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Mensch - Semantik - Business: Wohin steuert das Web?

04.10.2006
Anwendungen und Angebote des Web 2.0 wie zum Beispiel Wikis und Blogs, verzeichnen ein rasches Wachstum und hohe Adoptionsraten.

Auf ihrer diesjährigen Jahrestagung unter dem Motto "Informatik für Menschen" beschäftigte sich die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) schwerpunktmäßig mit der Zukunft des Web 2.0. Verschmilzt das soziale Web 2.0 mit dem Semantischen Web zu einem Web 3.0? Was bedeutet diese Entwicklung für Unternehmen? GI-Präsident Prof. Dr. Matthias Jarke: "Das Web 2.0 zeigt, wie essenziell die Beteiligung und soziale Einbindung der Menschen für den Erfolg von Anwendungen ist, die von mehreren Personen genutzt werden."

Seit Jahren entwickeln Wissenschaftler das semantische Web. Gleichwohl sind heute weniger als ein Prozent der weltweit im Internet verfügbaren Inhalte im Sinne des semantischen Webs aufbereitet, da sich die sehr unterschiedlichen Inhalte hochdynamisch entwickeln und sich auf unterschiedlichste Weise präsentieren. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH), erwartet, dass Peer-to-Peer-Mechanismen die Wissensebene im Web 3.0 wesentlich bestimmen werden.

Wahlster: "Wenn es gelingt, die Ontologien des semantischen Webs in die Massenbewegung des Web 2.0 einzubringen, dann kann in der nächsten Dekade ein Web 3.0 entste¬hen, das die Vorteile des semantischen Web und des Web 2.0 verknüpft und deren Nachteile überwindet." Auch könnten Branchen-Ontologien künftig die wesentlichen Begriffe, Beziehungen und Prozesse für eine bestimmte Branche definieren, so dass eine Interoperabilität von Webdiensten erreicht wird.

Künftige Business Webs zielen darauf ab, Unternehmen die Kombination zuverlässiger, existierender Unternehmensanwendungen mit der Flexibilität von Diensten, die von Drittanbietern im Internet bereitgestellt werden, zu ermöglichen. Das Konzept der Service-Orientierten Architekturen (SOA) soll mehr Flexibilität auf der IT-Ebene ermöglichen. Spezialisierte Vermittler wie etwa Bezahlungs- oder Authentifizierungs- Services werden ihre Dienste durch unterschiedliche Geschäftskanäle bereitstellen. Damit werden auch die Informationssysteme komplexer. So schätzt das Marktforschungsunternehmen Gartner, dass 40 Prozent der IT-Kosten für die Integration verschiedener Applikationen verwendet werden. Semantische Technologien können hier Abhilfe schaffen.

Prof. Dr. Lutz Heuser, Leiter von SAP Research: "Erste SAP-Research-Prototypen erlauben die Abstraktion von technischen Web-Services auf Geschäftsprozesse." Hier modelliert etwa der Geschäftsexperte einen komplexen Geschäftsprozess, der vom Werkzeug automatisch auf eine Komposition von technischen Web-Services abgebildet wird. Heuser: "Dieses Vorgehen spart Entwicklungsaufwand ein und erhöht den Wiederverwendungsgrad."

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 24.500 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung.

Cornelia Winter, 0228-302147, cornelia.winter@gi-ev.de

Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
Wissenschaftszentrum, Ahrstr. 45, 53175 Bonn
E-Mail: gs@gi-ev.de, Tel. 0228 / 302 - 145, Fax - 167

Cornelia Winter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gi-ev.de
http://www.informatik2006.de
http://www.gi-ev.de/presse/pressemitteilungen-2006/

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