Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Historische Städte neu erleben - mit dem Dynamic Tour Guide

07.08.2006
Im Gemeinschaftsprojekt VESUV entwickeln die Forscher einen dynamischen Reiseführer, der die persönlichen Vorlieben der Touristen berücksichtigt und ihnen eine individuelle Entdeckungstour ermöglicht.

Ein Feldversuch in der historischen Stadt Görlitz im August 2006 soll nun zeigen, wie das mobile Informationssystem von den Touristen angenommen wird und wie es ihr Erleben beeinflusst. Interessierte können in Görlitz ab sofort den Dynamic Tour Guide ausprobieren. Damit stellen sich die Forscher der interessierten Öffentlichkeit.

Eine Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten und versteckten Kleinoden entdecken, ohne vorher lange Reiseführer und Stadtpläne studieren zu müssen. Mehr über die Geschichte einer Stadt erfahren und empfehlenswerte Restaurants finden, ohne sich dem Diktat eines geführten Stadtrundgangs zu unterwerfen. Sich in einer Stadt als Tourist von seinen individuellen Eindrücken treiben zu lassen und trotzdem vieles Wissenswerte und manches Staunenswerte zu erfahren. Dies ermöglicht der im Gemeinschaftsprojekt VESUV entwickelte Dynamic Tour Guide. Auf einem tragbaren Handcomputer, einem oder MDA (Mobile Digital Assistant) installiert,, ermöglicht der Dyamic Tour Guide eine individuelle Erkundung der Stadt. Auf den persönlichen Präferenzen des Nutzers basierend, plant er den Stadtrundgang und bietet Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Stadtgeschichte sowie kulturellen Angeboten.

Das Besondere: der Tourist ist nicht auf die vorgeschlagenen Route festgelegt. Wählt er einen anderen Weg, bleibt er an einem Schaufenster stehen oder gönnt sich eine Kaffee-Pause wird die Tour von seinem dynamischen Reiseführer flux umgeplant. Der Benutzer kann sicher sein, dass er zum verabredeten Zeitpunkt an einem gewünschten Zielpunkt ankommt. Geht die Tour über mehrere Stunden, plant der mobile Helfer auch von sich aus Pausen ein und schlägt Restaurants, die dem individuellen Geschmack entsprechen.

Feldtest soll Akzeptanz und Auswirkungen zeigen

Doch wie nehmen die Touristen diese neue Art der Reiseführung an? Nutzen sie die angebotenen Funktionen? Verändert der dynamische Fremdenführer tatsächlich ihr Erleben der touristischen Lokation? Besuchen sie nun beispielsweise die etwas versteckter liegenden Sehenswürdigkeiten? Welche Anwendungen und Eigenschaften haben den größten Einfluss auf das Verhalten der Besucher? Diese Fragen soll der vom 1. bis 27. August in Görlitz durchgeführte öffentliche Feldversuch klären. Jeder interessierte Bürger kann sich an dem Versuch beteiligen.

Dazu geben die Forscher am Görlitzer Obermarkt täglich an zwei Gruppen von Touristen MDAs mit GPS Empfänger aus. Die MDAs einer dieser Gruppen sind mit einer Anwendung ausgestat-tet, die die Attraktionen der Stadt lediglich in einer Karte darstellt. Die Besucher können über das MDA Informationen zu den Sehenswürdigkeiten abrufen, ansonsten erhält er keine Unterstützung.

In der zweiten Gruppe ist die im VESUV Projekt entwickelte Anwendung des dynamischen Reiseführers realisiert. Sie erfasst die Interessen der Touristen, bewertet die Sehenswürdigkeiten, berechnet die Tour und unterstützt den Nutzer durch Navigationsanweisungen. Ändert er seine Route oder legt eine Pause ein, passt die Anwendung den Tourplan den geänderten Gegebenheiten an.

An eine dritte Gruppe, die Kontrollgruppe, werden lediglich GPS-Empfänger verteilt. Die Touristen erkunden die Stadt wie gehabt mit elektronischem Stadtplan und gedrucktem Reiseführer.

Im Laufe des einmonatigen Feldversuchs sollen die Stadttouren von vielen hundert Touristen ausgewertet werden. Die Wissenschaftler untersuchen die Wege, die die Touristen gehen, analysieren die Interaktion der Besucher mit den Systemen und erfassen die Zufriedenheit der Nutzer mit der Tour. Ein Vergleich der Daten der drei Gruppen soll dann Aufschluss darüber geben, ob die mobilen Informationssysteme Einfluss auf die Stadttouren der Touristen haben. Gleich-zeitig erhalten die Wissenschaftler so Anhaltspunkte, um das System weiter zu verbessern und an die Anforderungen der Anwender anzupassen.

Das VESUV Projekt

Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD arbeiten im Projekt VESUV insgesamt neun renommierte Partner an der Entwicklung verteilter Software-Agenten für sichere verbindliche Aufgabendelegation in mobilen, kollaborativen Anwendungen. In Vesuv wird als weiteres Anwendungsgebiet eine innovative Lösung im Bereich des E-Government erstellt.

Die Projektpartner:

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
European Microsoft Innovation Center GmbH
Hansestadt Rostock
Hochschule Zittau/Görlitz
NetCommunity GmbH
Siemens AG
Stadtverwaltung Görlitz
Universität Kassel - Projektgruppe verfassungsverträgliche Tech-nikgestaltung
Zentrum für Graphische Datenverarbeitung e.V.
Kontakt
Projektbüro VESUV
c/o zeitform Internet Dienste OHG
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Tel.: +49-6151-155 637
Fax: +49-6151-155 634
E-Mail: pb@vesuv-projekt.de
Kontakt zum Feldversuch in Görlitz
Prof. Klaus ten Hagen
Hochschule Zittau/Görlitz
Brückenstraße 1
02826 Görlitz
Tel.: +49-3581-4828-265
Fax: +49-3581-4828-293
E-Mail: k.tenhagen@@HS-ZiGr.de
Ulrich Ebermann
Stadtverwaltung Görlitz
Amt für Gebäude- & Liegenschaftsmanagement
Projekt & Informationsmanagement
Hugo-Keller-Straße 14
02826 Görlitz
Tel.: +49-3581-67-2468
Fax: +49-3581-67-1832

Hella Trillenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-zigr.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise