Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Revolution in der Amtsstube

26.04.2007
ServiceLine 115 - Forscher der TU Berlin und des Fraunhofer Instituts FOKUS arbeiten an einer zentralen Hotline für alle Behörden

Hilfe holen durch Polizei und Feuerwehr, das ist einfach. Die zentralen Rufnummern 110 und 112 machen's möglich. Doch wehe, der Mensch braucht Unterstützung durch eine Behörde. Umständlich ist dann die Suche nach einer geeigneten Telefonnummer oder Ansprechperson. Damit soll nun Schluss sein. "ServiceLine 115" heißt das Zauberwort.

Der Name bezeichnet ein Projekt, das Serviceanfragen gleichsam wie eine Hotline unter einer zentralen Nummer aufnehmen soll, eben der "115", und sie automatisch bis in die zuständigen Backoffice-Systeme leitet. Eine Antwort und eine Bearbeitungsnummer soll es auch gleich geben - und das bundesweit. Kein Wunder, dass viele große Software-Entwickler und Netzwerkbetreiber mehr als interessiert an dem möglicherweise milliardenschweren Projekt waren. Den Zuschlag vom ISPRAT Institut (Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration & Technologie) für das viel versprechende Projekt, das auf dem IT-Gipfel im Dezember 2006 von Kanzlerin Angela Merkel persönlich in die Diskussion gebracht wurde, erhielt nun das Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS, dessen Chef Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin gleichzeitig TU-Professor ist. Ausschlaggebend dafür war die langjährige Erfahrung der Forscher auf diesem Gebiet.

Wie funktioniert das virtuelle Rathaus?

Das Institut verfügt über das Kompetenzzentrum Next Generation Network Infrastuctures (NGNI), das wiederum in seinem international einzigartigen "Open IMS Playground" die notwendige Infrastruktur für die Umsetzung einer solchen Service Hotline für Verwaltungen bereitstellen kann. Verantwortlich dafür ist TU-Professor Dr.-Ing. Thomas Magedanz, mit dessen Professur für Architekturen der Vermittlungsknoten in der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik ebenfalls eine Leitungsfunktion am FOKUS verbunden ist. In ihrem eGovernment-Labor testen die Wissenschaftler mit weiteren Partnern, ob und wie elektronische Bürgerdienste wie das vielerorts bereits erprobte "virtuelle Rathaus" funktionieren können und ob sie wirtschaftlich tragbar sind.

Vorbild für die Idee einer zentralen "Service-Hotline" ist New York. Noch vor wenigen Jahren kämpfte sich der auf allen anderen Gebieten eher smarte New Yorker mit etwaigen Anliegen an die Stadt durch einen Urwald von 100 Behörden und 40 Callcentern. Heute kann man unter der einzigen Nummer 311 über 200 Dienstleistungen abfragen.

Die Berliner Forscher träumen allerdings schon einen Schritt weiter. Mit ihrer Technologie einer standardisierten Umgebung für telekommunikations- und internetbasierte Dienste wollen sie langfristig Behörden in ganz Europa vernetzen und damit revolutionieren. "Stellen Sie sich vor", sagt Radu Popescu-Zeletin, "in wenigen Jahren könnten Sie von Ihrem PC oder vom Handy in Berlin aus, einen Friseurladen in Barcelona eröffnen."

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Radu Popescu-Zeletin, Technische Universität Berlin, Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik, Fachgebiet Offene Kommunikationssysteme, Tel.: 030 / 314-21453, E-Mail: rpz@cs.tu-berlin.de

Prof. Dr. Thomas Magedanz, Technische Universität Berlin, Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik, Fachgebiet Architekturen der Vermittlungsknoten, Tel.: 030 / 314-21455, E-Mail: tm@cs.tu-berlin.de

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.fokus.fraunhofer.de/serviceline115/
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2007/pi89.htm

Weitere Berichte zu: Elektrotechnik FOKUS Popescu-Zeletin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik