Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Formteile schneller entwickeln, Kosten senken

08.12.2006
Online-Zugang für Kunden installiert

Die Bayer MaterialScience AG versteht sich nicht nur als Rohstoffhersteller, sondern auch als Solution Provider, der Innovationen bei Materialien, Technologien und Prozessen eigenständig oder in Kooperation mit Kunden vorantreibt. Jüngstes Beispiel dieses Selbstverständnisses ist ein neues Simulations- und Berechnungstool namens DPP (Design & Processing Properties).

Es wurde von Experten des Unternehmens für Spritzgussbauteile und zugehörige Werkzeuge entwickelt und steht seit kurzem Kunden online zur Verfügung. „Konstrukteure und Verarbeiter unserer Werkstoffe können mit der patentierten Software erhebliche Einsparungen erzielen. Denn sie verkürzt die Entwicklungszeit von Bauteilen, reduziert die Zahl der Prototypen und verringert die Zahl der Spritzgießversuche“, erläutert Olaf Zöllner, Leiter der Gruppe Injection Molding Technologies in der Business Unit Polycarbonates.

Stärke des Programms ist seine Flexibilität und Schnelligkeit. Der Nutzer kann zum Beispiel jederzeit die Verarbeitungsparameter im Rechner variieren und sofort sehen, was sich an den Eigenschaften des Formteils ändert. „Der Ingenieur gibt die Anforderungen, die das Bauteil erfüllen muss, in das Programm ein. Die Software ermittelt ihm daraus einen Vorschlag für das Material, die beste Konstruktion und die richtigen Verarbeitungsbedingungen“, so Zöllner.

... mehr zu:
»Bauteil »DPP »Design »Modul »Neuronen

DPP unterteilt sich in mehrere Module. Mit dem Design Modul lässt sich das mechanische Verhalten des betrachteten Thermoplasten unter den Bedingungen des Einsatzes ermitteln. Es liefert Spannungs-Dehnungskurven und Sekantenmodule, gibt die Belastungsgrenzen an und beschreibt den Temperatureinfluss. „Erstmals ist es auch möglich, die Richtungsabhängigkeit der mechanischen Eigenschaften flächendeckend darzustellen“, so Zöllner. Mit dem Processing Modul kann festgelegt werden, wie eine bestimmte Konstruktion am besten spritzgegossen wird. Es berechnet wichtige Prozesskennwerte wie zum Beispiel den Fülldruck bei verschiedenen Schmelzetemperaturen, die Dosierzeit in Abhängigkeit von der Schneckendrehzahl und die Schwindung bei der Verarbeitung.

Das Rheological Modul gibt Auskunft über die Schmelzeviskosität in Abhängigkeit von der Schergeschwindigkeit und der Schmelzetemperatur. Das Mechanical Modul verfeinert die im Design Modul gewonnenen Daten und analysiert, wie diese von der Verarbeitung und der Bauteilgeometrie abhängen. Für Wanddicken zwischen 1,5 und 4 Millimetern und für die jeweils gewählten Prozessbedingungen führt es virtuelle Zugversuche aus und stellt die Ergebnisse in einem Spannungs-Dehnungsdiagramm dar. Im fünften Modul, dem Virtual Lab, kann der Nutzer von DPP mit definierten Vorgaben nach einem geeigneten Thermoplasten für eine avisierte Anwendung suchen.

Die neue Software arbeitet auf Basis eines neuronalen Netzwerkes. Dieses ahmt in vereinfachter Form die Informationsverarbeitung über Neuronen im menschlichen Hirn nach. Die künstlichen Neuronen empfangen von ihren Nachbarn Daten, werten diese aus und entscheiden danach, welche Daten sie wohin weitergeben. Wird eine Information in ein solches Netzwerk gegeben, wird sie zu einem Resultat verarbeitet, das sich an den „Ausgangsneuronen“ ablesen lässt. Damit dies funktioniert, müssen die Neuronen und ihre Verknüpfung untereinander zuvor programmiert werden – und zwar mit „Musterbeispielen“, für die die Eingabewerte und Resultate bekannt sind. Dies geschieht im Falle von DPP laufend unter anderem mit einer Fülle von Materialkennwerten und Prozessdaten.

DPP ist auf einem zentralen Server von Bayer MaterialScience installiert. Unter http://www.plastics.bayer.com/plastics/emea/de/dpp/index.jsp finden sich nähere Infos zu den Nutzungsbedingungen sowie eine Online-Gebrauchsanleitung. Nach einer Registrierung mit Password-Vergabe können Kunden interaktiv von ihrem PC aus mit einem lokal installierten Webclient über eine direkte Internetverbindung auf die Software zugreifen.

Mit einem Umsatz von 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 gehört die Bayer MaterialScience AG zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von High-Tech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 40 Standorten rund um den Globus und beschäftigt etwa 18.800 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.

Andrea Huber | Bayer MaterialScience AG
Weitere Informationen:
http://www.bayerbms.de

Weitere Berichte zu: Bauteil DPP Design Modul Neuronen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder
19.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab
18.01.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie