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Saarbrücker Nachrichtentechniker sichern Dokumente durch Captchas

09.03.2007
Dokumente können heute durch moderne Verschlüsselungstechniken sicher über das Internet übertragen werden. Wie kann jedoch gewährleistet werden, dass beim Öffnen der Dokumente kein Unbefugter über das Internet zuschaut?

Denn Daten werden heute meist auf offenen programmierbaren Endgeräten wie PCs oder PDAs empfangen. Und genau in dem Moment, in dem sie über den Graphikprozessor auf den Bildschirm geladen werden, sind sie bisher meist ungeschützt. Nachrichtentechniker an der Universität des Saarlandes erforschen daher, wie an dieser Stelle die Sicherheit durch so genannte Captchas erhöht werden kann.

Mit Captchas können Befehle und Adressaten so verschleiert werden, dass Computer sie nicht mehr lesen können, dafür aber der Mensch am Bildschirm. Thorsten Herfet, Professor für Nachrichtentechnik an der Universität des Saarlandes, und sein Team werden das Forschungsprojekt auf der CeBIT 2007 (15. bis 21. März) im Future Talk vorstellen und am Forschungsstand des Saarlandes (Halle 9, Stand B 65) für Interviews zur Verfügung stehen.

Captcha ist die Abkürzung für "Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart" und steht für einen automatischen Test, mit dem überprüft wird, ob das Gegenüber ein Mensch oder eine Maschine ist. Viele kennen Captchas bereits vom Online-Banking: Dort muss man zum Einwählen Ziffern verwenden, die am Bildschirm verschwommen wie ein Wasserzeichen erscheinen. Sie sollen verhindern, dass Passwörter durch eine automatische Anwahl herausgefunden werden. Durch Captchas lassen sich Dokumente so verzerren, dass ein Programm diese nicht mehr lesen und damit nicht sinnvoll verändern kann, während ein menschlicher Nutzer den Inhalt weiterhin einwandfrei erkennt.

Man kann aber auch digitale Wasserzeichen verwenden, um die Dokumente zu sichern. Wird der Text nun von einer Maschine gelesen und verändert, wird das Wasserzeichen beschädigt, was wiederum der menschliche Nutzer sofort bemerkt. Diese digitale Verschleierung benutzen die Wissenschaftler der Universität des Saarlandes, um auch die Verwaltung von Dokumenten am PC sicherer zu machen.

Im Mittelpunkt der Forschungen stehen die verschiedenen Möglichkeiten, digitale Dokumente visuell zu verändern, um sie auch auf offenen Plattformen ohne Gefahr zu bearbeiten. Hierbei wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Dokumentenerstellung bis hin zum Dokumentenempfang betrachtet. Denn die Sicherheit kann zum Beispiel durch versteckte Befehle in den Dokumenten gefährdet sein, mit denen der Graphikspeicher des PCs manipuliert wird.

Dadurch kann es passieren, dass Dokumente an einem Bildschirm anders angezeigt werden als an einem anderen, was etwa bei der Kaufsumme in einem Vertrag fatale Folgen haben kann. Die Saarbrücker Nachrichtentechniker versuchen daher, über Captchas Sicherheitsvorkehrungen einzubauen, die den Benutzer möglichst wenig im freien Umgang mit dem Internet und der Dokumentverwaltung auf dem PC einschränken.

Auf der CeBIT 2007 wird Prof. Dr. Thorsten Herfet am Sonntag, 18. März um 11.30 Uhr im Future Talk (Halle 9, Stand A 60) einen Vortrag zum Thema "Mensch und Maschine - Sicherheit in offenen Systemen unter Verwendung von CAPTCHAS" halten. Dieses Thema wird auch sein Mitarbeiter Dr. Igor Fischer am Montag, 19. März um 12 Uhr 50 behandeln. Beide Referenten stehen außerdem vom 16. bis 19. März am Messestand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B 65) für Interviews zur Verfügung.

Kompetenzzentrum Informatik ein Ort im "Land der Ideen"

Am 19. März wird außerdem das Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes auf der CeBIT 2007 als einer von 365 Orten im "Land der Ideen" ausgezeichnet. Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" wird von der Bundesregierung und der bundesdeutschen Wirtschaft getragen und will zeigen, welcher Einfallsreichtum und welches visionäre Denken in Deutschland zu finden ist. Aus diesem Anlass präsentieren Wissenschaftler der Universität des Saarlandes, des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) an den Messeständen und im Future Talk ihre aktuellen Forschungsergebnisse. Im Kompetenzzentrum Informatik arbeiten die Informatikforschung der Universität und die außeruniversitären Forschungsinstitute im Saarland eng zusammen.

Fragen beantworten Ihnen:

Prof. Dr. Thorsten Herfet
Tel. : 0681/302-6541
E-Mail: herfet@nt.uni-saarland.de
Friederike Meyer zu Tittingdorf
Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes
Tel. 0681/302-58099 oder
Tel. 0511/89597132 (CeBIT-Messestand)
Email: presse@cs.uni-sb.de

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.informatik-saarland.de

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