autos oder im Recycling - die Anwendungen von RFID sind so vielfältig wie die Möglichkeiten dieser Technologie. Unsere jüngste Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Informationsforum RFID ergab, dass mehr als 90 Prozent der Menschen davon überzeugt sind, dass RFID zum industriellen Einsatz kommen wird."

Sowohl Siemens als auch das Fraunhofer-Institut können auf Jahrzehnte lange Erfahrungen in der Entwicklung der RFID-Technologie zurückblicken. Mit der neuen Kooperation mit dem IML in Dortmund wird der engen Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern auf vielen unterschiedlichen Anwendungsgebieten ein weiterer Meilenstein hinzugefügt. "Durch Zusammenführen der bisher gewonnenen Erkenntnisse beider Partner nun auch im Bereich Materialfluss und Logistik bieten sich gute Erfolgsaussichten für Nordrhein-Westfalen. Diesen größten Logistikstandort Europas mit RFID weiter zu stärken ist eine unserer Triebfedern", meint Thomas Schmid, Leiter des Bereichs A&D von Siemens, Region Ruhr, der stellvertretend gemeinsam mit Prof. Dr. ten Hompel den Vertrag unterzeichnete. Die drei Bereiche A&D, Industrial Solutions and Services sowie Siemens IT Solutions and Services sind bei Siemens federführend in der Weiterentwicklung von RFID.

Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. 475.000 Mitarbeiter (inkl. nicht fortgeführte Aktivitäten) entwickeln und fertigen Produkte, projektieren und erstellen Systeme und Anlagen und erbringen maßgeschneiderte Dienstleistungen. In rund 190 Ländern unterstützt das vor mehr als 155 Jahren gegründete Unternehmen seine Kunden mit innovativen Techniken und umfassendem Know-how bei der Lösung ihrer geschäftlichen und technischen Aufgaben. Der Konzern ist auf den Gebieten Information and Communications, Automation and Control, Power, Transportation, Medical und Lighting tätig. Im Geschäftsjahr 2006 betrug nach U.S. GAAP der Umsatz 87,3 Mrd. EUR und der Gewinn nach Steuern 3,033 Mrd. EUR.

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik berät Unternehmen aller Branchen und Größen in allen Fragen rund um Materialfluss und Logistik. Für seine Kunden ist es umfassend tätig: Als Berater unterstützt es bei neuen Aufgaben und Anforderungen, als Forscher erarbeitet es gemeinsam mit seinen Kunden neue Lösungen, als Planer hilft es bei der Optimierung der inner- und außerbetrieblichen Logistik und als Entwickler realisiert es Lösungen in Soft- und Hardware. Das Fraunhofer IML setzt dabei auf unternehmensspezifisch maßgeschneiderte Lösungen und begleitet seine Kunden von der Planung bis zur Realisierung.

Stefan Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

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