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Für den Ernstfall am Computer trainieren

17.04.2007
Ob es sich um virtuelle Trainingswelten oder interaktive Simulationen handelt, der Computer kann die reale Ausbildung zwar nicht ersetzen, jedoch sinnvoll und motivierend ergänzen.

Das computersimulierte Trainingsspiel Brandbekämpfung vom Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V. (ZGDV Rostock) und der virtuelle Rundgang durch das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD Rostock) sind zwei Anwendungen, die sich den Themen Sicherheit, Training und Ausbildung widmen. Die Forscher stellen ihre Technologien vom 24. bis 26. April auf der ITEC-Messe in Köln vor. Auf der zum ersten Mal in Deutschland stattfindenden Fachmesse präsentieren Aussteller aus der ganzen Welt neue Trainingsmöglichkeiten, Simulationsprodukte und Technologien für den Bereich Sicherheit.

Die Themen Sicherheit, Ausbildung und Training werden aufgrund gesellschaftlicher Ereignisse und Veränderungen immer stärker diskutiert. Verschiedene Trainingsszenarien können mit Technologien der Computergraphik am PC verdeutlicht und interaktiv geübt werden. Das vom ZGDV entwickelte Trainingsspiel schult Mitarbeiter von Unternehmen und Reedereien für den Notfall, wenn zum Beispiel ein Brand im Betriebsgebäude oder auf dem Schiff ausbricht. Mithilfe des virtuellen Trainings, das auf Spieletechnologien basiert, können neben der realen Schulung weitere ergänzende Szenarien für den Ernstfall am Computer geprobt werden. Die computergestützten Trainingseinheiten verfestigen nicht nur das Gelernte, sondern erhöhen gleichzeitig auch die Motivation der Lernenden und vermitteln das Wissen auf spielerische Weise. "Auch wenn es anfangs wie ein Computerspiel aussieht, bekommen die Übenden schnell mit, dass auch hier intensiver Einsatz gefragt ist, bei dem jede Minute zählt, damit sich ein Brandfall nicht zu einer Katastrophe entwickelt. So wird der Ernst auch in vermeintlich spielerischen Aspekten deutlich", sagt Uwe von Lukas, Geschäftsstellenleiter des ZGDV Rostock.

Virtueller Rundgang durch das Fraunhofer IGD

Welche nötigen Sicherheitsvorkehrungen und -maßnahmen auf dem Betriebsgelände und im Gebäude zu beachten sind, zeigt der virtuelle Rundgang durch das Fraunhofer IGD Rostock. Die Wissenschaftler präsentieren am Beispiel des eigenen Hauses, wie Mitarbeiter sich im Notfall verhalten sollten, in welchen Räumen und Etagen zum Beispiel Feuerwehrlöscher zu finden sind oder wo sich die Notausgänge befinden. Gäste oder Interessenten können darüber hinaus bereits im Vorfeld via Computer einen Hausbesuch machen und sich allgemeine Informationen über das Fraunhofer IGD Rostock sowie zu aktuellen Forschungsprojekten der Wissenschaftler einholen. Ein von den Forschern entwickelter Sensor ermöglicht zudem eine interaktive Führung durch das Institut, bei der die Bewegung nicht zu kurz kommt. Der Gast befestigt einen über Bluetooth mit dem System verbundenen Bewegungssensor an seinem Körper und steuert damit über seine realen Bewegungen den virtuellen Rundgang durch die einzelnen Stockwerke und Büroräume des Hauses. So verbindet sich das virtuelle Erleben mit der echten körperlichen Erfahrung des Gehens.

Beide Anwendungstechnologien werden zusammen mit dem Projektpartner MarineSoft GmbH am Stand 316 im Gang 3 auf der ITEC-Messe in Köln gezeigt und können dort auch selbst ausprobiert werden.

Die ITEC-Messe ist die einzige im europäischen Raum stattfindende internationale Fachausstellung zu den Themen Training, Ausbildung, Lernen und Simulation im Bereich Sicherheit und Verteidigung. Sie findet in diesem Jahr erstmalig in Deutschland statt und war zuvor in europäischen Ländern, wie Frankreich, Luxemburg und Großbritannien, zu Gast. Im letzten Jahr besuchten über 3.000 Interessenten aus Wirtschaft, Industrie und Politik die Fachmesse.

Ansprechpartner für das Exponat Trainingsspiel Brandbekämpfung:

Dr. Uwe von Lukas
ZGDV e.V., Rostock
Tel.: 0381 - 40 24-150
E-Mail: uwe.von.lukas@rostock.zgdv.de
Ansprechpartner für das Exponat Virtuelles IGD:
Holger Diener
Fraunhofer IGD Rostock
Tel.: 0381 - 4024 - 126
E-Mail: holger.diener@igd-r.fraunhofer.de
Kurzprofil INI-GraphicsNet
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt sowie weiteren acht Institutionen in sechs Ländern: dem Centre for Advanced Media Technology (CAMTech), dem Centre for Graphics and Media Technology (CGMT), beide in Singapur, dem Centro de Computação Gráfica (CCG) in Guimarães und Coimbra (Portugal), The IMEDIA Academy und IMEDIA, Inc. in Providence, Rhode Island (USA), den Omaha Graphics and Media Laboratories (OGM Labs) in Nebraska (USA), dem Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien), dem Institute for Graphic Interfaces (IGI) in Seoul (Süd-Korea) und dem Center for Advanced Computer Graphics Technologies (GraphiTech) in Trento (Italien). Diese Institutionen bilden das weltweit größte und leistungsfähigste Forschungsnetzwerk der Graphischen Datenverarbeitung. Ihre Kernkompetenz ist die Visualisierung und interaktive Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen. Sie erforschen und entwickeln neue Interaktions- und Dialogformen für digitale Medien und realisieren innovative Systeme zur Kommunikation und graphisch-interaktiven Kooperation über Rechnernetzwerke. Innerhalb des Forschungsverbundes sind an den zehn Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 500 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Der Etat betrug 2005 über 38 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.zgdv.de

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