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Flächendeckende Versorgung mit DSL-Technik bleibt in Deutschland Illusion

10.04.2007
Nur maximal 60 Prozent der Anschlüsse in einem Telekommunikationskabel können derzeit für DSL genutzt werden / Kleine Leitungsquerschnitte der Kabel sorgen für geringe Übertragungsgeschwindigkeiten / Neue Dynamic Spectrum-Technik bietet Optimierungspotenzial

Trotz der hochgesteckten Pläne mancher Carrier-Unternehmen und der Forderung von Politikern nach "Breitband für alle", wird es auch in den nächsten Jahren in Deutschland keine Vollversorgung mit der DSL-Technik geben. Das berichtet die IT-Wochenzeitung COMPUTERWOCHE in ihrer aktuellen Ausgabe (14/2007).

So können nach Versuchen der Fraunhofer-Einrichtung "Systeme der Kommunikationstechnik" in einem klassischen Telekommunikationskabel derzeit nur maximal 60 Prozent der verfügbaren Anschlüsse für die heutige DSL-Technik genutzt werden. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass die Telefonkabel ursprünglich zum Telefonieren nur für eine Übertragung im Frequenzbereich bis zu 3,4 Kilohertz vorgesehen waren. Mit dem Siegeszug der DSL-Technik müssen diese Kabel nun Frequenzen von bis zu 2,208 Megahertz (bei ADSL2+) verkraften.

Darüber hinaus sind im deutschen Telefonnetz Kabel mit unterschiedlichen Leitungsquerschnitten verlegt. Das Spektrum reicht hierzulande von 0,35 bis 0,8 Millimetern, wobei vereinfacht gilt: Je größer der Durchschnitt, desto höhere Datenraten und Entfernungen lassen sich mit DSL transportieren beziehungsweise überbrücken. So können sich potenzielle DSL-Kunden glücklich schätzen, wenn sie in einem Gebiet wohnen, das noch vom damaligen Monopolisten Deutsche Bundespost mit dicken und kostspieligen Kupferkabeln erschlossen wurde. In manchen Neubaugebieten und Ballungszentren hat die Deutsche Telekom in den vergangenen Jahren dagegen dünnere Kabel verlegt, so dass hohe DSL-Bandbreiten dort nicht angeboten werden können.

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Abhilfe bei der Störanfälligkeit im DSL-Betrieb verspricht das so genannte Dynamic Spectrum Management (DSM), das von vielen Beobachtern bereits als DSL-Nachfolger gefeiert wurde. Diese Technik ermöglicht einen geregelten DSL-Einsatz, indem die Parameter aktiv angepasst werden, um so Störfaktoren wie Nebensprechen zu vermeiden.

Auf diese Weise sollen Reichweite sowie Übertragungsgeschwindigkeit erhöht werden. "Mit DSM beginnt eine neue Ära der DSL-Übertragung" blickt Helmut Steckenbiller, Geschäftsführer bei Fraunhofer in München, in die Zukunft. Allerdings werde die neue Technik wohl erst 2009 zum Einsatz kommen, so Steckenbiller. Aber selbst dann wird es in Ballungszentren kein DSL für alle geben, berichtet die COMPUTERWOCHE.

Für Rückfragen: Heinrich Vaske, Chefredaktion COMPUTERWOCHE, Tel. 089/36086-275, E-Mail: hvaske@computerwoche.de

Heinrich Vaske | presseportal
Weitere Informationen:
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