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Herr über die Struktur

28.02.2007
Ein auf Liquid Browsing basierender visueller Dateibrowser, der erstmals Suchen und Navigieren vollständig in einem Interface vereint - das ist Liquifile. Für den Nutzer bedeutet dies vor allem eins: Er findet selbst Dateien, an deren Namen und genauen Speicherort er sich nicht erinnern kann, schnell und einfach wieder.

Die graphische Visualisierung von Metadaten sowie ein gezieltes Ein- und Ausblenden der Datenstruktur bieten zusätzlich Unterstützung bei der Arbeit mit den Dateien. Entwickelt hat das System das junge Darmstädter Software-Unternehmen iVerse. Die erste Version der Software steht unter http://www.liquifile.info zum Download zur Verfügung. Auf der CeBIT 2007 präsentiert sich das Unternehmen in Halle 9, Stand A37.

Den Überblick zu behalten über Tausende Dateien, die auf der Festplatte in mehrstufigen Hierarchien strukturiert sind, ist nicht einfach. Wohin habe ich nur die Präsentation, die ich letztes Jahr zur CeBIT erstellt habe, gespeichert? Und wie hieß sie noch gleich? Wer saß nicht schon mehr oder weniger verzweifelt vor seinem PC und hat versucht wichtige, aber leider verschollene Dateien wiederzufinden. Gängige Dateimanagement-Systeme wie Apples OS X-Finder oder Microsofts Windows Explorer zwingen den Nutzer, sich entweder an genaue Suchbegriffe oder aber an den exakten Speicherort der Datei erinnern zu müssen.

Einen neuen Lösungsansatz bietet das vom jungen Darmstädter Software-Unternehmen iVerse entwickelte Dateimanagement-System Liquifile, das erstmals Suchen und Navigieren vollständig vereint.

Graphische Visualisierung von Metadaten

Auf den ersten Blick sieht Liquifile wie jeder andere Dateibrowser aus - nur der halbtransparente Punkt neben jedem Dateinamen sticht ins Auge. Mit ihm werden die wichtigsten Metadaten, etwa Dateigröße oder Zeitpunkt der Erstellung, visualisiert. Das heißt, anstatt diese Informationen wie bislang üblich in einer Tabelle anzuzeigen, wird beispielsweise die Dateigröße durch die Größe des Datenpunktes repräsentiert und der Zeitpunkt der Erstellung anhand seiner Positionierung auf der X-Achse. Dabei kann der Punkt die Schrift auch überlagern ohne die Lesbarkeit zu stören. "So können gut zehnmal mehr Dateien und Ordner auf gleichem Raum angezeigt werden als bei bisherigen Browsern. Die Darstellung ist trotzdem insgesamt übersichtlicher," erläutert Carsten Waldeck, Erfinder von Liquifile und Gründer von iVerse einen der Vorteile des Systems.

Mit dieser graphischen Visualisierung der Metadaten gehen einige Vorteile einher: Der Nutzer hat alle wichtigen Dateimerkmale wie alphabetische Sortierung, Änderungs- bzw. Erstellungsdatum und Dateigröße gleichzeitig im Blick und bekommt dadurch schnell einen umfassenden Überblick über die Daten, ohne die Sortierung ändern zu müssen. Dadurch ergeben sich unverwechselbare Bilder. So kann der Anwender sein räumliches Vorstellungsvermögen nutzen, um Dateien wiederzufinden.

Suchen und Browsen erstmals in einem Interface vereint

"Bei Liquifile verschmelzen erstmals die beiden Welten des Suchens und Browsens vollständig in einem Interface. Der Nutzer muss kein extra Such-Fenster öffnen, sondern filtert die Struktur seines Dateimanagement-Systems in Echtzeit. Das heißt, wir ermöglichen einen sogenannten Live-Search in der kompletten Hierarchie, die dabei trotzdem vollständig navigier- und veränderbar bleibt," erklärt Waldeck.

Hierbei kann der Grad der Struktur durch das sogenannte Flat Browsing gezielt gesteuert werden. Dies bedeutet, es können sogar Dateien aus verschiedenen Ordnern direkt miteinander verglichen, oder Dokumente aus der Tiefe der Ordnerhierarchien temporär an die Oberfläche gezogen werden.

Version 1 zum download unter http://www.liquifile.info

Liquifile für Mac OS X steht bereits zum download unter http://www.liquifile.info zur Verfügung. Die Arbeiten an einer Windows- und Linux-Version sind in vollem Gange. Interessierte haben die Möglichkeit das System 30 echte Tage zu testen. Danach wird eine Lizenzgebühr von 9,90 Euro fällig.

Weitere Informationen zu Liquifile erhalten Sie im Internet unter http://www.liquifile.info. Hier steht auch ein Einführungsvideo, das die Nutzung und die Vorteile des Systems beschreibt, zur Verfügung. Öffentlich präsentiert werden Liquifile sowie Liquid Browsing, das Konzept auf dem Liquifile basiert, auf der CeBIT 2007 in Halle 9, Stand A37. Besucher haben dort die Möglichkeit, die diesjährige CeBIT über ein Liquid Browsing Interface zu erleben und zu planen. Einen Ausblick auf die Zukunft von Internet und Wissensaustausch bietet Carsten Waldecks Vortrag "The future will be liquified" im Future Talk, Halle 9, Stand A60 am Sonntag, 18. März 2007, 16 Uhr bis 18 Uhr.

Kontakt:
iVerse
Carsten Waldeck
Robert-Bosch-Straße 7
64293 Darmstadt
E-Mail: liquifile@iverse.org
iVerse
iVerse wurde bereits 1995 von Diplom-Designer Carsten Waldeck als Forschungsprojekt gegründet. Ziel ist es, menschenorientierte Werkzeuge zum Organisieren von Wissen zu entwickeln. Im Zentrum der Arbeiten von iVerse steht dabei die visuelle und interaktive Qualität der Anwendungen.

Erste Demonstratoren entstanden 1998 im Zuge der Arbeiten an Carsten Waldecks Diplomarbeit "iWorld", die dann während seiner Tätigkeit als Wissenschaftler im Zentrum für Graphische Datenverarbeitung ZGDV e.V. in den Jahren 2002 bis 2006 in diverse Forschungsprojekte einflossen und weiterentwickelt wurden.

Im Jahr 2006 wurde aus dem privaten Forschungsprojekt ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen. Dazu kam 2007 die Vertriebsgesellschaft Liquiverse GmbH.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.liquifile.info

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