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Digitale Gesichter von der Stange

08.01.2002


In Zukunft sollen Avatare den Surfer durch das Internet lotsen. Diese digitalen Gefährten können etwa Hilfestellung beim Einkauf im Netz geben. Aber auch in der neuen Mobilfunkwelt des UMTS-Standards werden Avatare interaktiven Diensten auf dem Handy-Display etwas Menschlichkeit verleihen. Avatare existieren nur im Computer, wirken aber dank ausgefeilter Technik wie Menschen. Der MPEG-4 Standard bietet die Möglichkeit, Multimediadaten wie Video, Audio, Fotos oder sogar dreidimensionale Bilder sehr effizient in heutigen Kommunikationsnetzen zu übertragen. Damit ist eine Voraussetzung für den breiten Einsatz von Avataren geschaffen. Bisher waren die Kunstfiguren meist Teil von nicht standardisierten Computerprogrammen, die zum Austausch zwischen Rechnern die gleiche Software erforderten. Forscher von Siemens in München haben jetzt den Standard des MPEG4-Datenformats verwendet und mehrere Avatare geschaffen. Die Wissenschaftler tasteten die Gesichter von Testpersonen mit Laserstrahlen ab und schufen dreidimensionale Köpfe im Computer. Dazu erstellten sie aus den Daten ein digitales Drahtmodell, in dem die Hautoberfläche mit kleinen Dreiecken flächenfüllend hinterlegt ist. Zum Bewegen des künstlichen Kopfes verzerrt das Programm einige der Dreiecke an bestimmten Gitterpunkten, was Gesichtsausdrücke wie Freude, Zorn, Überraschung oder Traurigkeit ermöglicht. Die Mimik wird dann mit Sprache verknüpft. Dafür wandelt der Rechner geschriebene Silben in Laute um und erzeugt passende Lippenbewegungen. Die Köpfe im Computer können mit der Maus in alle Richtungen gedreht werden, während sie einprogrammierte Sätze sagen oder ihre Gesichtsausdrücke vorführen. In einer Demonstration haben die Forscher auf eine interne Web-Seite einen weiblichen Avatar gestellt. Auf einen Mausklick liest die digitale Frau die Beschreibung von Handys oder Festnetztelefonen vor. Eine denkbare Anwendung ist auch ein Assistent für Webformulare. Der Avatar erklärt dann, welche Daten in bestimmte Felder eingetragen werden müssen. Die Wissenschaftler arbeiten derzeit daran, ihre Animationen auch direkt auf digitale Portraits anzuwenden, was einen raschen Einsatz in Handys ermöglichen würde. Dreidimensionale Gesichter erfordern nämlich zu viel Rechenkapazität und verbrauchen dadurch kostbare Akkuzeit. Die komplette Ansteuerung der Avatare wäre schon auf heutigen GSM-Handys möglich: Die Bewegungen werden mit nur 84 Gitterpunkten erzeugt; dafür reicht bereits eine Datenrate von vier Kilobit pro Sekunde.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens NewsDesk

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