Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Funktechnik: DVD-Download in wenigen Sekunden

06.12.2006
Drahtlosübertragung sucht nach Lösungen im Terahertz-Bereich

Am Institut für Hochfrequenztechnik der TU Braunschweig wurde kürzlich das Terahertz Communications Lab (tcl) gegründet, dessen Mitarbeiter an drahtloser Kommunikationstechnik mit kurzer Reichweite forschen. Ziel ist es, leistungsstarke Funktechniken zu entwickeln, die den Breitbandbedarf von morgen decken. Denn betrachtet man die stetig ansteigenden Anforderungen an Drahtlostechniken, so zeige sich laut tcl folgendes Bild: Die Frequenzbereiche heutiger und kommender Systeme wie Bluetooth, WLAN, Ultrabreitband sowie 60 Gigahertz werden in zehn bis 15 Jahren nicht mehr ausreichen. Um Datenraten von einigen zehn Gigabit pro Sekunde zur Verfügung zu stellen, müsse man daher langfristig unweigerlich auf noch höhere Trägerfrequenzen ausweichen. Dann könnte eine komplette DVD in wenigen Sekunden übertragen werden.

"Derzeit ist der Einsatz von solch leistungsstarken Signalen noch Zukunftsmusik, da bislang keinerlei kommerzielle Hardware für eine Nachrichtenübertragung im Terahertz-Frequenzbereich verfügbar ist", erläutert Steffen Wietzke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am tcl, im Gespräch mit pressetext. Daher werden auch die erforderlichen Geräte entwickelt. Sender, Empfänger, Modulatoren und Reflektoren sind die Schlüsselkomponenten für die zukünftigen Kommunikationssysteme. "Eine Radio-Terahertzwelle haben wir bereits simuliert. Auf Grundlage der Forschungsergebnisse entsteht derzeit ein Demonstrator für die Signalübertragung bei 60 Gigahertz. Das war vor einigen Jahren noch unvorstellbar", erläutert Wietzke. Im nächsten Schritt plant das tcl, das System für 300 Gigahertz zu verbessern.

Zur Anwendung soll die Indoorkommunikation im Terahertzbereich beispielsweise bei Videokonferenzen oder beim Downloaden von Filmen kommen. Der Kunde geht in den Videoladen, sucht sich seinen Film aus und lädt ihn anschließend in höchster Qualität innerhalb von wenigen Sekunden auf seinen mitgebrachten Datenspeicher, meint Wietzke.

Der für die Nachrichtenübertragung unerschlossene Terahertz-Frequenzbereich sowie die angestrebte große Bandbreite erfordern eine grundlegende Kanalcharakterisierung. Dadurch würden sich die zukünftigen Systeme auf eine ausreichende Signalstärke optimieren lassen, so das tcl. Verschiedenen Projektgruppen beschäftigen sich mit den Herausforderungen der angestrebten Technik. So müssen sich die Forscher auch damit befassen, wie sich die Wellen verhalten. "Zur Signalübertragung ist Sichtkontakt notwendig. Dieser kann allerdings beispielsweise durch Möbel behindert werden. Daher ist es nötig Spiegel zu bauen, über die der Kontakt indirekt hergestellt wird", führt Wietzke aus. Mit Ray-Tracing-Simulationen wird beschrieben, wie sich Terahertzwellen im Raum ausbreiten und mit der Luft sowie Materie wechselwirken.

Das tcl ist ein Verbund dreier Abteilungen aus den Instituten für Hochfrequenztechnik und für Nachrichtentechnik an der TU Braunschweig. Es soll ein umfangreiches Konzept entworfen werden, mit dem sich die Terahertz-Lücke des elektromagnetischen Spektrums für neuartige Kommunikationssysteme erschließen lässt.

Andreas List | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.tu-braunschweig.de/ihf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften